Die Sparkasse Köln-Bonn erhebt bundesweit die höchsten Zinsen für Dispositionskredite. Wie die "Kölnische Rundschau" mit Berufung auf die Zeitschrift "Finanztest" berichtet, liegt der Zinssatz des Geldinstituts für Sollsalden innerhalb des Dispo-Rahmens derzeit bei 14,5 Prozent, für geduldete Überziehungen über den Dispo-Höchstsatz hinaus werden gar 19,75 Prozent fällig.
EZB-Leitzinssenkung wurde "ignoriert"
Der Bundesdurchschnitt für Überziehungskredite innerhalb des Dispo-Rahmens liegt dem Bericht zufolge derzeit bei 12,54 Prozent, für eine Überschreitung des Dispo-Rahmens 17,24 Prozent. Gravierend sei zudem: Obwohl die Europäische Zentralbank die Leitzinsen seit November um über zwei Prozentpunkte gesenkt hat, sind die Tarife der Sparkasse Köln-Bonn konstant geblieben. Viele andere Banken hätten hingegen ihre Zinssätze auch für Dispokredite nach unten angepasst.
Der Chefredakteur von "Finanztest", Hermann-Josef Tenhagen, hat die Geschäftspolitik der Banken hart kritisiert: "Da wird hemmungslos abkassiert", so Tenhagen. Die Leidtragenden der hohen Zinssätze seien vor allem finanzschwache Kleinkunden. Der Bankenexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, Frank-Christian Pauli, rät vor diesem Hintergrund Bankkunden, die von überhöhten Zinssätzen betroffen sind, den Verbraucherzentralen Meldung zu erstatten. (ksta)



