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Archivartikel zur Integration: Konzept für eine bunte Stadt

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Twisted Sisters
Die Tanzgruppe „Twisted Sisters“ zeigte im Rathaus, wie kulturelles Miteinander funktioniert. (Bild: Max Grönert)
Köln. 

Es sind die kleinen Dinge, die viel bewirken: Acht junge Mülheimerinnen tanzen durch die Piazzetta des Historischen Rathauses. Sie kennen sich vom Mitternachtssportangebot der Kölner Sportjugend im Stadtteil – ein spezielles, offenes Angebot für Mädchen, aus dem sich die Tanzgruppe „Twisted Sisters“ entwickelt hat, die zwischen den Reden des Oberbürgermeisters und des Vorsitzenden des Integrationsrates, Tayfun Keltek, das Programm gestalten kann. Aus einem sozialen Angebot im Veedel wird selbstbewusst vorgetragene, bunte Kultur einer zusammenhaltenden Jugendgruppe.

„Vielfalt als Bereicherung“, das war einer der Leitgedanken, die sich durch alle Reden zur feierlichen Präsentation des „Konzepts zur Stärkung der integrativen Stadtgesellschaft“ zog. Es geht nicht nur um die Integration von Zuwanderern und ihrer Kinder und Enkel, es geht um die Zukunft aller in der Stadt. „Die Zukunft soll gestaltet, der Zusammenhalt in der Bevölkerung gestärkt, die Unterschiede anerkannt und die Vielfalt genutzt werden“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Roters. Das Kölner Integrationskonzept sei „wegweisend“. „Das Werk ist uns gelungen.“

Öffnung der Institutionen gefordert

Auf fast 80 eng beschriebenen Seiten, die nun auch als Broschüre für interessierte Bürger vorliegen, beschreibt das Konzept Ziele von der Bildungspolitik bis hin zur Förderung von Sportangeboten. Es geht um berufliche Qualifikation und Hilfe für Flüchtlinge genauso wie die Weiterentwicklung des Kölner Kulturangebots und Aktivitäten zum Kampf gegen die immer noch erlebte Diskriminierung in Köln. Ein zentraler Gedanke ist die interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung und anderer staatlicher Institutionen. Migranten werden sich mit ihnen identifizieren, wenn sie die Vielfalt einer Gesellschaft widerspiegeln.

Das Konzept geht davon aus, dass Integration keine Einbahnstraße ist. Die Anerkennung gemeinsamer Regeln und Normen sei Voraussetzung. „Der Prozess setzt voraus, dass die Zuwanderer hier in Köln heimisch werden wollen“, so Roters. Gleichzeitig müsse klar sein, „dass die Stadtgesellschaft auch will, dass die Menschen hier heimisch werden“. Wenn diese Bereitschaft da ist, bedeute das auch, „dass sich durch den Integrationsprozess sowohl unsere Lebensverhältnisse als auch wir selber uns ein Stück weit verändern werden“.

Über das Integrationskonzept für Köln war jahrelang diskutiert worden. 2007 hatte der Prozess begonnen, an dem sich zahlreiche Bürger, Vereine und Initiativen beteiligten. Andere Städte waren viel weiter als Köln. Ziel war, Leitlinien und konkrete Maßnahmen zu beschreiben, die die Kommunalpolitik prägen sollten. Nach Vorlage des Konzepts gab es im Stadtrat auch Kritik, mancher Vorschlag im Maßnahmenpaket war umstritten, andere wollte man angesichts der Finanznöte nicht gleich beschließen. So blieb es erst einmal bei Handlungsempfehlungen. Die Federführung für den weiteren Entscheidungsprozess wurde dem Integrationsrat übertragen, im dem neben Ratsvertretern auch gewählte Vertreter der Kölner Migranten sitzen. „Die Stunde der Wahrheit“ komme erst noch, sagte Kölns Sozialdezernentin Henriette Reker, die nun Euro-Beträge hinter konkrete Maßnahmen schreiben muss. „Es darf nicht bei bedrucktem Papier bleiben.“

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