29.09.2016
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Pilotversuch: Stadt sammelt künftig Altkleider

Unterirdische Glascontainer und Altkleidecontainer an der Lenaustraße

Unterirdische Glascontainer und Altkleidecontainer an der Lenaustraße

Foto:

Kurt Oxenius

Köln -

Die Verwaltung wird im kommenden Jahr stadtweit eigene Altkleidercontainer aufstellen und damit einen Pilotversuch in Ehrenfeld ausweiten. Das hat der Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) gegen die FDP-Fraktion beschlossen. Der Pilotversuch war ursprünglich auf eine Dauer von sechs Monaten angelegt. Da es aber bereits „umfassende Erfahrungen“ gebe, könne man schon jetzt einen Zwischenbericht vorlegen, teilte die Verwaltung mit. Demnach wurden in Ehrenfeld 61 illegal aufgestellte Altkleider-Container entfernt und durch 43 städtische Exemplare ersetzt, die nun vor allem neben Altglascontainern zu finden sind. Die Anwohner hätten das neue Angebot schnell angenommen.

Karitative Einrichtungen wie der Sozialdienst Katholischer Männer, die Malteser, die Diakonie und das Deutsche Rote Kreuz üben Kritik. Sie befürchten, dass sie aufgrund der städtischen Sammlung weniger Kleidung als bislang erhalten. Zum Teil wird diese direkt an Bedürftige weitergegeben, zum Teil werden die Erlöse aus dem Verkauf für die karitative Arbeit genutzt. „Ich halte die Situation für absurd“, sagt Werner Wilkens von der Deutschen Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen (Deswos). „Die Verwaltung erschwert es den gemeinnützigen Sammlern, Eigenmittel zu erwirtschaften, so dass wir am Ende höhere Zuschüsse benötigen.“ Er selbst habe es erlebt, dass die AWB Deswos-Container, die auf dem Grundstück einer Wohngenossenschaft abgestellt waren, abräumten. Es sei mitgeteilt worden, dass die Behälter zur straßenabgewandten Seite zeigen müssen, um bestehen zu bleiben. „Das ist schikanös, weil dann niemand sieht, dass dort ein Container steht“, meint Wilkens.

Die AWB verweisen auf die Landesstraßenordnung. „Wir haben nur die Container entfernt, die illegal auf öffentlichen Flächen abgestellt wurden sowie alle, die ausschließlich vom Bürgersteig aus befüllt werden können“, sagt Betriebsleiter Hans Peter Winkels. Um den möglichen Verlust der karitativen Einrichtungen auszugleichen, erhalten sie die Hälfte der städtischen Einnahmen. Die AWB übergeben die gesammelte Kleidung an die Verwertungsfirmen Fuest in Köln und Reloga in Leverkusen. Tragfähige Kleidung wird in andere Länder verkauft, nicht tragfähige zu Putzlappen und Dämmstoffen verarbeitet. Die Stadt rechnet mit einem jährlichen Gewinn von 370.000 Euro.