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Proklamation: Ein Prinz mit Nerven und Charisma

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Nach der Proklamation ließ sich Prinz Klaus III. dann doch seine Gefühle anmerken. Foto: Waldschmidt
Prinz Klaus III. wurde von seinem Niehler Volk mit begeistertem Jubel empfangen und ließ sich auch von Konfetti-Bomben nicht erschrecken. Bei der Proklamation herrschte beste Stimmung, es gab aber auch Momente der Rührung.  Von
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Niehl

Prinz Klaus III. hat eine staubtrockene Art. Mit der Narrenkappe auf dem Kopf stand er im Saal des Pfarrheims an St. Katharina und beantwortete die Fragen der Presse – humorvoll zwar, mit Lachfalten um die Augen, aber doch betont knapp. „Ihr Prinzenmotto ist also: »Ich bin ene Jung us’m Levve.« Was wollen Sie damit sagen?“, fragte die Reporterin. „Na, dass ich eben ein Junge aus dem Leben bin“, erklärte Klaus Oistrez und grinste listig. Ein Mann großer Worte ist der 47-jährige Betriebsschlosser nicht, vielmehr ein bodenständiger Typ. Charisma hat er aber schon. Das sollte sich Stunden später bei der Proklamation zeigen.

Der Abend startete zunächst mit den Fidele Kölsche. Danach spielten die Kölsche Adler, Kläävbotze und die erst im September 2012 gegründete Neu-Formation Blootsbröder um Schlagzeuger Ilja Engel und Benjamin Brings, dem jüngsten der drei Söhne von Rolly Brings. Außerdem tanzten das Dellbrücker Schnäuzerballett und Colonia Rut-Wieß. Dann war es so weit: Oistrez wurde offiziell als Karnevalsprinz Klaus III. in Amt und Würden eingeführt. Während des triumphalen Einzugs in den mit grünen und weißen Luftballons geschmückten Saal flogen ihm die Herzen der Narren nur so zu. Übermütig lachend nahm der Prinz, jetzt im vollen Ornat, ein Bad in der Menge. Zwischendurch stieg er immer wieder auf einen Stuhl, so dass die Fasanenfedern an seiner Kappe heftig wippten, und warf mit vollen Händen den 260 jubelnden Jecken die Strüßjer zu. Prinzenführer Karl-Heinz Köckeritz bahnte ihm den Weg.

Prinzen bringt nicht aus der Ruhe

Auf der Bühne wurden die beiden dann von Sitzungsleiter Klaus Zimmermann und seiner Co-Moderatorin Claudia Wolfshohl in Empfang genommen. Zimmermann ist der Präsident der Interessengemeinschaft Niehler Karneval (INK). Er überreichte Klaus III. feierlich die Pritsche und hängte ihm die Prinzenkette um den Hals.

Genau in diesem Moment gab es einen lauten Knall: Konfettischnipsel regneten herab. Ein Gag, mit dem man den Prinzen eigentlich gehörig erschrecken wollte. Doch weit gefehlt: Er zuckte nicht mal mit der Wimper. Offenbar kann ihn rein gar nichts aus der Ruhe bringen.

Fackelzug am 11. Januar

Oder etwa doch? Als Udo Ranz die Bühne erklomm, spiegelte sich in Oistrez’ Mimik deutlich Rührung. Zu Ehren des frischgebackenen Regenten sang der Wirt der Weidenpescher Kneipe „Em Stüffje“ ein selbstgetextetes Lied auf die Melodie von „Top of the World“ – im Original von den Carpenters. Der spontane Auftritt war gänzlich ungeplant. Die Stammkneipe von Oistrez, der in Niehl wohnt, sei zwar naturgemäß Haus Linkewitz am Rheinufer, erzählte Ranz hinterher, der mit Ehefrau Elke da war. „Aber Klaus ist mein langjähriger Kegelbruder, und er war unser Trauzeuge.“

Rund 20 Auftritte wird die Tollität in der Session absolvieren. Ein Novum ist der Fackelzug am morgigen Freitag, 11. Januar. Der startet um 19 Uhr am Niehler Brauhaus an der Sebastianstraße. Die Strecke ist rund dreieinhalb Kilometer lang und führt auch in die angrenzenden Stadtteile Nippes und Weidenpesch. Wo genau der Zug endet, wollten die Organisatoren im Vorfeld nicht verraten. Eine eigene Fackel ist nicht nötig. Prinz Klaus hat für sein Narrenvolk vorgesorgt: „60 Fackeln bringe ich mit, die lagern schon bei mir zu Hause.“

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