KÖLN - Fahrrad fahren. Einen Schulabschluss machen. Und Zweiradmechaniker werden. Die Wünsche der ersten neun Jugendlichen, die in das Programm „Resozialisierung und soziale Integration“ (Resi) von „wir helfen“ aufgenommen wurden, wären mehr oder weniger leicht zu erfüllen.
Doch das Leben ist kein „Wunschkonzert“ - und „Resi“ auch nicht. Aber das Projekt für straffällig gewordene Jugendlichen eröffnet seinen Klienten die Möglichkeit, eine solche „Belohnung“ zu erhalten. Wenn sie für das neue Leben nach dem Gefängnis pädagogisch sinnvoll ist. Und vor allen Dingen: Wenn der Jugendliche die Voraussetzung erfüllt und kooperiert.
Wünschen allein reicht nicht, auch wenn die koordinierende Fallmanagerin Monica Wunsch heißt. Denn es geht um 16- bis 19-Jährige, die nach mehreren „Warnschüssen“ und erfolglosen „Jugendhilfemaßnahmen“ zu einer Haftstraße verurteilt wurden. Sie „saßen“ oder „sitzen“ wegen Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Diebstahl. Ihrer hat sich „Resi“ angenommen, damit sie nicht wieder rückfällig werden.
Der erste Teilnehmer wurde im Mai entlassen, weitere acht verlassen Mitte Juli bis Ende August die Justizvollzugsanstalten Köln oder Siegburg. Monica Wunsch und ihre Kollegen bleiben ihnen „an den Fersen“. Mit dem Einverständnis der Jugendlichen, „weil es nur gemeinsam mit den Jugendlichen geht“. Die Inhaftierten haben sich per Unterschrift verpflichtet, mitzuarbeiten und engen Kontakt zu akzeptieren. „Wir besuchen auch die Familien und wollen die Freundeskreis und die Freundin kennen lernen“, erklärt die 41-jährige Sozialarbeiterin. „Das ist Kontrolle pur, aber auch eine Chance.“ Auf eine Wohnung, eine Arbeit - oder ein Fahrrad, statt dass der Jugendliche eins klaut.
„Resi“ kontrolliert die Jugendlichen strenger als es ein Bewährungshelfer allein je leisten könnte. Hat er im Schnitt 70 Klienten, hat bei Resi jeder Mitarbeiter höchstens vier Jugendliche, die er betreut. Es gibt für sie einen festen Ansprechpartner mit einer festen Vertretung, denen sie sich anvertrauen können - egal wie schwierig der Weg wird, oder wie lange er dauert.
Traum vom Schlagzeug
Auch eine ausgewogenen Freizeitgestaltung gehört zu den Zielen. „Den meisten fehlt jeglich Vorstellung davon.“
Ein 17-Jähriger träumt kurz vor seiner Entlassung von Schlagzeugunterricht. Auch das könnte aus Sicht der Fallmanager in bestimmten Fällen sinnvoll sein. „Das baut Aggressionen ab, bedarf der Konzentration und man lernt neue Leute kennen.“ Aber auch das muss er sich erst verdienen - durch Kooperation.
Fortsetzung folgt


