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Tagebau Hambach: Neuer Protest mit neuem Plakat

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Auf das neue Banner für den Erhalt des Hambacher Forstes stießen Tagebaukritiker an. Foto: Meisen
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt wieder Flagge an der Autobahn 4: Auf einem Grundstück bei Manheim, das dem BUND gehört, brachten Gegner des Tagebaus Hambach ein neues Banner an.  Von
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Das Banner mit der Aufschrift „Hambacher Forst bleibt“ ist von der Autobahn aus zu erkennen und soll auf den Widerstand gegen die Abholzung des Waldes im Zuge des Braunkohlebergbaus aufmerksam machen. Schon vor drei Wochen hatten Umweltgruppen auf dem Grundstück ein ähnliches Banner angebracht. Es soll aber dann von Unbekannten über Nacht gestohlen worden sein. Dorothea Schubert, Vertreterin der Naturschutzverbände im Braunkohleausschuss der Bezirksregierung, und Stefan Förster von der BUND-Jugend NRW wiesen darauf hin, dass im Hambacher Forst mindestens elf streng geschützte Tierarten wie die Bechsteinfledermaus und der Mittelspecht lebten.

Darum drehten sich nun auch die aktuellen juristischen Auseinandersetzungen um den Tagebau: Wie berichtet, hatte der Bund kurz vor Weihnachten wegen der Rodungen Klage gegen das Land erhoben, weil es bislang keinen artenschutzrechtlichen Sonderbetriebsplan gebe. Dieser, so erläuterte Förster, sei nötig, da die für die Existenzsicherung der Bechsteinfledermaus vorgesehenen Ausgleichsflächen „noch nicht weit genug entwickelt sind“. Es ist geplant, im Umfeld des Tagesbaus rund 600 Hektar aufzuforsten, um der Fledermaus das Ausweichen auf andere Waldgebiete zu ermöglichen. Diese Flächen existieren aber erst zum Teil. Wegen der aufschiebenden Wirkung der Klage hat das Verwaltungsgericht Aachen einen Stopp der Rodungen angeordnet. Wie lange das Rodungsverbot gilt, ist noch offen. Förster geht von einer längeren juristischen Auseinandersetzung aus. Er erinnerte auch an die Räumung des Waldbesetzercamps im November, die angesichts der „offenkundig rechtswidrigen“ Rodungen fragwürdig sei: „Eigentlich hätte die Polizei den Wald vor RWE schützen müssen.“

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