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Kulturpfade Köln: Die Schäl Sick im Wandel der Zeit

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Kulturpfade Köln Deutz 2012 02
Über die archäologische Zone am Rheinufer wurde bei der Buch-Vorstellung in der Deutzer Sparkassenfiliale diskutiert. (Bild: Bause)
Deutz

Von wegen „Luur ens vun Düx noh Kölle“, wie einst Ludwig Sebus gesungen hat. „Luur ens noh Düx, luur ens op de schäl Sick“ ist das Motto des fünften Bandes der Reihe „Kulturpfade Köln“, die in Kooperation von städtischem Amt für Denkmalschutz, Sparkasse Köln-Bonn und dem Bachem-Verlag herausgegeben wird. Anschaulich und unterhaltsam beschreibt Autor und Kunsthistoriker Markus Eckstein (47) zwei Spaziergänge und eine Radtour durch Deutz, Kalk und Humboldt-Gremberg. „Kölns rechte Rheinseite erlebt seit Jahren einen radikalen Wandel. Der Wegfall traditioneller Industrien führte zur Umgestaltung ganzer Stadtteile. Und dennoch beweist Deutz, dass es fast so alt ist wie der Kölner Stadtkern“, sagte Detlef Reich, der Cheflektor des Bachem-Verlages bei der Vorstellung des Buches in der Sparkassen-Zweigstelle am Gotenring.

Er selbst habe in dem Buch so manches wiedergefunden und anderes neu entdeckt, schließlich habe er 15 Jahre in Deutz gelebt – „zwischen Lommi und Düxer Bock“. Ähnlich äußerte sich Sparkassen-Filialleiter Wolfgang Hogrebe: „Ich habe zunächst 25 Jahre in Deutz gewohnt und dann weitere 25 Jahre hier gearbeitet. Ich dachte, ich kenne alles und bin dennoch überrascht worden.“

Kulturpfade Köln Deutz 2012 03
Die archäologische Zone am Rheinufer. (Bild: Bause)

„Rücke vor auf Los“ zwischen Kalk und Humboldt-Gremberg

Das liege, so Autor Eckstein, auch daran, dass „Deutz in der Dichte seiner historischen Zeugnisse durchaus mit der Innenstadt vergleichbar“ sei. Die Besonderheiten zwischen Römerkastell und Tanzbrunnen seien für ihn der Bereich um die Kirche St. Heribert sowie die archäologischen Grabungen am Rheinufer. In Kalk habe ihn schon als Kind die Pietà, die Madonnen-Figur in der Kalker Kapelle, fasziniert. „Das ist die einzige Mutter-Gottes, die lächelt und nicht trauert.“ Die Tour durch Kalk und Humboldt-Gremberg hat Eckstein mit „Rücke vor auf Los“ überschrieben. Diese Order ist eigentlich vom Monopoly-Spiel bekannt, die dem Spieler einen Geldsegen beschert. Eckstein: „Für mich steht dieses Motto auch für den Neuanfang bei Null. Beide Stadtteile mussten nach dem Niedergang der Industrie irgendwie neu starten.“

Wer schöne alte Hausfassaden liebt, solle sich, so Eckstein, neben den denkmalgeschützten Industriebauten der Sünner-Brauerei an der Kalker Hauptstraße und der früheren Liesegang-Fabrik an der Vietorstraße unbedingt die Robertstraße, die Trimbornstraße und die Johann-Mayer-Straße mit ihren Stuckverzierungen sowie die Eythstraße ansehen. Dazu noch den Kaufhof – „so lange er noch steht“. Schließlich sei die Fassade der im Sommer schließenden Warenhaus-Filiale eine Kopie des Verwaltungsbau an der Leonard-Tietz-Straße. In Humboldt-Gremberg haben es ihm der Luna-Park und die Eisenbahnbrücken angetan. Zwischen 1905 und 1909 sind dort ein Dutzend Brücken entstanden. Eckstein: „Die sind mal aus Metall, mal aus Gussstein, aber immer elegant und jugendstilhaft gestaltet.“

Ausstellung wandert durch die Veedel

Der Band 5 der Reihe „Kulturpfade Köln“ über die Stadtteile Deutz, Kalk und Humboldt-Gremberg von Markus Eckstein (48 Seiten, 86 farbigen Abbildungen, vier Karten) ist im Bachem-Verlag erschienen und kostet 8,50 Euro.

Rund ums das Buch haben die Organisatoren eine kleine Wanderausstellung mit Fotos und Texten zusammengestellt, die in verschiedenen Sparkassen-Zweigstellen gezeigt wird.

Die Ausstellung ist in der Deutzer Filiale der Sparkasse Köln-Bonn am Gotenring 1 (dort noch bis 13. April) gestartet. Anschließend geht es vom 19. April bis zum 4. Mai in die Zweigstelle nach Kalk (Kalker Hauptstraße 129-133), dann vom 7. Mai bis zum 25. Mai nach Humboldt-Gremberg (Gremberger Straße 32) und abschließend vom 28. Mai bis zum 15. Juni nach Poll (Siegburger Straße 358).

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