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150. Geburtstag: Happy Birthday, Hauptbahnhof Köln!

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Kölner Hauptbahnhof
Am 5. Dezember feiert der Kölner Hauptbahnhof seinen 150. Jahrestag. (Bild: Max Grönert)
Innenstadt

Es war die einzige innerstädtische Grünfläche, die damals dem neuen Bahnhof weichen musste. Auf dem stadteigenen Gelände des Botanischen Gartens, den die Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert angelegt hatten, entstand 1859, vor genau 150 Jahren, der „Central-Personenbahnhof“ Köln. Im selben Jahr wurde die „Dombrücke“ (im Volksmund „Muusfall“, Mausefalle genannt) eingeweiht, die erste feste Rheinüberquerung seit der Antike überhaupt, angelegt von der Festung Deutz in gerader Achse zum Dom. Von Bahnhof und Brücke in ihrer ursprünglichen Form ist heute nichts mehr zu sehen - aber ihr Bau war der Startschuss für eine wechselvolle, letztlich erfolgreiche Entwicklung hin zum quirligen „Verkehrskreuz des Westens“, das der Hauptbahnhof heute darstellt. Mit mehr als 1200 Zügen und 250 000 Fahrgästen täglich, mit inzwischen elf Gleisen und mehr als 70 Geschäften. „Wir sind zu einem internationalen Bahnhof geworden und gehören zu den Top-5 in Deutschland“, sagt Bahnhofs-Manager Peter Kradepohl.

Bis 1859 hatte es in Köln vier Bahnhöfe konkurrierender Gesellschaften gegeben, die nicht miteinander verbunden waren: Die Station „Am Thürmchen“ am heutigen Theodor-Heuss-Ring, den Rheinischen Bahnhof an der Trankgasse, den Bahnhof Pantaleon und den Mindener Bahnhof in Deutz. Der neue Central-Bahnhof verband die Strecken, aber auch er hatte gerade mal ein Vierteljahrhundert Bestand. Anfang der 1880er Jahre, die Eisenbahnen waren durch Preußen verstaatlicht und die Kölner Stadtmauern gefallen, wollte und musste die rasch wachsende Stadt Bahnhof und Schienennetz erweitern. In der Standortfrage „gab es zwei Lager in der Stadtverwaltung“, sagt der ehemalige Stadtkonservator Ulrich Krings. Die einen wollten einen Neubau am Standort am Dom, die anderen plädierten für eine Verlegung in die Neustadt, dorthin, wo heute der Mediapark steht. „Letztlich plädierte der Rat mit einer Stimme Mehrheit für den Standort am Dom“, so Krings.

Aus einem Wettbewerb im Jahr 1881 / 82 ging der Entwurf des Aachener Architekten Georg Frentzen als Sieger hervor: mit einem 42 Meter hohen Turm samt „Fürstenzimmer“ als besonderem baulichen Akzent, vor allem aber mit der noch heute erhaltenen 255 Meter langen und 64 Meter breiten Bahnsteighalle, einer spektakulären Konstruktion aus Eisen und Glas und noch heute eine der größten ihrer Art in Europa. 1894 wurde der Neubau eingeweiht, mit einer Kombination aus Kopf- und Durchgangsgleisen und dem ersten schmucken Wartesaalgebäude mitten in der Halle. Dieses „Schlösschen“ musste 1909 weichen, als das Kölner Streckensystem und damit auch der Bahnhof erneut umgebaut wurden: Kopfgleise wurden zu Durchgangsgleisen, die Wartesäle entstanden ab 1909 neu - der heutige als Restaurant und Veranstaltungsraum genutzte „Alte Wartesaal“. Bereits 1911 hatte die Hohenzollernbrücke die alte Dombrücke ersetzt.

Die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg hinterließen zwar ihre Spuren am Bahnhof, die Schäden waren allerdings reparabel. Doch damals hatte man wenig Sympathie für die Architektur des späten 19. Jahrhunderts: Empfangshalle, Fürstenpavillon und Turm wurden dem Erdboden gleich gemacht, der neue moderne Vorbau mit der fortschrittlichen Glasfassade entstand nach einem 1951 ausgeschriebenen Wettbewerb bis 1957 und steht heute unter Denkmalschutz. „Die Stimmen, die sich damals für eine Verlegung des Bahnhofs an den Aachener Weiher aussprachen, konnten sich nicht durchsetzen“, sagt Krings. Mit dem Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Hohenzollernbrücke war bereits 1947 begonnen worden; damit war eine wesentliche Vorentscheidung für den Verbleib am Dom gefallen.

Doch auch in der jüngeren Vergangenheit verging kaum ein Jahr, in dem nicht am oder im Bahnhof repariert und modernisiert wurde: Bau der Domplatte (1972), Anbau der Gleise zehn und elf (1975), Erneuerung des Empfangsgebäudes (1974), Sanierung der Bahnsteighalle (1983-87), Erneuerung der Vordächer Richtung Rhein (1988), später der Einbau neuer Brandschutz- und Kundeninformations-Technik, die Eröffnung der Colonaden, die Einrichtung des Service-Points - und nicht zuletzt der Umbau des Bahnhofsvorplatzes mit der Freitreppe zum Weltjugendtag 2005. 2009 schließlich wurde die gläserne Front restauriert, rechtzeitig zum 150. Geburtstag am 5. Dezember.

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