Klangprobe
Jede Woche wird eine Band von der Basis vorgestellt

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Klangprobe feat. Herr König: Disco, Punk und Sozialkritik

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Jens Mager (v. l.), David Merzenich, Martin Klüsener, Torsten Dunkel und Carsten Judick von Herr König lieben Witz und Gesellschaftskritik. Foto: Figge
Die Band Herr König spielt Songs, die gleichzeitig rotzig und tanzbar sind. Wiedererkennbar sind auch sozialkritischen und gleichzeitig witzigen Texte von Sänger „Billy“ sowie die schweißtreibende Live-Performance.  Von
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Köln

Punkige Gitarrenriffs, feiste Bassbeats und groovige Keyboardsounds – die Musik von Herr König ist rotzig und tanzbar zugleich. Disco-Punk nennen die Jungs ihren Stil. Dazu schmettert Frontman Torsten Dunkel seine witzigen, aber stets gesellschaftskritischen deutschen Texte ins Mikrofon. „Als Sänger sollte man etwas zu sagen haben.

Doch wollen wir nicht nur mit erhobenem Zeigefinger auftreten, deshalb bekommen unsere Aussagen eine lustige Verpackung“, sagt der 37-jährige, den alle nur Billy nennen. Vor gut acht Jahren hat er mit Bassist Martin Klüsener die Band gegründet. Heute wird das Quintett komplettiert von Drummer Carsten Judick, Gitarrist David Merzenich und Keyboarder Jens Mager. Ihren Namen haben sich die Jungs gegeben, weil sie die Verbindung von bürgerlicher Anrede und adeligem Titel witzig fanden In ihrem Element sind die fünf auf der Bühne. Dort zeigt die Band ihre schweißtreibende Live-Performance. In einheitlichen blauen Jogginganzügen wirbeln die Jungs über die Bretter.

Auch optisch etwas bieten

„Wir wollen auch optisch etwas bieten. Einfach nur hören können die Leute unsere Musik schließlich zu Hause als CD oder mp3“, findet Klüsener. Dafür rackern die fünf Hobbymusiker einmal die Woche im Proberaum. „Auch dort geben wir immer Vollgas, wir können gar nicht anders“, sagt Jens Mager. Der sprachliche Stoff für die Lieder kommt überwiegend aus der Feder von Dunkel und Klüsener. Das Duo schreibt die Texte, die gesamte Band entwickelt das musikalische Gerüst.

Die eigene Konsumgeilheit

Dabei setzen Herr König auf einfache Strukturen und spontane Eingebungen. „Wenn wir den Song innerhalb einer Probe rund kriegen, dann ist er auch fast immer gut. Arbeiten wir zu lange an den Sounds, wird es meist zu verkopft“, so Schlagzeuger Carsten Judick.

Auch die Inspiration für die Texte kommt meist spontan. So fielen Martin Klüsener die Zeilen zu „Das will ich auch“ auf der Autobahn ein. „Ich habe vor mir einen T5 VW-Bus fahren sehen und dachte sofort: so einen willst du auch haben. Da ist mir plötzlich klar geworden, wie konsumgeil ich bin “, erzählt der 33 Jahre alte Bassist. In dem fertiggestellten Stück spielt der Bus zwar keine Rolle mehr, dafür aber die Kritik am allgegenwärtigen Konsum:

„Wir wollen immer alle immer mehr Neues im Gepäck /

Wollen immer, immer alles, aber bitte direkt.

Ich will das, was du hast /

Das will ich auch /

Denn dann bin ich genauso gut drauf“,

heißt es darin.

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