Klangprobe
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Klangprobe: Schnell raus aus dem Proberaum

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Tobias Görtzen (v.l.), Dennis Sarp und Marcel Stoffels sind Die Versenker.     Foto: Jörn Neumann
Die drei jungen Musiker der Band Die Versenker scheuen für ihre Karriere weder Kosten noch Mühen - und haben mit diesem Konzept schon rund 70 Auftritte dieses Jahr absolviert.  Von
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Köln

Die Versenker machen keine halben Sachen, am falschen Ende sparen sie auch nicht: Anfang 2011 gegründet, nahm das Alternative-Rock-Trio bereits wenige Monate später sein erstes, professionell produziertes Album auf. Der Titel: „…, dass ich völlig austicke“. Die Kosten für Produktion und deutschlandweite Vermarktung: 50 000 Euro. Rund 20 000 Euro steuerte die gemeinnützige Projektgesellschaft Initiative Musik bei, den Rest bezahlten die drei studierten Musiker aus eigener Tasche.

„Das Konzept der Selbstvermarktung wollten wir von Anfang an konsequent durchziehen“, so Versenker-Frontmann Marcel Stoffels. „Es war schon im Vorfeld klar, dass wir mit unserem Album finanziell nicht auf Null kommen, aber es ist unsere erste Visitenkarte, auf der wir unser Musikerdasein nun aufbauen können.“

70 Auftritte in diesem Jahr

Und bisher ist diese Visitenkarte sehr gut angekommen: „Wir waren seit der Veröffentlichung in diversen Fernsehsendungen, werden vom Verstärkerhersteller Marshall gesponsert und haben uns selbst allein in diesem Jahr rund 70 Auftritte organisiert“, schildert Tobias Görtzen, Bassist und zugleich Manager der Formation. „All das wäre wohl schwieriger gewesen, wenn wir mit einem Album voller Proberaumaufnahmen auf uns hätten aufmerksam machen wollen.“

Musikproduzent Jon Caffery, der bereits mit Die Toten Hosen und Wir sind Helden zusammenarbeitete, saß bei den Aufnahmen zum Debüt an den Reglern. Herausgekommen sind 14 druckvolle Songs, die die musikalischen Einflüsse der drei Bandmitglieder vereinen: furiosen Hardcore Punk, wuchtigen Alternative Rock und knackigen Powerpop. Ihre zündende Mischung, in der nicht zuletzt die US-amerikanische Combo Foo Fighters ihre Spuren hinterlassen hat, servieren Die Versenker mit ungestümem Enthusiasmus, Stücke wie das hymnische „Danke“ und das nach vorne preschende „Nein“ kommen trotz ihrer Verbeugung vor der Musik der 1990er taufrisch daher. In Letzterem, einer bitteren Kritik an „religiös motivierter Kriegsführung jeder Art“, singt Stoffels: „Schwer bewaffnet schickt ihr sie davon. Sie riskieren ihr junges Leben und was haben sie davon?“

Über Leben und Liebesleid

Gesellschaftskritisches mischen Die Versenker auf ihrer Platte mit humorvollen, mit selbstironischen Texten über Leben und Liebesleid, die von den ganz eingefleischten unter ihren Fans zuweilen lautstark mitgesungen werden. Etwa auf einem Festival in Nochern an der Loreley: „Wir spielten dort als Headliner, rund 200 Leute standen vor der Bühne“, schildert Görtzen. „100 von ihnen konnten unser komplettes Album auswendig mitsingen. Es war einfach unglaublich.“

Steckbrief Die Versenker

Besetzung:

Marcel Stoffels (29), Gesang und Gitarre, wohnt in Schleiden.

Tobias Görtzen (26), Bass und Gesang, lebt in Köln.

Denis Sarp (29), Schlagzeug und Gesang. Der gebürtige Kölner hat seinen aktuellen Wohnsitz in Wermelskirchen.

Alle Bandmitglieder sind Berufsmusiker. Die Versenker haben ihren Proberaum im Casino Garden in Longerich.

Aktuelle CD: „…, dass ich völlig austicke“ (2011), erschienen auf dem Kölner Label Hey!blau, ist erhältlich über die Homepage der Band, bei Konzerten sowie in Internet-Shops und bei Pro Markt.

www.die-versenker.de

Tobias@die-versenker.de

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