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Segway-Polo: Fliegende Fische auf kippeligen Rädern

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Zwei Segway-Polospieler im Zweikampf: der neue Trendsport erobert den deutschen Markt. (Bild: dpa)
Lindenthal

„Eigentlich ist es ziemlich einfach“, sagt Steve Wozniak, „jeder könnte ein guter Spieler sein“. Jeder - sofern er über Geschick, Beweglichkeit und gutes Reaktionsvermögen verfügt. Wozniak, Mitbegründer des Computer-Giganten „Apple“, ist neben Victor Miller, der das Drehbuch für den Horrorklassiker „Freitag, der 13.“ geschrieben hat, prominentestes Mitglied der „Silicon Valley Aftershocks“, einem Team von Segway-Polo-Spielern. Von Freitag bis Sonntag nahm die Mannschaft mit sechs anderen Gruppierungen aus den USA, Barbados, Österreich und Deutschland an der Segway-Polo-Weltmeisterschaft im Sportpark Müngersdorf teil. Wozniak zu Ehren trägt das internationale Turnier den Zweitnamen „WOZ Challenge Cup“. Den Wettkampf - den ersten seiner Art in Europa - hatten die Funky-Move Turtles aus Lohmar mit Olaf Funke an der Spitze nach Köln geholt.

Segways sind Elektroroller mit zwei großen Rädern und einer Lenkstange, die sich dank hochsensibler Sensoren allein durch Gewichtsverlagerung bewegen und leichten Druck der Hände steuern lassen. Eine ausgefeilte Technik der Selbststabilisierung sorgt dafür, dass das Gerät in der Balance bleibt und der aufrecht stehende Fahrer nicht umkippt, solange er sich nicht zu weit vor- oder zurückbeugt. Im Wettkampffieber lässt sich das nicht immer vermeiden, wie die Stürze auf dem Spielfeld zeigten.

Segway
Schiri, wir wissen wo dein Segway liegt: Diesen Unparteiischen hat es bei der neuen Abart des schnellen Polospiels schlicht umgehauen. (Bild: rako)

Zu einem Team auf dem Feld gehören fünf Spieler, die alle einen Helm tragen müssen. Auf den ordnungsgemäßen Ablauf achten zwei mitrollende Schiedsrichter und je ein Beobachter hinter dem Tor. Rufe und Pfiffe schallten über den Kunstrasenplatz der Ostkampfbahn zwischen Rheinenergie-Stadion und Stadionbad. Nach den Schauern konnten die Finalspiele im Trockenen stattfinden. Das Reglement schreibt vor, dass eine Begegnung vier mal acht Minuten, die „Chukkas“ genannt werden, dauert. Die Lokalmatadore aus Lohmar kamen nur auf Platz drei. Sieger wurde das Team „Flyin' Fish“ aus Barbados“, das die Mannschaft von Wozniak mit 2:0 schlug.

Die Zuschauer konnten die batteriebetriebenen Personentransporter auch selber ausprobieren. „Am Anfang ist man ziemlich wackelig auf den Beinen, aber dann macht es Spaß“, befand Mirko, 21, nachdem er vorsichtig auf der Tartanbahn hin und her gerollt war. „Nach einer halben Stunde ist man sicher, man darf nur nicht übermütig werden“, sagte Siegfried Tomczak, der zum Testfahren einlud. Der 55-Jährige ist Mitglied der „Butterflies Hemer“, einer Mannschaft, die dadurch entstanden ist, dass auf dem Gelände der Landesgartenschau 2010 in Hemer Segways für Besuchertouren eingesetzt werden.

Auch durch den Sportpark Müngersdorf kurvten am Wochenende immer wieder Gruppen, bis zu 20 Stundenkilometer schnell; andere Besucher konnten einen Slalomparcours bewältigen. In Pavillonzelten wurde allerlei Zubehör angeboten, von Helmen bis zu Poloschlägern, ein Unternehmen bot spezielle Versicherungen für Segway-Fahrer an. Anja Praum vom Kölner Vertragshändler „Modern Mobility“ sieht den Segway auf dem Vormarsch. Das Geschäft werde sich beleben, sobald die bundesweite Regelung zur Nutzung der Gefährte in Kraft trete, sagte sie. Bisher gebe es nur Zulassungen für jedes einzelne Bundesland; bisher dürfe man in NRW mit Segways auf Bürgersteigen, Radwegen und in Tempo-30-Zonen fahren.

Der Polo-Sport mit Segways finde auch immer mehr Anhänger, ergänzte WM-Organisator Funke, der sich für die Geschwindigkeit und Wendigkeit der Gefährte begeistert. Im Übrigen sei der Sport im Vergleich zum Pferde-Polo viel billiger: Ein Pferd koste bis zu 30 000, ein Segway dagegen rund 8000 Euro.

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