25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Demonstrationen in der Kölner Innenstadt: Hunderte Syrer demonstrieren gegen Sexismus und Gewalt in Köln
16. January 2016
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Demonstrationen in der Kölner Innenstadt: Hunderte Syrer demonstrieren gegen Sexismus und Gewalt in Köln

Syrische Flüchtlinge demonstrierten mit Transparenten auf dem Bahnhofsvorplatz.

Syrische Flüchtlinge demonstrierten mit Transparenten auf dem Bahnhofsvorplatz.

Foto:

Thomas Banneyer

Köln -

Mit Transparenten unter den Armen und Eimern voller roter und weißer Rosen schlängeln zwei junge Männer sich am Samstagnachmittag durch den trubeligen Hauptbahnhof. Ihr Ziel: Die Demo auf dem Bahnhofsvorplatz. Dort, wo in der Silvesternacht alles außer Kontrolle geriet, wollen hauptsächlich junge Männer aus Syrien zeigen, dass sie „Gegen Sexismus, Rassismus und Krieg“ sind – so steht es auf einem Transparent. „Wir sind Syrer und wir sind gegen Gewalt an Frauen“ steht auf einem anderen.

„Ich möchte nicht jemand sein, vor dem Frauen Angst haben“

Die Rosen werden an Frauen verteilt, viele nehmen sie an, manche schütteln aber auch den Kopf und gehen weiter. „Es ist für uns alle nicht leicht gerade“, sagt ein Demonstrant. „Für die Flüchtlinge und Ausländer in Köln nicht – und natürlich auch nicht für die Frauen, für die der Bahnhof nun ein Ort ist, den sie wahrscheinlich lieber meiden würden.“

Er ist aus Syrien geflohen, hat sich gut aufgenommen gefühlt in Köln. Nun spüre er, dass die Menschen ihn anders ansehen, weniger offen und misstrauisch sind. „Ich möchte nicht jemand sein, vor dem Frauen Angst haben.“ Bis zum Nachmittag versammeln sich etwa 300 Demostranten vor dem Bahnhof, die wie er ein Zeichen setzen wollen.

"Diese Übergriffe repräsentieren uns nicht!"
Troisdorf, 16.01.16: Tareq Shahin lebt seit vier Monaten im Flüchtlngsheim in Troisdorf. Er kommt aus Syrien. Die Ereignisse der Silversternacht haben auch ihn schockiert.

Am Ebertplatz sind zur selben Zeit etwa 400 Frauen und Männer und Kinder versammelt, die zu Musik aus Lautsprechern „gegen den türkischen Staatsterror“ auf die Straße gehen. Organisiert wurde die Demo und der Aufzug über die Ringe zum Neumarkt vom Kurdischen Demokratischen Zentrum Köln.

Für den Abend, 18 Uhr, rufen linke Bündnisse zu einem Flashmob gegen rassistische Gewalt an der Domtreppe auf. Die Teilnehmer wollen damit gegen sogenannte Bürgerwehren demonstrieren, die zu „Treibjagden auf Migranten“ aufrufen.