Karneval in Köln
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Prinzenproklamation: Die Rede von OB-Roters

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Was für ein Auftritt! Was für ein Empfang! Danke!
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Was für ein Auftritt! Was für ein Empfang! Danke!

Leev Fastelovendsfründe,

dass man mir hier im Gürzenich zu Köln

einmal so den Hof machen würde,

sozusagen einen roten Teppich auslegt,

hätte ich nicht für möglich gehalten –

erst recht nicht nach den letzten Haushaltsberatungen.

Gut, ich komme zwar direkt aus dem Zwangsurlaub,

den ich mir aber selbst auferlegt habe.

Zwangsurlaub tut gut – gerade der Stadtkasse!

Das ist unser neues Konsolidierungsprogramm:

Zwei Tage frei, das spart Kosten und vor allem viel Strom.

Macht unterm Strich gut ’ne halbe Million.

Im Urlaub hatte ich Zeit,

über so manchen Sparvorschlag nachzudenken.

Zu unserer aller Freude ordne ich hiermit an,

dass der Zwangsurlaub für Politessen bis Aschermittwoch verlängert wird.

Wir können uns das leisten!

Denn wir haben den Karneval!

Hier profitieren wir doppelt:

von der Vergnügungssteuer und der Bettensteuer.

Darüber hinaus habe ich die Zusage des Stadtwerke Konzerns:

Sie verlangen von jedem, der eine Rede hält, 25.000 Euro.
Bei vielen ist es Schmerzensgeld.

Hier in Köln fließt der Erlös ausschließlich an hilfsbedürftigen Organisationen: Davon haben wir viele – z. B. auch das Festkomitee Kölner Karneval.

Schmerzen bzw. Sorgen bereiten uns vor allem unsere Kölner Brücken –

bis auf eine: die Hohenzollernbrücke: die weltweit einzig anerkannte Liebesbrücke!

Auf die sind wir unendlich stolz.

Die Leverkusener Brücke ist die Seufzerbrücke von Köln.

Sie hat dasselbe Problem wie unsere Bundesregierung:

Man weiß nicht, wie lange sie hält und wann sie endlich wieder in Fahrt kommt.

Wenn ich von hier oben so in den Saal blicke,

die Damen festlich gekleidet, die Herren im Smoking: alle schwarz,

so erlauben Sie mir als Sozialdemokrat folgende Schlussfolgerung:

Eine schwarze Mehrheit erwartet mit Spannung,

dass das Zepter so schnell wie möglich übergeben wird.

Was für ein Start ins Wahljahr – trotz Steinbrück!

Dieses Zepter lege ich gleich aus vollem Vertrauen, mit bestem Gewissen sowie mit Stolz in die Hände unseres neuen Trifoliums: Prinz Ralf III., Bauer Dirk und Jungfrau Katharina.

Von Euch bin ich überzeugt, dass Ihr alle anstehenden Aufgaben mit Couragiertheit, Sympathie und Durchsetzungsvermögen lösen werdet.

Ihr stammt aus einer Gesellschaft, deren Namensgeberin schon um 1900 eine Vorkämpferin für soziale Gerechtigkeit war:

Katharina von Ossendorf – et Schnüsse Tring.

Sie war die erste Emanze von Köln – nicht Alice Schwarzer!

 

Unser neues Dreigestirn steht für Liebe zur Stadt und für Weltoffenheit,

so wie das diesjährige Sessionsmotto:

 

„Fastelovend em Blot, he un am Zuckerhot“

 

Dieses Motto ist die Einladung an alle, vor allem aber an unsere 15.000 hier lebenden Brasilianer. Wir nehmen uns in den Arm und feiern zusammen Karneval, so wie hier auf der Bühne.

 

Die Kölsche Mentalität, unser Liedgut, das Lebensgefühl und der Karneval –

all das ist Ausdruck unserer Seelenverwandtschaft:

Rio und Köln – Köln und Rio!

 

Jot – am Deutzer Strand müssen wir noch was tun,

um mit der Copa Cabana mithalten zu können.

 

In Brasilien tanzt man barfuss und halbnackt,

dafür haben wir unsere Hunnen und die Bläck Fööss!

 

Köln und Rio, wir lieben den Fußball.

Ich bin überzeugt: Der brasilianische Fußballzauber wird durch unsere Städtepartnerschaft noch dieses Jahr in Köln Einzug erhalten.

Somit tanzt auch der FC wieder den Samba Colonia.

Ich habe keine Bedenken, dass wir nach der Bundesliga-Rückrunde

im Sommer die Fußballwelt wieder gerade gerückt haben:

Denn wir spielen wieder in der ersten Liga – gegen Düsseldorf!!!

Liebes Dreigestirn,

ich bin überzeugt, Ihr werdet bis Aschermittwoch viel bewegen:

 

Mit Eurer Kraft wird es Euch gelingen,

unsere Straßen mit Flüsterasphalt zum Singen zu bringen,

 

der Köbes wird freundlich und nett uns dann fragen,

darf’s noch en Kölsch sein,

statt haste’s am Magen.

 

Die Bahnen sind pünktlich,

man zahlt mit EC,

Jungs, Ihr schafft das,

trotz KVB.

Saniert ist die Oper, geschlichtet der Streit,

Frau Beier und Meyer steh’n glücklich bereit,

Kölns Brunnen, sie sprudeln, wie einst goldner Wein,

der Fisch nach dem Nubble kommt direkt aus dem Rhein,

die Beete sie glänzen, sie blüh’n voller Pracht,

ich bin überzeugt, bis Aschermittwoch

hab’t Ihr all dies vollbracht!

Drum lasst uns schnell schreiten zur Proklamation,

Typen wie Ihr, gehören auf den Thron!

Lieber Ralf Görres,

Du trägst schon voller Stolz auf Deinem Ornat das Wappen der Stadt Köln.
Als Zeichen des Regierenden überreiche ich Dir die Pritsche,

mit der Du ab sofort die Macht über das närrische Volk Kölns inne hast.

Ich proklamiere Dich zum Prinzen Karneval: Prinz Ralf III.

 

Lieber Dirk Königs,

um all die Aufgaben zu erledigen, bedarf es einer starken, entschlossenen Persönlichkeit. So wie einst einer Deiner Vorgänger die Stadt Köln aus der Macht der Erzbischöfe befreit hat, wirst Du uns mit all Deinem Mut von den jetzigen Problemen befreien.

Als Zeichen meines Vertrauens überreiche ich Dir die Stadtschlüssel der schönsten und liebenswürdigsten Stadt auf der ganzen Welt.

Ich proklamiere Dich zum Kölner Bauer Dirk.

Lieber Axel Busse,

im Gewande der Agrippina, der Gründerin der Stadt Köln, trittst Du vor Dein Volk mit der Schlagfertigkeit, Sympathie und dem Gerechtigkeitssinn einer „Schnüsse Tring“. Nichts liegt Dir ferner als Eitelkeit. Deshalb erhältst Du den Spiegel als Symbol der Reinheit und Uneinnehmbarkeit.

Ich proklamiere Dich zur Kölner Jungfrau Katharina.

Dreimol Kölle ALAAF!

Und damit all dies Bestand hat, werden wir Euch nun in Stein meißeln!

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