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Ein neues Musical für Köln

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Bild: EPO
Aufwändige Kostüme, spektakuläre Choreographie. Das Musical „Der Herr der Ringe“ soll von London nach Köln kommen.

In die Diskussion um die Zukunft des Musical-Standorts Köln kommt Bewegung. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ soll die Produktion „Der Herr der Ringe“, die seit Juni 2007 im Royal Theatre im Londoner West End läuft, von Herbst 2009 an nach Köln kommen. Über eine entsprechende Anfrage hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Börschel am Montag Stadtdirektor Guido Kahlen und Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans informiert. Beide wollen kurzfristig mehrere Standorte für die Produktion der „Kevin Wallace Limited“ (KWL) prüfen.

Man sei mit der Stadt in erfolgversprechenden Gesprächen, sagte Daniel Daum, der im Auftrag der Produzenten Kevin Wallace und Saul Zaentz derzeit den deutschen Markt sondiert. Köln sei als eingeführter Musical-Spielort mit einem großen Einzugsgebiet erste Option. Geplant sei, ein aufwendiges mobiles Theater zu errichten. Die Produktion sei so angelegt, dass sie nach einer Laufzeit von mindestens drei Jahren quer durch Europa reisen kann. Für die Standortfrage seien vor allem eine gute Verkehrsanbindung und ausreichende Hotel-Kapazitäten wichtig. Beides sei in Köln gegeben.

Daum: „Für uns ist das Rechtsrheinische durchaus attraktiv.“ Dort kommen das Gelände zwischen dem Polizeipräsidium und dem geplanten Wissenschaftsmuseum Odysseum in Kalk oder das Areal „Messe City West“ - das ehemalige Barmer Viertel an der Köln-Messe - in Frage. Dort plant die Stadt auf Dauer ein festes Musical-Theater. Sollte es vor 2012 zu keinem Neubau kommen, sei das der ideale Standort, sagte Daum.

Die Ankündigung, dass der „Herr der Ringe“ nach Köln kommen will, dürfte der Debatte um eine Verlängerung für den Musical Dome neue Nahrung geben. Das Erfolgsmusical „We will rock you“ endet im Sommer. Zelt-Betreiber Thomas Krauth möchte anschließend mit einer Zwischenproduktion nach Köln kommen, die mindestens drei Jahre laufen soll. Dem steht die Umgestaltung des Breslauer Platzes nach dem Ende des U-Bahn-Baus entgegen. Sie soll im Januar 2010 beginnen. Nach einem Ratsbeschluss von SPD, Grünen und Linkspartei muss der Musical Dome daher bis Ende Juli 2009 geräumt sein. Oberbürgermeister Fritz Schramma hat das Baudezernat bereits aufgefordert, dem Musical-Betreiber mitzuteilen, dass keine Verlängerung möglich ist.

„Niemand will das Musical vom Breslauer Platz vorzeitig vertreiben“, sagte Börschel. „Wir müssen noch im Laufe des Januar wissen, was die Verwaltung auf dem Breslauer Platz genau plant.“ Eine zeitlich abgestufte Entwicklung, wie sie von der CDU vorgeschlagen werde, halte er nicht für machbar. SPD und Grüne seien sich einig, dass man alles versuchen müsse, bei der Neuplanung des Platzes „einen großen Wurf hinzulegen“. Dazu sei erforderlich, mit den Eigentümern des Kommerz-Hotels, das zwischen Busbahnhof und Musical Dome steht, noch einmal über einen Erwerb zu sprechen. „Wenn das zu akzeptablen Konditionen möglich ist, sollte die Stadt das Hotel kaufen und abbrechen.“ Den Grünen wäre es am liebsten, wenn am Ende das Kommerz-Hotel nicht „wie ein hohler Zahn“ stehen bleibe, so Fraktionschefin Barbara Moritz.

Für die SPD ist eine Verlängerung des Spielbetriebs im Musical Dome durchaus denkbar, falls sich das Bauvorhaben Breslauer Platz einschließlich des neuen Busbahnhofs verzögere. „Das geht aber nur, wenn sich der Betreiber bereiterklärt, ernsthaft über eine Investition für eine feste Spielstätte in Deutz zu verhandeln. Am Breslauer Platz wird es sie definitiv nicht geben“, sagte Börschel. Grundsätzlich gelte, „dass wir in Köln natürlich lieber zwei Musicals haben als gar keins“.

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