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Archiveinsturz: Beschädigtes Fugenblech als Indiz

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U-Bahn-Pfusch
Diese Grafik verdeutlicht die Vermutungen: Die Gutachter der Staatsanwaltschaft vermuten in einer Tiefe von etwa 30 Metern ein Leck. Die Lücke könnte dadurch entstanden sein, dass ein 3,40 Meter breiter Greifer zum Aushub der Lamelle 11 in einer Tiefe von 30 Metern durch ein Hindernis beschädigt und für den Fortgang der Arbeiten gegen einen lediglich 2,80 Meter breiten Greifer ausgetauscht wurde. (Bild: Ksta-Grafik, Quelle: dpa)
Köln

Bericht vom 29.6.2010

Ein verbogenes, beschädigtes Fugenblech an der Lamelle 10 in der Unglücks-Baustelle am Waidmarkt: Das ist für Ulrich Sieler, Sachverständiger beim Tüv Rheinland, ein weiteres Indiz für die These, dass die Herstellung der benachbarten Lamelle 11 „nicht regelgerecht vorgenommen“ worden ist. Sieler trug am Montagabend im Hauptausschuss neue Erkenntnisse zur möglichen Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs im März vorigen Jahres vor.

Es geht um die Lamelle 11, einen Abschnitt der Außenwand an der U-Bahn-Baustelle Waidmarkt, in dem die Gutachter der Staatsanwaltschaft schon seit längerem ein Loch vermuten, durch das über längere Zeit Grundwasser eindrang - ein möglicher Grund für das Unglück. Rund 22 Meter unterhalb des Straßenniveaus wurde laut Sieler nun an der Lamelle 10 das beschädigte Fugenblech freigelegt. Nach seiner Einschätzung wurde dieses Blech zerstört, als im Jahr 2005 ein Greifer zwischen den bereits fertigen Lamellen 10 und 12 den Schlitz für die Lamelle 11 graben wollte. Es ist seit längerem bekannt, dass dieser 3,40 Meter breite Greifer dabei mehrfach auf Hindernisse stieß, beschädigt und ausgewechselt und schließlich durch einen kleineres, 2,80 Meter breites Gerät ersetzt wurde.

Sielers Untersuchungen haben zudem ergeben, dass der Schlitz, der an der Oberfläche 3,45 Meter breit war, sich in der Tiefe um mehrere Zentimeter verengte. Ein weiterer Hinweis, dass die Lamelle 11 nicht ordnungsgemäß gebaut wurde, ist laut Sieler die Tatsache, dass die von außen sichtbaren Löcher in den Lamellen, in denen Sicherungsanker befestigt werden sollten, in Lamelle 11 einige Zentimeter höher liegen als in den anderen Lamellen. Sieler geht zudem davon aus, dass in dem Abschnitt, in dem der schmalere Greifer im Einsatz war, rund 60 Zentimeter Beton fehlen.

Klarheit soll ein so genanntes Besichtigungsbauwerk bringen, das außerhalb der Grube zur verschütteten Unglücksstelle in etwa 30 Metern Tiefe gegraben werden soll.

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