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Finale 2011: Hip-Hop springt an die Spitze

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Maat & Marek
Die Band Maat & Marek gewinnt Köln rockt. (Bild: Jörn Neumann)
Köln

Musik verleiht ja bekanntlich Flügel. Und „Köln rockt“ kann das auch. Noch zu Anfang des Jahres waren die Hip-Hopper Maat & Marek ein zwar begabtes Duo, aber nicht in der Lage, ihre Texte, Rhythmen und Melodien auf den Bühnen der Welt zu präsentieren. Dann beschafften sie sich eine Band, bewarben sich bei „Köln rockt“, arbeiteten hart, setzten sich gegen 270 Konkurrenten durch.

Und jetzt gewannen sie sogar den großen Wettbewerb von „Kölner Stadt-Anzeiger“, Sion Kölsch und Musik Store mit den Sponsoren EMI und Toyota, mit dem schließlich Talente gefördert werden sollen.

Rund 1000 Freunde fetter Beats und rasanter Gitarren-Riffs waren zum Finale von „Köln rockt“ auf das Veranstaltungsschiff MS Rheinenergie der Köln-Düsseldorfer gekommen, um ihre Favoriten zu unterstützen. Fünf Stunden lang sangen, tanzten und schwitzten sie vor der Bühne. Und Maat & Marek, mittlerweile zum Sextett angewachsen, lieferten den perfekten Soundtrack für den Abend. „Was bringt’s, wenn man sein Leben lang nur zusieht/Du musst aus dir raus“, verkündete Rapper Maat im Song „Denksport“, während er ausgelassen über die Bühne sprang.

Der Sprung ins kalte Wasser hatte sich gelohnt: Die junge Hip-Hop-Band um Eric Eggert alias Maat und Markus Kauert (Marek) überzeugte Publikum und Jury gleichermaßen mit einer selten gehörten Mischung. Entspannte Beats und stürmische Trompetenklänge, sphärische Post-Rock Elemente und sanfte Jazz-Texturen lässt die Kölner Combo zu Hip-Hop mit Herz und Hirn verschmelzen. „Maat & Marek waren die rundeste Band – hier hat alles gestimmt“, befand der Kölner Musiker und Juror Stefan Knittler. „Sie haben sich mit ihrem Sprechgesang etwas getraut.“

Hauptpreis ist die Zusammenarbeit mit den Party Slayerz. Hinter diesem Projekt stehen DJ Lethal von den US-Rock-Superstars Limp Bizkit und der Elektronik-Musiker Franko Carino. Zu den weiteren Preisen für die Sieger gehört ein 1500-Euro-Gutschein vom Music Store.

Den zweiten Platz belegten die Soul-Rocker Roomers aus Düsseldorf. Die servierten mit „Lose Control“ etwa einen düsteren Groover, der in die Tiefen der Nacht entführte, mit „Hey“ eine rollende Latin-Nummer voller verspielter Popästhetik. Abwechslung wird bei den Roomers groß geschrieben. Groß, das ist auch der Sound der drittplatzierten Band des Abends: Late On The Second. Kraftvoller Rock, der sich zuweilen zu haushohen Hymnen auftürmt, vorangepeitscht von furiosen Akkorden auf der Gitarre. „Was Gitarrist Lutz Schröder für Töne aus seinem Instrument bekommen hat, war einfach unfassbar“, zeigte sich Bassist und Juror Hanz Thodam begeistert.

Mit seiner Kölsch-Rock-Formation Hanak gab Thodam während der Stimmenauszählung ein kleines Konzert. Dabei wurde die „Köln rockt“-Hymne, die Hanak dem Wettbewerb geschenkt haben, live präsentiert. Die Vorjahressieger Cat Ballou hatten mit sonnigem Ska-Pop das Finale eröffnet.

Schön, dass es heute noch Formationen wie Kabana gibt, die auf Platz vier landeten. Die Kölner zelebrierten Indie-Rock der alten Schule. Aus wunderbar knödeligen Gitarren und mal schleppenden, mal vom Sixties Beat durchtränkten Rhythmen basteln Kabana glitzernde Rock-Kleinode.

Die bunte Klang-Mischung – charmant-impulsiv präsentiert von den Moderatoren Flo Peil (Musiker in den Bands Peilomat und Kasalla) und Sebastian Messerschmidt (Radiomacher) – lockte Fans aus ganz unterschiedlichen Generationen zum Finale. Die 21 Jahre alte Theresa schätzt an „Köln rockt“, „dass hier keine Retorten-Musiker wie bei »Deutschland-sucht-den-Superstar« hingestellt werden, sondern richtige, gewachsene Bands spielen“. Hubert Schwäbig, 54 Jahre, aus Brühl, war an Bord der MS Rhein-Energie gegangen, die fest vertäut am Rheinufer vor der Altstadt lag, „um mal zu hören, was der Nachwuchs zu bieten hat“. Ansonsten hört er gute alte Rock-Recken wie Deep Purple.

Ob es die Finalisten des Wettbewerbs auch mal soweit bringen? Darauf darf man ebenso gespannt sein wie auf die nächste Staffel von „Köln rockt“.

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