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Fotografie: Ein Paar und sein Projekt

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Paare, überall: Nadine Preiß und Damian Zimmermann in ihrer Wohnung in Neu-Ehrenfeld.(Bild: Franz Schwarz)
Köln

Der Mann und die Frau auf dem Bild halten sich eng umschlungen. Sie sehen glücklich aus. "Zwei Monate später hat er sie betrogen. Dann war Schluss", sagt der Journalist Damian Zimmermann (35). Mit seiner gleichaltrigen Freundin Nadine Preiß hat er ein Fotoprojekt namens "Paare - Menschenbilder aus der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts" initiiert. Ausstellungen dazu gab es bereits, ein Bildband soll entstehen.

"Wir zeigen Paare so, wie sie sich in der Öffentlichkeit präsentieren wollen", erklärt Preiß, die Fotodesignerin ist. 98 Paare habe sie bislang in Ganzkörperporträts vor einer weißen Leinwand abgelichtet. Gefunden haben sie sie über Annoncen, sind durch ganz Deutschland gefahren und haben sie auf der Straße spontan angesprochen. Aber auch Freunde und Verwandte sind darunter. Konkrete Anweisungen, wie sie sich kleiden oder aufstellen sollen, haben sie ihnen nicht gegeben. "Manche haben eine Standardpose, andere diskutieren erst mal minutenlang herum", sagt Zimmermann. "Sehr beliebt ist, wenn sich der Mann hinter seiner Partnerin aufstellt", ergänzt Preiß. "Sie machen mit, weil sie sich mit ihren Posen als Paar für die Ewigkeit festhalten lassen wollen", sagt Preiß.

Vorbild aus dem Jahr 1972

Vorbild für das Projekt war die Fotoreihe der Landshuterin Beate Rose aus dem Jahr 1972. Sie porträtierte damals 76 Paare. "Den Bildband dazu habe ich im Keller entdeckt und fand es gleich sehr interessant. Daraus ist die Idee entstanden, das Projekt zu wiederholen", erklärt Zimmermann.

Beide betrachten das Projekt als Sozialstudie. Auffällig sei, dass es früher aufgrund gesellschaftlicher Zwänge ein großer Schritt war, bis sich zwei Partner berührten. Oft standen die Paare daher mit einem gewissen Abstand nebeneinander. Heute nehmen viele an, man müsse sich unbedingt berühren. "Sie denken, es vermittele Nähe und Intimität", weiß Preiß. "Dem ist aber nicht so. Die Körperhaltung auf dem Bild sagt nichts über den Zustand der Beziehung aus."

Um die Betrachter nicht zu beeinflussen, sind bei den Fotos nur die Berufe und das Alter der Paare angegeben. Heutzutage hätten viele zwei bis drei Berufe. Oft wüssten die Teilnehmer auch keine genauen Bezeichnungen für ihre Jobs. "Wer als Frau keinen Job hat, ist Mutter. Hausfrau zu sein, gilt als verpönt", sagt Preiß. "Heute sind die Menschen auch jugendlicher gekleidet".

Die Initiatorin aus den Siebzigern, Beate Rose, Malerin und Galeristin, hat die Bilder schon gesehen. "Cool, das funktioniert ja immer noch", habe die 64-Jährige das Fotografen-Paar wissen lassen. Überrascht hat Zimmermann und Preiß die Anfrage mancher Interessierter, sich mit ihrem Hund ablichten zu lassen. "Sie betrachten ihn als Ersatzpartner. Wir verstehen aber unter Paaren nur Partnerschaften zwischen Menschen", stellt Nadine Preiß klar. Im April wird das Projekt mit Aufnahmen in Berlin, Frankfurt am Main und in der Uckermark fortgesetzt. Für diese Aktionen suchen Zimmermann und Preiß noch Sponsoren. Ein Paar lässt sich übrigens bei jedem einzelnen Shooting der Menschenbilder ablichten: Zimmermann und Preiß selbst."

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