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Alle wollten auf den Turm

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Im Hansasaal im Historischen Rathaus. Bild: Rako

Der Tag des Offenen Denkmals war ein Tag der geschlossenen Schirme. Das war gut so, luden doch diesmal neben Industriebauten, Schulen und Kirchen besonders die Parks und Grünanlagen der Stadt zu einem Rundgang ein.

Unter insgesamt 81 Veranstaltungen im Stadtgebiet geriet die Wahl so manchem zur Qual. „Rund 9500 Denkmäler gibt es in Köln“, stellte Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer bei der offiziellen Eröffnung im Rathaus fest. Deren Pflege und Erhalt seien ihr eine Herzensangelegenheit. Es bedürfe dazu aber nicht nur ungekürzter öffentlicher Fördermittel, sondern auch des Engagements von Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern.

Das Interesse der Bürger am kulturellen Erbe erwies sich als groß. Allein im Volkspark Raderthal schlossen sich etwa hundert Menschen den Führungen der Mitarbeiter vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz an. Sie erfuhren vieles über den fast vergessenen Park im Kölner Süden, der in den zwanziger Jahren von Gartendirektor Fritz Encke angelegt wurde und mit Brunnentempel und einem Reigenplatz ein Kleinod der Gartenkunst ist.

Deutlich wurde durch die kritisch begleiteten Führungen aber auch, dass es großer Anstrengungen zum Erhalt der Anlage bedarf. „Schön wäre es schon, es würden Hinweisschilder aufgestellt, die die ursprüngliche Nutzung des Volksparks erklärten“, wünschen sich Werner und Gerlinde Jansen nach einem Rundgang durch den Park. Ein gelungenes Beispiel für Denkmalschutz konnten Besucher der ehemaligen Volksschule in der Spichernstraße bewundern. Der dreiflügelige Backsteinbau im Stil niederländischer Renaissance wurde vom übrigens ersten Denkmalpfleger der Stadt Köln, dem Architekten Friedrich Carl Heimann 1899 erbaut.

Publikumsmagnet mit rund 7000 Besuchern war das Historische Rathaus, das im frisch sanierten Gewand die Kölner Bürger zu einem Tag der Offenen Tür eingeladen hatte. Die lauschten den Ausführungen von Stadtkonservator Ulrich Krings zum Hansasaal, dem historischen Kernstück des Rathauses, warfen einen Blick in den romantischen Löwenhof oder reihten sich in die lange Schlange derer ein, die den Ratsturm besteigen wollten. Die Kommentare zur Sanierung reichten von „sehr schön“ bis zu „zu nüchtern“. „Hässlich“ fanden die meisten den Blick in den „Weißen Saal“ mit seinen apfelsinenfarbigen Polstern. Aber mitnehmen wollten das Rathaus dann doch fast alle, wenn auch nur als Bild auf den Kölschgläsern, die zu Tausenden verschenkt wurden.

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