Der alte Präsident ist auch der neue, jedenfalls einen Abend lang. Wolfgang Bosbach, 22 Jahre an der Spitze der Karnevalsgesellschaft Große Gladbacher, hatte eigentlich sein Amt nach der Session 2012 zur Verfügung gestellt. Am 18. Juni wählte die Gesellschaft einstimmig den 30-jährigen Thomas König zu seinem Nachfolger. Bei der Bergisch Gladbacher Prinzenproklamation am 10. Januar sollte König seine Feuertaufe als Moderator haben.
Rückkehr in den Elferrat
Daraus wird nichts, der Diplomingenieur muss für die nächsten Monate aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. „Gesundheit geht vor, wir werden nach der Session sehen, wie es weitergeht“, kommentiert Axel Müller, Vorsitzender der Großen Gladbacher, die überraschende Nachricht. Kurz vor Weihnachten hatte der Prinzengardist König seine Gesellschaft darüber informiert. Zeit genug, Ersatz für die Moderation der beiden Veranstaltungen im Januar zu finden. Alexander Pfister, Prinz Karneval von 2010, übernimmt den Vorsitz der Herrensitzung am 20. Januar – und Wolfgang Bosbach kehrt als Moderator der Prinzenproklamation in den Elferrat zurück.
Foto: Roland U. Neumann
Bosbach kommentierte sein unerwartetes Comeback: „Das war ein Notsituation, und da habe ich der Bitte der Großen Gladbacher gerne entsprochen.“ Also wird er die Prinzenproklamation moderieren. Für die Herrensitzung musste er allerdings absagen. „Da hatte ich bereits feste Termine, die ich nicht mehr verschieben konnte.“ Schon jetzt konnte Bosbach ein weiteres Comeback feiern: als Angestellter im Edeka-Supermarkt in Sand. Die Kette setzt Prominente hinter die Kasse, und der Erlös fließt in die Eine-Welt-Stiftung Rhein-Berg. Bosbach war zweieinhalb Jahre Leiter eines Supermarktes in Refrath. Und er brachte die Einkäufe auch in die Wohnungen. Da habe er die Erfahrung gemacht, dass, je reicher die Haushalte waren, umso kleiner das Trinkgeld ausfiel. Überhaupt waren die damaligen Geschäfte viel kleiner. Exakt 475 Quadratmeter war die Filiale in Refrath groß.
Heute ziehen die großen Ketten in keine Immobilie unter 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche. Und auch die Kassen waren technisch vollkommen anders. So brauchte der CDU-Bundestagsabgeordnete erst einmal eine Einweisung an der Scanner-Kasse, bei der die Waren elektronisch erkannt und verbucht werden. „Wer zu mir kommt, muss sehr viel Zeit mitbringen“, rief Bosbach den Kunden im Markt zu. Das Comeback an der Kasse genoss der Politiker sichtlich.



