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Wer haftet?: Schutz gegen Diebe am Arbeitsplatz

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Auch Taschendiebstahl kommt in Unternehmen vor - allerdings selten wie hier im Beisein der Beklauten. Foto: dpa
Sie klauen Portemonnaies, Laptops und Handys - und werden häufig nicht mal bemerkt. Wenn sich Kriminelle in Betriebe einschleichen, ist der Schaden oft groß. Meist haften die Bestohlenen selbst für den Diebstahl. Wie man sich vor den Tätern schützen kann.
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In Großraumbüros und Firmen mit vielen Mitarbeitern sollten Arbeitnehmer Fremde immer ansprechen, um Diebstählen vorzubeugen. Denn immer wieder schleichen sich in solchen Betrieben Diebe ein, warnt Thomas Neuendorf, Sprecher der Berliner Polizei. Sie gehen von einem Schreibtisch zum nächsten und stecken Wertgegenstände wie Smartphones oder Portemonnaies ein. Da Mitarbeiter in großen Unternehmen aber nicht jedes Gesicht im Bürokomplex kennen, bleiben viele Täter unbemerkt.

Ärgerlich für die Bestohlenen: Wer seine Wertsachen offen liegen lässt, haftet meist selbst für den entstandenen Schaden. Denn die Hausratversicherung springt oft nur ein, wenn der Dieb den Geldbeutel aus einem abgeschlossen Schrank oder Rollcontainer entwendet.

Das Smartphone liegt offen auf dem Schreibtisch herum: Für Diebe im Großraumbüro ist das eine leichte Beute.
Das Smartphone liegt offen auf dem Schreibtisch herum: Für Diebe im Großraumbüro ist das eine leichte Beute.
Foto: dpa

Mitarbeiter sollten deshalb Wertsachen einschließen und Besucher im Auge behalten, rät Dr. Roland Weiß, Sicherheitsexperte beim Infocenter der R+V Versicherung: „Die besten Mittel gegen Diebe sind Vorbeugung und Aufmerksamkeit.“ Wenn Berufstätige beobachten, dass ein Unbekannter scheinbar ziellos durch den Betrieb läuft, sollte man ihm Hilfe anbieten. Wenn aufmerksame Mitarbeiter zum Beispiel Fremde nach dem Anlass ihres Besuches fragen, verunsichern sie damit potenzielle Diebe.

„Betroffen sind vor allem große, anonyme Bürokomplexe mit viel Publikumsverkehr“, sagt Neuendorf. Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Arbeitnehmer ihre Bürotüren dort absperren. Gut sei auch, die Wertgegenstände in eine abschließbare Schublade zu legen. Der Schlüssel dafür sollte aber in der Hosentasche getragen - oder gut versteckt werden. „Bitte den Schlüssel nicht in die oberste Schreibtischschublade oder den Stifthalter legen“, erläutert Neuendorf.

Kollegen nicht vorschnell beschuldigen

Diebstähle am Arbeitsplatz begehen jedoch nicht nur Täter von Außen. Auch Betriebsangehörige werden zu Langfingern. Wenn Kollegen in Verdacht geraten, wirkt sich das negativ auf das Betriebsklima aus. Vorsicht ist vor allem bei vorschnellen Beschuldigungen angebracht: „Es ist sehr verletzend, unschuldig verdächtigt zu werden. Bestohlene sollten lieber sofort das Gespräch mit den Vorgesetzten suchen und die Polizei informieren“, rät Sicherheitsexperte Weiß.

Rund 150.000 Fälle von Diebstählen aus Büros zählte die Polizei 2011 bundesweit. Als Bürodiebstahl zählen in der Bundeskriminalstatistik Diebstähle aus Dienst-, Büro-, Fabrik-, Werkstatt- und Lagerräumen. (gs/dpa)

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