Klangprobe
Jede Woche wird eine Band von der Basis vorgestellt

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Klangprobe: Ein unberechenbares Kollektiv

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Pablo Held (v. l.), Tobias Hoffmann, Frederik Köster, Tobias Christl, Jonas Burgwinkel, Robert Landfermann und Niels Klein sind das Klaeng-Kollektiv. Foto: Grönert
Unter dem Namen Klaeng-Kollektiv haben sich sieben Musiker zusammengeschlossen, um den Jazz in Köln zu fördern. Im Subway veranstaltet die Gruppe vom 15. bis 17. Oktober ein Festival mit improvisierten Klängen.  Von
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Köln

Wer immer noch glaubt, Jazz sei nur etwas für Intellektuelle, für einige wenige verkopfte Eingeweihte, der kennt des Klaeng-Jazzkollektiv nicht. Das sind sieben umtriebige Kölner Profimusiker, die sich 2009 zusammenschlossen, um mit Festivals und Improvisations-Workshops den Jazz insbesondere jungen Menschen näherzubringen. Einer von ihnen ist der Schlagzeuger Jonas Burgwinkel. Für den 30-Jährigen ist „Jazz eine lebendige Musik, die Strömungen aus der Pop- und Rockmusik und der Klassik in sich vereint, die sich ständig weiterentwickelt und dadurch frisch bleibt“.

Wie sich diese Weiterentwicklung anhört, zeigt Klaeng mit einem dreitägigen Festival im Kölner Subway: Vom 15. bis zum 17. Oktober steht der traditionsreiche Club, in dem bereits Jazzgrößen wie Chet Baker und Dexter Gordon spielten, ganz im Zeichen improvisierter Jazzmusik. „Es gibt kein anderes Genre, in dem es so sehr darum geht, im Moment zu sein, und das zudem jeden Augenblick eine andere Richtung einschlagen kann“, findet Pianist Pablo Held. Nicht vorgefertigten Strukturen folgen, sondern der Intuition – so wird live zelebrierter Jazz zu einem spannenden Spiel mit Möglichkeiten, in dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.

Sieben Musiker, sieben Formationen

Als Band tritt das Klaeng-Jazzkollektiv zwar nicht auf, dafür hat jeder der sieben Musiker seine eigene Formation, mit der er – unterstützt von dem einen oder anderen Klaeng-Kollegen – seine musikalische Vision gestalten kann. Das Pablo Held Trio etwa macht akustischen Klavierjazz, Saxofonist Niels Klein spielt mit seiner Formation Tubes and Wires Elektro-Jazz und in der „Tobias Christl Lieblingsband“ verschmelzen sechs der sieben Klaeng-Mitglieder modernen Jazz und freie Improvisation mit Indie-Rock.

„Wir kommen alle aus einer Generation, die auf natürliche Weise von vielen unterschiedlichen Sachen beeinflusst wurde“, schildert Klein. „Wir sind in den 80er und 90er Jahren großgeworden, da war es normal, sich als Jazzer auch mit Rock und elektronischer Musik auseinanderzusetzen und nicht nur mit den traditionellen Spielformen des Jazz.“ Neben Workshops und Festivals ist ein weiteres Ziel des Kollektivs die Vernetzung mit Jazzmusikern aus anderen europäischen Städten. Zudem, so Sänger Tobias Christl, fungiere das Kollektiv als Sammelsurium guter Ideen: „Die wollen wir gemeinsam umsetzen – das ist einfacher und macht auch mehr Spaß.“

Steckbrief: Das Klaeng-Kollektiv

Die Besetzung

Jonas Burgwinkel (30), Schlagzeug, wohnt im Kunibertsviertel.

Tobias Christl (34), Gesang, Ehrenfeld. Pablo Held (25), Schlagzeug, hat seinen Wohnsitz im Agnesviertel.

Tobias Hoffmann (30), Gitarre, wohnt in Nippes.

Robert Landfermann (30), Kontrabass, ist Ehrenfelder.

Niels Klein (34), Saxofon, Klarinetten, lebt in Riehl.

Frederik Köster (34), Trompete, wohnt in Ehrenfeld.

Das Klaeng-Festival läuft von Montag, 15. Oktober, bis Mittwoch, 17. Oktober, im Subway, Aachener Straße 82. Es spielen unter anderem das Jochen Rückert Quartett, der in New York lebende Sänger Theo Bleckmann, das Christian Weidner Quartett sowie eine Big Band aus Mitgliedern des Cologne Contemporary Jazz Orchestra und des Aarhus Jazz Orchestra. Beginn ist jeweils 20 Uhr. Die Karten kosten pro Abend 15 Euro, ermäßigt zehn Euro, die Festivalkarte für alle drei Abende kostet 35 Euro, ermäßigt 25 Euro. Tickets gibt’s an der Abendkasse und im Vorverkauf bei Klaeng per E-Mail an klaengkollektiv@gmail.com

Weitere Informationen im Internet unter www.klaengkollektiv.de

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