Klangprobe
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Klangprobe feat. Hellgreaser: Musikalischer Horror mit Herz

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Gjero Krsteski (v.l.), Patric Kordel und Sören Wicking sind Hellgreaser. Foto: Grönert
Das Kölner Horrorpunk-Trio Hellgreaser zelebriert die dunkle Seite des Punkrocks und schätzt gesellschaftskritische Texte. Melodisch bewegen sich drei zwischen Rock 'n' Roll, Punkrock der Marke Social Distortion und Gothic Rock.  Von
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Köln

Untote können nicht wirklich rocken. Und auch die drei Kölner Horrorpunks der Formation Hellgreaser mit den unheimlichen Künstlernamen Slaughter Lamb, Screaming Hairy und Demon Machine sind natürlich quicklebendig und nur in ihrer fiktiven Bandhistorie aus der Hölle wiedergekehrte Rock ’n’ Roller. Untote Wesen wie Zombies und Vampire sind eben ein fester Bestandteil des Horrorpunks, ebenso das Schlüpfen in dämonische Charaktere als zuweilen selbstironische Inszenierung der eigenen dunklen Seite.

„Der Horrorpunk bietet musikalisch die ganze Bandbreite des Punkrocks, von Metal-lastigen Sachen bis hin zu poppigen Sachen“, schildert Hellgreaser-Schlagzeuger Sören Wicking alias Demon Machine. „Das Genre selbst definiert sich daher weit mehr über die Horrorthemen, die besungen und auf Plattencovern dargestellt werden, sowie über die Gesichtsbemalungen der Musiker.“ Mit blass und blutig geschminkten Gesichtern treten auch Hellgreaser auf, ihre Version von Horrorpunk ist allerdings nicht metallen, auch nicht poppig.

Der gute alte Rock ’n’ Roll hat in den zwielichtigen Sphären des Trios ebenso Einzug gehalten wie gut geölter Punkrock der Marke Social Distortion und düsterer britischer Gothic Rock der 1980er Jahre.

Hymnisch, erdig und wunderbar knackig gehen Hellgreaser auf ihrem Debüt „The Humans Must Die“ zu Werke, es gibt reichlich Stoff zum Mitsingen, zum Fäuste in die Luft recken, kurz: zum Schwelgen in der Zwischenwelt. Gegründet wurde die Formation Anfang des Jahres 2011 von Sänger und Gitarrist The Slaughter Lamb.

Songs mit Melodie und Herz

„Alles, was ich damals hörte, war mir ab einem gewissen Punkt zu langweilig“, sagt der Frontmann, der mit bürgerlichem Namen Patric Kordel heißt. „Ich fasste den Entschluss, selbst Songs zu schreiben, meinen Horrorpunk selber zu machen.“ Zu seinen Einflüssen zählt Kordel unter anderem die im Jahr 1977 gegründete, als Urväter des Horrorpunks geltende US-amerikanische Formation Misfits sowie die ebenfalls aus den USA stammenden Horrorpunks Blitzkid.

„Mir ist es wichtig, dass die Songs Melodie haben, dass sie Herz haben“, sagt Kordel, der auch für die Texte zuständig ist. In denen besingt er unter anderem Romanzen zwischen Wiederkehrern und wirft zudem einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. „We stay together for the Fight against the fucking Control“ (Wir stehen zusammen im Kampf gegen die verdammte Kontrolle), heißt es in „Go Hellgreaser Go“.

„Wir versuchen, die Fans über die Musik dazu zu bringen zusammenzuhalten, sich zum Beispiel frühzeitig zu wehren gegen eine totale Überwachung durch den Mehreinsatz von Drohnen in der Luft“, sagt Patric Kordel – und fährt fort: „Das ist zwar kein typisches Horrorthema, aber was gibt es Schrecklicheres als die Realität?“

Bandinfo Hellgreaser

Die Band:

Patric Kordel alias The Slaughter Lamb (24), Gesang, E-Gitarre, macht eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und wohnt in Hilden.

Gjero Krsteski alias Screaming Hairy (33), Bass, Gesang, ist Programmierer und lebt in Rath-Heumar.

Sören Wicking alias Demon Machine (27), Schlagzeug, studiert Sonderpädagogik und hat seinen Wohnsitz in Lindenthal.

Aktuelle CD:

„The Humans must die“ (2012, 5 Track-EP) ist erhältlich über die Homepage der Band und als Download unter anderem bei Amazon.de und iTunes.

Kontakt:

www.hellgreaser.de

Band@hellgreaser.de

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