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Planisphere: Lieder wie ein magisches Licht

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Ruhe und Sturm: Jens Niedenhoff (v. l.), André Loreng, Tilo von der Weppen und Robin Radeck zelebrieren als "Planisphere" ungestüm Songs. Foto: Max Grönert
Das Kölner Quartett Planisphere spielt dynamischen Instrumental-Rock - und das kommt an. Bei "Köln rockt 2012" erreichten sie mit ihrem energiegeladenen Sound zu Recht das Finale.  Von
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Köln

Sie sind Romantiker der alten Schule, die vier Musiker der Formation Planisphere. Mit Kaminfeuer-Heimeligkeit hat der dynamisch-druckvolle und treibend-atmosphärische Instrumental-Rock des Vierers indes nichts zu tun. Und als Hintergrundmusik für ein Candlelight-Dinner eignet er sich wohl auch kaum.

Dafür lassen sich die sechs ungestüm zelebrierten Songs der Debütplatte "Porphyrogen" in wild wuchernder, ungebändigter Natur bestens genießen - oder zur Blauen Stunde, wenn die Sonne gerade am Horizont versunken ist. "Diesen Zeitraum finde ich sehr inspirierend, dann hat das Licht etwas Magisches, etwas Mystisches", sagt Bandmitglied Robin Radeck. "In diesen Momenten Gitarre zu spielen ist sehr produktiv, dann entstehen auch die meisten meiner Ideen für Songs."

Die inspirierende Natur spiegelt sich besonders in "Ascona" wider, einem mit psychedelisch schimmernden Gitarrenlinien und Vogelgezwitscher sanft eingeleiteten Song, den die Band mit einem gemeinsam unternommenen Trip durch die Schweiz verbindet. "Old Sparky" indes ist ein berstendes Stück Indie-Rock voller knackig knarzender Gitarren und energiegeladener Rhythmik. "Dieses Lied ist unsere Abgehnummer, die wir oft spielen, wenn einer von uns einen schlechten Tag hatte", schildert Schlagzeuger Tilo von der Weppen. "Danach fühlen wir uns befreit."

Ruhe und Sturm liegen dicht beieinander in den von zerklüfteter Schönheit durchzogenen Stücken, die vom 1970er Progressive Rock ebenso beeinflusst sind wie von Post-Rock der Marke Mogwai und Sigur Rós. Die individuell gelieferten Song-Ideen werden von allen gemeinsam beim Jammen im Proberaum weiterentwickelt. Nach ihren musikalischen Einflüssen gefragt, nennen Planisphere unter anderem Led Zeppelin und Pink Floyd, die, so Gitarrist Jens Niedenhoff, "während der Findungsphase der Band ein großer Einfluss waren". Damals habe sich seine Art, Gitarre zu spielen, verändert: "Es ging mir mehr darum, Atmosphäre zu schaffen und mit Effekten zu experimentieren", sagt er. "Ich wage es zwar nicht, uns mit Größen wie Pink Floyd zu vergleichen, aber es wäre schön, wenn wir mit unserer Musik ähnliche Gefühle beim Zuhörer auslösen würden."

Beim Bandwettbewerb "Köln rockt", wo das Quartett von Publikum und Jury bis ins Halbfinale gewählt wurde, ist das Planisphere anscheinend gelungen. "Selbst die Zuschauer", so Loreng, "die uns nicht kannten, haben völlig selbstvergessen vor der Bühne getanzt und uns angefeuert. Die Leute hatten Spaß. Und darum geht es schließlich."

Die Band

André Loreng (27), Bass, studiert Deutsch, Englisch und Philosophie auf Magister und wohnt in der Südstadt.

Jens Niedenhoff (25), Gitarre, Synthesizer, studiert Sozialwissenschaften und lebt in Kalk.

Robin Radeck (23), Gitarre, ist Auszubildender beim Bundesanzeiger-Verlag und hat seinen Wohnsitz in Merheim.

Tilo von der Weppen (23), Schlagzeug, macht eine Ausbildung zum Cutter und wohnt in Brück.

Die aktuelle CD der 2008 gegründeten Band "Porphyrogen (2011)", erscheint im Eigenvertrieb, ist erhältlich über die Homepage.

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