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Prozess: Datenklau an der Zapfsäule

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Zapfsäule
Mindestens 46 000 Euro soll die Betrügerbande innerhalb eines Jahres an deutschen Tankstellen erbeutet haben. (Symbolbild: dpa)
Köln. 

Der Datenklau an der Zapfsäule war für die Tätergruppe äußerst lukrativ: Mindestens 46 000 Euro soll eine international agierende Betrügerbande innerhalb eines Jahres mit manipulierten Scheckkarten an deutschen Tankstellen erbeutet haben.

Seit Donnerstag sitzen acht Männer im Alter zwischen 24 und 50 Jahren wegen „gewerbsmäßig organisierten Betruges“ auf der Anklagebank des Kölner Landgerichts. Nach monatelanger Observierung war die Bande, der hauptsächlich türkische und britische Staatsangehörige tamilischer Herkunft angehören, im April dieses Jahres festgenommen worden. Die Ermittler sind der Überzeugung, dass die Fälle, die jetzt angeklagt wurden, nur „die Spitze eines Eisbergs“ sind. Der Gesamtschaden dürfte weitaus höher liegen.

Auf „Tankpartys“ Benzin veräußert

Laut Anklage haben die Täter im großen Stil an Tankstellen die Scheckkarten von Kunden kopiert und davon im Ausland Dubletten hergestellt. Zuvor hatten sie die Kartenterminals an den Tankstellen manipuliert und die Geheimnummern mit speziellen Lesegeräten und Minikameras ausgespäht. Die Dubletten verkauften sie entweder gewinnbringend oder fuhren mit eigenen Tankwagen vor die Zapfsäulen, um mit den gefälschten Karten riesige Mengen Benzin zu tanken. So lange, bis die Girokonten der Karteninhaber leer waren.

Die Beträge des abgezapften Benzins beliefen sich in der Regel auf mehrere tausend Euro pro Rechnung. Auf so genannten „Tankpartys“ wurde das Benzin dann weiter veräußert. Eine wesentliche Rolle spielten auch die Mitarbeiter an den Tankstellen. Sie wurden von den Bandenmitgliedern fürs Wegschauen bestochen.

Am ersten Verhandlungstag, bei dem sechs der Angeklagten aus der Haft vorgeführt wurden, kam es aus organisatorischen Gründen lediglich zur Anklageverlesung. Der Prozess ist bis Mitte Februar terminiert.

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