Zuwachs hat der von Ute Ahn geführte Poller Karnevalzug bekommen. Der vor 90 Jahren gegründete Kleingartenverein Köln-Poll hat sich jetzt auch bei den Poller Jecken eingereiht und zog zum ersten Mal mit durch den Ort. Doch es gab nicht nur Zuwachs beim Zug, sondern auch Nachwuchs bei einem Zugteilnehmer, den Ureinwohnern.
Neben der gigantischen Urmutter aller Mammuts, die vor einigen Jahren ein Baby-Mammut bekommen hatte, zogen jetzt noch zwei Wildschweine mit durch den Rheinort. Prominentester Neuzugang des Zuges aber war das erste Poller Viergestirn mit Prinz Reiner (Göbel), Jungfrau Theodora (Theo Geusgen), Bauer Rainer (Madrzak) und Booretring Karin (Madrzak). Das erweiterte Trifolium winkte dem närrischen Volk vom Festwagen der Gruppe Boorejäß um Hans Burgwinkel zu. Das Viergestirn wolle aber keineswegs dem Poller Kinderdreigestirn mit Prinz Gereon (Göres), Jungfrau Lena (Breuer) und Bauer Torben (Bleimann), Konkurrenz machen, sagte Burgwinkel. Das stelle seit vielen Jahren ganz klar den Höhepunkt des Poller Karnevals dar, sagte er. "Das war immer schon so, dass bleibt auch so."
Veedelszoch 2013 in Poll: Der vergleichsweise kleine aber feine Umzug der Narren durch Poll hatte als Motto „Fastelovend em Blut - he in Poll und am Zuckerhut“. Die Poller Jecken gaben sich daher auch alle Mühe, sambamäßig durch den Rheinort zu tanzen. Selbst ein Schwergewicht wie das riesige Mammut der Ureinwohner machte da mit.
Foto: Roland SchrieferWie immer waren die meisten Poller Jecken im Zug höchst fantasievoll gekleidet. Allen voran die Böschräuber, die wieder aufwendig geschminkt waren. Ihnen fallen jedes Jahr neue Masken ein. Weniger Neues war hingegen den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins eingefallen.
Sie hatten sich wie schon oft als "Ruude Tomate" auf den Weg gemacht. Ähnliches gilt für die Mitglieder des Ortsverbandes der CDU. Sie waren einfach Clowns. Erfrischend ehrlich gaben die Rhönrad-Mädels zu, dass sie sich bei ihrer Sportart blaue Flecken holen würden. Aber: "Och blau Flecke räge uns nit op, beim Rhönrad sin mir immer got drop."
Der Poller Zug war dieses Mal eine Mischung aus Bekanntem und Neuem. Alle Teilnehmer zeigten, dass sie das Motto der Interessengemeinschaft Poller Zoch "Fastelovend em Blut - he in Poll und am Zuckerhut" verinnerlicht hatten. Für einen Vergleich mit dem Karneval in Rio war es lediglich ein paar Grad zu kalt. (rs)


