02.07.2016
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Demo in Köln: Hooligans protestieren gegen Salafisten

Symbolbild

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dpa

Köln -

Hooligans verschiedener Fußballvereine zeigen sich seit einigen Monaten ungewohnt verbündet: Unter der Parole „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ organisieren sie sich in Nordrhein-Westfalen gegen Salafisten – zuletzt bei einer Demonstration in Dortmund. 350 gewaltbereite Fußballfans kamen dort Ende September zusammen, um gegen den Hassprediger Pierre Vogel zu protestieren. Nun hat die Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ für Sonntag, 26. Oktober, eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz in Köln angemeldet.

Die Demo wurde angemeldet von Dominik Horst Roeseler, Pro-NRW-Ratsherr des Kreisverbands Mönchengladbach. Bisher haben die Hooligans betont, dass ihre gemeinsame Gruppe keine rechtsradikale Ausrichtung habe – während sie Kleidung mit einschlägigen Nazi-Labels und verfassungsfeindliche Tätowierungen zur Schau tragen. „Wir beobachten die Entwicklung der Gruppe sehr genau“, sagt ein Polizeisprecher. Berührungspunkte zwischen Hooligans und Pro NRW gibt es immer wieder, wie Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, betont. „Wir beobachten eine gewisse Radikalisierung bei den Hooligans – meistens geht das in die rechte Richtung.“ Die Fußballfans nutzten die Gunst der Stunde und drängelten sich „in die Rolle der Gutmenschen, um mehr Anhänger zu mobilisieren.“

Stammtischparolen im Internet

In Internet-Portalen fallen vor allem Stammtischparolen, in Foren machen die Hooligans ihrer Wut auf Salafisten Luft. So genannte „Kennenlerntreffen“ gab es nicht nur in Dortmund, sondern auch in Essen. In Köln soll für den 14. September auch ein Treffen geplant gewesen sein. „Wir können nicht sagen, wie die Gruppen zusammengesetzt waren und ob das Treffen tatsächlich stattgefunden hat“, sagt ein Polizeisprecher. Fakt ist, dass es keine polizeilichen Einsätze gab. Die Demo am 26. Oktober wird auf jeden Fall stattfinden. Bei der Polizei wurden 300 Teilnehmer angemeldet, auf Facebook haben schon fast 800 zugesagt.

Ob Salafisten sich von den Hooligans provozieren lassen, wird sich zeigen. Eine Gegendemo wurde bisher nicht angemeldet. „Wir haben beide Gruppen im Blick und lassen auf keinen Fall zu, dass sie das Gewaltmonopol in Frage stellen“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Provakantes und einschüchterndes Auftreten werde man nicht dulden.