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Sechzigviertel: Neue Pläne für alten Bahnhof

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Veedel Nippes Bahnhof01 2012
Im seit langem leerstehenden alten Nippeser Bahnhof entstehen Wohnungen. (Bilder: Max Grönert/Fotolia)
Nippes. 

Neues Leben in einem alten Gemäuer: Eine Gemeinschaft aus drei Investoren hat das denkmalgeschützte, um 1920 errichtete Bahnhofsgebäude in Nippes gekauft. Im alten Bahnhof selbst entstehen vier Wohnungen im gehobenen Standard sowie eine Büroeinheit. Links und rechts neben dem Gebäude werden je zwei Stadthäuser errichtet, die optisch jeweils eine Einheit bilden. Die Neubauten erhalten, im Kontrast zum Bahnhof, einen modernen Loftstil mit Glasfassaden. Die im Lauf der Jahrzehnte angegraute Fassade des Bahnhofs soll nach Abschluss der Restaurierung - der im Frühjahr 2013 geplant ist - wieder in strahlendem Weiß leuchten. Auch die alte Bahnhofsuhr, die früher im Giebel über dem Haupteingang hing, kehrt zurück.

Seit 2002 steht das alte Bahnhofsareal unter Denkmal-Ensembleschutz - inklusive der beiden benachbarten Wohnhäuser Escher Straße 27-29 sowie 33-35, die den Vorplatz einrahmen. Diese sind schon jetzt bewohnt und vom Renovierungsprojekt nicht direkt betroffen.

Schilder kündigen baldigen Baubeginn an

Derzeit kündet freilich noch wenig vom bevorstehenden Umbau: Das Gebäude ist verlassen; die Fenster am Eingangsportal sind notdürftig zugeklebt. Nur Schilder am Eingang lassen darauf schließen, dass hier in wenigen Tagen Bauarbeiten beginnen werden.

Der Bauherr im alten Bahnhof ist eine Bauherrengemeinschaft der beiden im Internethandel tätigen Geschäftsleute Peter Haefele und Carl Schulte sowie des Münchner Architekten Stefan Schramm, von dem gleichzeitig die Entwürfe für das Gesamtprojekt stammen. "Wir haben das Gebäude im vergangenen Jahr erworben", bestätigt Schramm. "Nächste Woche wollen wir mit den Bauarbeiten beginnen." Haefele und Schulte, deren Firma derzeit noch in Zollstock sitzt, werden die Büros im Erdgeschoss des Hauptgebäudes beziehen.

Haltepunkt verlegt

Der im klassizistischen Stil errichtete Bahnhof lag an der Eisenbahnverbindung zwischen Köln und Krefeld, die seit 1860 bestand. Ungefähr 1990 war der Bau jedoch für den Zugverkehr funktionslos geworden: Die Bahn hatte die Strecke zwischen Köln und Düsseldorf um ein zweites S-Bahn-Gleis erweitert und gleichzeitig den Haltepunkt rund 200 Meter nach Norden verlegt - zum heutigen S-Bahnhof Nippes an der Liebigstraße. Hier hält die zwischen Düsseldorf und Bergisch Gladbach verkehrende S 11 - sowie die S 6 in Richtung Essen, deren Endstation Köln-Nippes ist. Seitdem stand das Gebäude leer.

Für Architekt Schramm, der bereits öfters mit Denkmalobjekten gerade auch im Kölner Raum gearbeitet hat, war das ambitionierte Renovierungsprojekt eine spannende Herausforderung. "An dieser Stelle gab es bisher kein gültiges Baurecht", betont er. Bei der Planung habe er deshalb mit Stadtverwaltung, Denkmalbehörde und Bahn intensiv zusammengearbeitet. "Bei der Renovierung geht es im Kern darum, dass sich die einzelnen Bahnhofsbauten optisch etwas zurücknehmen - und statt dessen das Gesamt-Ensemble umso mehr zur Geltung kommt."

Von den acht Wohneinheiten ist der Großteil bereits verkauft: Lediglich die beiden - vom Bahnhofsvorplatz gesehen - rechten Stadthäuser mit einer Größe von 166 beziehungsweise 170 Quadratmetern sind noch zu haben.

www.immobilienscout24.de/expose/62613759

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