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Kita-Plätze: Eltern auf den Barrikaden

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Rodenkirchen

Die Stadt hat für Kindergartenkinder unter drei Jahren stadtweit mehr als 1100 neue Plätze geschaffen für das Jahr 2011/12. Trotzdem sei die Lage vor allem im Kölner Süden „dramatisch“, meint Astrid Dümler. Und die Lage scheint sich zuzuspitzen, nachdem aktuell der Haushaltsentwurf des Landes gescheitert und dadurch möglicherweise der weitere Ausbau der Kindergärten bedroht ist. Es herrsche allgemein „Chaos“ in den Kitas und eine „Riesenverzweiflung“ auch bei Erzieherinnen und Kita-Leitungen, so Astrid Dümler.

Viele Eltern resignierten und nähmen diesen Missstand bei der Kinderbetreuung hin. Ihr aber sei der Kragen geplatzt – und nicht nur ihr. 20 engagierte Eltern gründeten aus der Not heraus die Interessengemeinschaft „Kindergartenplätze für Rodenkirchen“. Die IG will nun mit Aktionen auf die Mangelsituation im Kölner Süden hinweisen und für mehr Plätze kämpfen. „Wir sind die Keimzelle einer neuen Elternbewegung“, sagt Astrid Dümler. Claudia Schilling, Sandra Geib, Tanja Lingohr und Alexandra von Wengersky gehören dazu. Für den 27. März (15 Uhr) hat die Kindergarten-IG eine Demonstration vor dem Historischen Rathaus organisiert. Familien mit Kindern, Tagespflegepersonen, Vertreter aus Betrieben, Kirchen und Politik hätten sich schon zur Kundgebung angemeldet, heißt es. Sie fordern einen schnelleren Ausbau von Kitas, eine einfachere Bürokratie und eine städtische Koordinierungsstelle für die Platzvergabe. Außerdem wollen die Demonstranten weitere Unterschriftenlisten verteilen, die seit einiger Zeit in Kindergärten, Turn- und Spielgruppen ausliegen. In einer einzigen Woche wurden 500 Unterschriften gesammelt.

500 Kinder ohne Kita-Platz

Einen Platz am Wunschkindergarten gibt es längst nicht für alle, weder an städtischen noch an konfessionellen Einrichtungen, weder für die ganz jungen Kinder unter drei Jahren noch für die Über-Dreijährigen. Die Schaffung von U3-Plätzen sei zum Teil auf Kosten der Ü3-Plätze erfolgt, kritisiert Claudia Schilling. Nicht einmal Geschwisterkinder könnten in derselben Einrichtung unterkommen. Sie berichtet von zwölf Ablehnungen von Geschwistern in der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und St. Remigius für 2012.

Knapp 90 Prozent der unter Dreijährigen, das sind mehr als 500 Kinder, sind in den Stadtteilen Rodenkirchen, Weiß und Hahnwald bislang laut städtischer Statistik nicht versorgt. In Hahnwald sei die Betreuungssituation besonders katastrophal, dort werde nicht ein einziger Platz angeboten, bemängelt Alexandra von Wengersky. Schon 2010 lebten hier immerhin 130 Kinder im Alter bis sechs Jahre, Tendenz steigend. Alexandra von Wengersky ist Mutter von drei Kindern und Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rodenkirchen, Weiß, Hahnwald. Sie hatte im vergangenen Herbst erstmals eine Demo im Sürther Feld für mehr Kita-Plätze organisiert.

Erste Erfolge

Es gibt bereits erste Erfolge für die IG. Nicht zuletzt wegen des Protests im Sürther Feld will die Stadt voraussichtlich noch in diesem Jahr eine mobile Kita für 70 Kinder aufstellen. Und es sind zehn zusätzliche Plätze für Dreijährige in der Katholischen Kirchengemeinde St. Joseph und St. Remigius ab August entstanden. Die IG hatte sich mit einem Brief an das Generalvikariat gewandt und auf die Misere hingewiesen.

Das alles sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, finden die Eltern. Denn der Süden sei schließlich starkes Zuzugsgebiet. Und Köln solle nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung im Jahr 2030 die jüngste Bevölkerung von allen Städten in Nordrhein-Westfalen haben. Am 25. März, 20 Uhr, treffen sich Interessierte im „Kölnisch Wasser“, Hauptstraße 118, Rodenkirchen, um Details zur Demo am 27. März zu besprechen. duemlera@googlemail.com

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