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DB Regio: Werkstätten auf dem Bahndamm

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Zufahrtsrampe zum Bahndamm
Die Zufahrtsrampe zum Bahndamm, auf dem die Werkstätten entstehen sollen, wird ausgebaut. Zurzeit ist sie noch eine Schotterpiste. (Bild: bes)
Nippes

Die Planungen der Deutschen Bahn für die Nutzung des Bahndamms zwischen Bilderstöckchen sowie Mauenheim und Weidenpesch gehen in eine neue Runde. Der Bauträger, die Bahn-Tochter DB Regio NRW GmbH, möchte auf dem Schienen-Erdwall eine Werkstatt- und Behandlungsanlage für Züge bauen, die auf den S-Bahn-Linien 11, 12 und 13 eingesetzt werden. Sie soll etwa in Höhe der Kleingärten im nördlichen Teil der Etzelstraße entstehen. Nun bekamen die Mitglieder der Bezirksvertretung Nippes und des Stadtentwicklungsausschusses die Antragsunterlagen vorgelegt, sie erhielten auch eine Gelegenheit zur Stellungnahme. Nach Sammlung der Argumente soll der Stadtentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am 19. Mai abschließend entscheiden.

Im Einzelnen entstehen sollen laut der Bahn-Pläne eine Werkstatt, eine Außenreinigungsanlage sowie eine Innenreinigungs- und eine spezielle Graffiti-Entfernungsanlage. Bisher gebe es am Standort Nippes weder eine Möglichkeit zur Instandhaltung noch zur Säuberung der Züge, heißt es im Antrag. Deshalb müssten die 63 auf dieser Strecke eingesetzten S-Bahnen derzeit in anderen Werkstätten, unter anderem in Deutz und Düsseldorf, gewartet werden. Durch die Fahrten dorthin gehe viel Zeit verloren.

Die Gebäude sollen durch einen fünf Meter hohen und etwa 500 Meter langen Wall aus Bodenaushub-Erde nach Osten hin abgeschirmt werden. Von der Longericher Straße in Bilderstöckchen - aus dem Gewerbegebiet abgehend, ein ganzes Stück nördlich der Wohnsiedlung - entstünde eine 150 Meter lange Zufahrtsstraße zur Werkstatt auf dem Bahndamm. Die Auffahrtsrampe existiert bereits, derzeit ist es aber eine Schotterpiste. Das künftige Werkstattgelände ist momentan verwildert, Birken wachsen zwischen den Gleisen.

Das auf rund 17,8 Millionen Euro Kosten geschätzte Vorhaben soll bis Dezember kommenden Jahres abgeschlossen sein. Laut der Antragsunterlagen sei vor allem der Schallschutz für die Anwohner gewährleistet: Weil die zusätzlichen Fahrten der S-Bahnen künftig entfielen und die Anlage weit genug abseits liege, werde sich die Lärmbelastung insgesamt nicht erhöhen, heißt es.

Das Bauvorhaben ist schon seit Jahren ein brisantes Thema: Nach Plänen aus dem Jahr 2008 sollte die Werkstattanlage auf dem Gleisfeld ursprünglich viel weiter südlich gebaut werden, in Höhe der Nibelungensiedlung. Doch dagegen regte sich heftiger Protest bei den Anwohnern, die durch den Zugverkehr ohnehin schon lärmgeplagt sind - auch wenn seit Ende vergangenen Jahres eine Schallschutzwand die Etzelstraße von den Gleisen abschirmt und einen Teil des Krachs abhält. Die Bezirksvertretung Nippes hatte sich deswegen 2009 dafür ausgesprochen, die Anlage an der Hugo-Junkers-Straße auf Longericher Gebiet zu bauen. Doch die Bahn hat diese Fläche inzwischen an das Recycling-Unternehmen RWR verkauft, das sich dort erweitern will. Die jetzigen Pläne stellen also einen Kompromiss dar.

Dementsprechend zeigten sich die Bezirksvertreter in der Sitzung einerseits erleichtert: "Zum Glück sind die Anlagen nach Norden verlegt worden", merkte etwa Winfried Steinbach (SPD) an. Unter den Mandatsträgern herrschte jedoch Unklarheit, wie das Verfahren nun weitergeht. "Wie sollen wir in Zukunft überhaupt angehört werden?" fragte Grünen-Fraktionschef Herbert Clasen. "Der Bau hat doch immer noch erhebliche Konsequenzen für die Anwohner." Auch Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD) bemängelte die späte Beteiligung des Stadtteilparlaments an den Planungen. "Das formale Verfahren ist vermurkst", stellte er fest. In den nächsten Wochen wollen die Bezirksvertreter daher vor allem einen detaillierteren Lageplan organisieren, um über das Vorhaben befinden zu können - die beim Antrag beiliegende Version war nicht besonders aufschlussreich.

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