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Filmvorführung: „Schreibt Gedichte”

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Brothers Keepers
Die Sängerin Mariama Jalloh stimmte auf den Film ein. (Bild: Beißwänger)
Deutz

„Da ich wegen meiner dunklen Hautfarbe sowieso immer aufgefallen bin, habe ich mich in der Schule noch extra auffällig gekleidet - mit bunten und ausgefallenen Klamotten“, erzählte Sängerin Mariama Jalloh von den Brothers Keepers. Dann griff sie zur Gitarre und stimmte das Publikum mit ihren nachdenklichen Liedern auf die Veranstaltung ein. Den Film „Yes I Am“ hatten die Organisationen ausgesucht, um über Diskriminierung aufzuklären und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen: Regisseur Sven Halfar hatte drei Mitglieder des Musikerkollektivs über einen längeren Zeitraum begleitet und ließ ihnen viel Freiraum, von sich selbst zu erzählen.

Mehrere Klassen aus sechs Schulen kamen in die Aula des Nicolaus-August-Otto-Berufskollegs, um den Film anzusehen. „Weiße Menschen sagen oft, dass es doch egal ist, welche Hautfarbe man hat. Dabei können sie es nicht wirklich nachvollziehen, wie es ist, dunkelhäutig zu sein und nur deswegen angefeindet zu werden“, sagt im Film der Rapper D-Flame, dessen Vater ein schwarzer amerikanischer GI war. Die Reggae-Musikerin Mamadee Wappler ist behütet in einem Dorf in der Nähe Zwickaus aufgewachsen. Ihr Vater aus Sierra Leone musste die DDR verlassen, nachdem seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert wurde. Erst nach der Wiedervereinigung habe sie Benachteiligung aufgrund ihrer Hautfarbe erlebt, berichtet die heute 28-Jährige im Film: in einer Disco wurde sie bespuckt, getreten und mit einem Gewehr verletzt. Doch sehen sich die Protagonisten nicht in der Opfer-Rolle, sondern münzen ihre schlechten Erfahrungen konstruktiv in musikalische und aufklärerische Arbeit um.

Mamadee Wappler, Mariama Jalloh, General Snipe und Angela Kamara sprachen im Berufskolleg mit Schülern und Lehrern. „Ich kann euch gut verstehen. In Deutschland werde ich als Ausländerin betrachtet, während ich in der Türkei »die Deutsche« bin“, berichtete eine türkisch-stämmige Schülerin. „Was kann denn der Einzelne konkret tun, der diskriminiert wird?“, wollte eine Lehrerin wissen. „Mir hat es geholfen, mit Freunden und meiner Familie zu sprechen, um die negativen Erfahrungen zu verarbeiten“, erzählte Angela Kamara. „Auch die Kunst kann nützlich sein“, sagte Mamadee Wappler: „Macht Musik, schreibt Gedichte oder malt Bilder - egal was, Hauptsache, ihr drückt euch persönlich aus“, rief sie die Schüler auf. „Ich halte eine gute Bildung für wichtig, um Rassismus vorzubeugen“, sagte General Snipe. „Man ist weniger manipulierbar, wenn man etwas auf dem Kasten hat.“ Das Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg, die Caritas Köln, die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwanderfamilien (RAA) und der Verein Brothers Keepers hatten Schulen zu der Veranstaltung geladen, die bereits zum dritten Mal in Köln stattfand.

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