27.09.2016
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Demonstrationen nach der Silvesternacht: Lage beruhigt sich, drei Polizisten und ein Journalist verletzt

Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

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Grönert

Am Breslauer Platz trafen am Sonntagnachmittag hunderte Pegida-Anhänger auf linke Aktivisten und Gegendemonstranten. Nach den Vorfällen in der Silvesternacht war die Kölner Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Ereignisse im Newsticker zum Nachlesen von Peter Berger, Tobias Christ, und Tim Stinauer:

+++ 18:52 Uhr: Köln.tv mit Sondersendung+++

Die Demonstrationen sind nun eine ganze Weile vorbei, um 19.15 Uhr gibt es auf Köln.tv noch eine Sondersendung zu den Pegida-Demonstrationen, in denen die Ereignisse des Nachmittags nochmal aufbereitet werden.

+++ 17:41 Uhr: Polizist und Journalist verletzt+++

Vor Veröffentlichung der offiziellen Polizeibilanz ein erstes Zwischenfazit: Es gab mehere Ingewahrsamnahmen, einen weiteren verletzten Polizisten und einen verletzten Journalisten. Der Polizist konnte im Dienst bleiben, der Journalist wurde ins Krankenhaus gebracht. Langsam öffnen die ersten Geschäfte im Bahnhof wieder, es kehrt Normalität ein.

+++ 17:25 Uhr: Lage hat sich beruhigt, zwei verletzte Bundespolizisten+++

Die Situation am Hauptbahnhof hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Eine kleine Bilanz: Es ist die Rede von 600 Rechtsextremen, die heute per Bahn den Weg nach Köln gefunden haben, rund 450 davon sind nun mit dem Regionalexpress begleitet von der Bundespolizei in Richtung Dortmund beziehungsweise Ruhrgebiet unterwegs. Im Zuge der Ausschreitungen hat es zwei verletzte Polizisten gegeben, die ein Knalltrauma erlitten haben. Auch im Hauptbahnhof sind Böller geflogen. Insgesamt war eine mittlere dreistellige Zahl an Einsatzkräften der Bundespolizei vor Ort, außerdem wurden eine Hundestaffel und ein Hubschrauber eingesetzt.

Wasserwerfer

+++ 16:34 Uhr: Polizei bildet Menschenkette +++

Mit einer Menschenkette versucht die Polizei nun, wieder Herr der Lage am Breslauer Platz zu werden. Unser Reporter spricht nach wie vor von einer heiklen Stimmung, die Menschen sollen nun über den B-Eingang in den Bahnhof gelotst werden.

+++16:23 Uhr: Ausnahmezustand am Breslauer Platz+++

Am Breslauer Platz herrscht mittlerweile Ausnahmezustand. Immer wieder werfen Hooligans Steine, Blumenkübel und Metallabsperrungen in Richtung der Polizisten und Journalisten. Die Polizei hat massive Probleme, die Lage in den Griff zu bekommen.

+++16.15 Uhr: Immer wieder werden Böller gezündet+++

Die Polizei setzt bei der Pegida-Demo Wasserwerfer ein. Immer wieder werden Böller gezündet. "Ihr asoziales Verhalten ist nicht länger tolerierbar", so die Lautsprecherdurchsage der Polizei.

+++16:12 Uhr: Einsatzkräfte setzen Wasserwerfer ein+++

Die Situation ist nun vollends eskaliert. Die Polizei versucht mit dem Einsatz von Wasserwerfern die aggressiven Hooligans in Richtung Hauptbahnhof zurückzudrängen und die Ausschreitungen unter Kontrolle zu bringen. Minütlich sind Böller und zerbrechende Flaschen zu hören.

+++16:08 Uhr: Polizei beendet Kundgebung+++

Die Polizei hat alle Demonstranten aufgefordert, wieder zum Hauptbahnhof zurückzukehren. Damit ist die Pegida-Kundgebung beendet. Noch immer werfen gewaltbereite Hooligans Flaschen und zünden Böller.

+++15:58 Uhr: Polizei bündelt Kräfte+++

Immer wieder fliegen Flaschen auf die Polizei. Die Hundertschaft beginnt nun damit, ihre Kräfte zu bündeln und fährt einen Wasserwerfer in Position. Offenbar bereiten sich die Einsatzkräfte darauf vor die Versammlung zu beenden.

+++15:55 Uhr: Volker Beck beobachtet Pegida-Demo+++

Auch der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck macht sich ein Bild von der Lage und beobachtet die Pegida-Demo.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die ersten Stunden der Demonstration gelaufen sind.

Pegida wird zurückgedrängt

+++15:51 Uhr: Stimmung ist höchst angespannt+++

Die Lage ist weiter hoch angespannt. Während der Zug weiter stillsteht, liefert sich eine Gruppe von rund 100 aggressiven Hooligans Gerangel mit der Polizei. Es fliegen weitere Böller und Flaschen auf die Einsatzkräfte.

+++15:41 Uhr: Pegida-Kundgebung nach Böllerwürden angehalten++++

Nach dem dritten Böllerwurf in Richtung der Polizei haben die Einsatzkräfte den Demonstrationszug kurz vor dem Ebertplatz angehalten. Weitere Informationen an die Teilnehmer sollen in Kürz efolgen.

+++15:35 Uhr Polizei droht mit Zwangsmaßnahmen+++

Die Polizei hat die Pegida-Demonstranten zur Einhaltung der Ordnung ermahnt. Über Lautsprecher drohen die Einsatzkräfte mit der Beendigung der Veranstaltung, sollten die Aggressionen gegen Polizei und Journalisten nicht aufhören – notfalls auch mit Gewalt. Besonders auffällig und aggressiv verhält sich eine Gruppe, die das Pegida-Feld anführt. Teilnehmer der Kundgebung, die „friedlich demonstrieren wollen, sollen sich räumlich deutlich erkennbar von allen Gewaltbereiten trennen“, so die Ansage der Sicherheitskräfte.

+++15:28 Uhr: Böller fliegen auf Polizei und Journalisten+++

Erneut ist es zu Attacken auf Journalisten gekommen. Pegida-Anhänger haben die Vertreter der Presse mit Böllern beworfen, ein Feuerwerkskörper flog auch in Richtung eines Bereitschaftswagens der Polizei.

+++15:20 Uhr: Pegida in Richtung Ebertplatz unterwegs+++

Der Pegida-Demonstrationszug setzt sich in Bewegung und wird nun zum Ebertplatz weiterziehen. Die Gegendemonstranten bleiben vorerst am Breslauer Platz, wo sie weiterhin ihre Kundgebung abhalten.

+++15:13 Uhr KVB fährt am breslauer Platz vorbei+++

Die Stadtbahnen der KVB fahren die Haltestelle Breslauer Platz/Hauptbahnhof derzeit nicht an, die Eingänge wurden verschlossen Die Bahnen der Linien 16 und 18 halten während der Kundgebungen nur am Ebertplatz sowie an der Haltestelle Dom/Hbf.

+++14:45 Uhr: Pegida-Redner wettern gegen Bundespolitik+++

Die Redner von Pegida lassen ihrem Zorn vor wehenden Fahnen freien Lauf. So seien die Vorfälle an Silvester klare Symptome einer „weltfremden und blauäugigen Politik“. Vor allem Bundeskanzlerin wird zum Ziel der verbalen Angriffe. So sei durch „Merkels Ignoranz“ das Leben aller Bürger schamlos auf Spiel gesetzt worden.

+++14:30 Uhr: Pegida-Anhänger attackieren Kameramann+++

Bei der Demonstration ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Ein Pegida-Anhänger hat einen Kameramann angegriffen, die Polizei musste dazwischen gehen. Festgenommen wurden die Angreifer, die während des Vorfalls laut „Lügenpresse“ skandierten, aber nicht.

+++14:15 Uhr: Je 1300 Personen auf beiden Seiten+++

Die Kölner Polizei gibt die Anzahl der Pegida-Anhänger mit 1300 Personen an. Genauso viele sollen sich auf Seiten der Gegendemonstranten befinden. Die Reporter des Kölner Stadt-Anzeiger beschreiben die Stimmung als latent aggressiv und aufgeheizt.

Lesen auf der nächsten Seite, was bisher am Samstag rund um den Kölner Hauptbahnhof geschehen ist.

Anlässlich der Pegida-Demonstration haben sich am frühen Samstagnachmittag rund 1300 Gegenaktivisten versammelt. Dort trafen sie auf etwa 1000 Anhänger der islamfeindlichen Bewegung. Unter verschärfter Bewachung der Polizei kam es zunächst zu einigen lauten Wortgefechten der beiden Seiten.

Zuvor waren zuvor zur Gegendemonstration des Aktionsbündnisses „Köln gegen Rechts“ rund 1000 Teilnehmer zusammengekommen. Unter ihnen war auch der SPD-Landtagsabgeordnete und Kölner Parteichef Jochen Ott. Starke Polizeikräfte sichern den Platz am Hinterausgang des Hauptbahnhofs.

Eine Rednerin kritisierte das Verhalten der Kölner Polizei in der Silvesternacht. Es sei ein Skandal, dass den Rechtsextremen der gleiche Kundgebungsort und Demonstrationsweg genehmigt worden ist wie bei den Ausschreitungen der Hogesa-Demo im Oktober 2014.

Man werde nicht zulassen, dass die Rechten die Übergriffe in der Silvesternacht für Ihre politischen Zwecke nutzen. Nach dem Flashmob haben sich dessen Teilnehmer in Richtung des Breslauer Platzes aufgemacht, allmälich auch Anhänger von Pegida versammeln. Um 13 Uhr sollen sich dort bereits hunderte Aktivisten eingefunden haben. Der Ausgang der U-Bahnstation Breslauer Platz Richtung Eigelstein wurde gesperrt. Die KVB fährt jedoch planmäßig. Passanten können die Station Richtung Bahnhof weiter nutzen.

Flashmob am Kölner Dom
Köln, 09.01.2016: Am Kölner Dom gab es einen Flashmob gegen Sexismus.

Im Vorfeld der Demo hat Sonja Ziegler, Sprecherin von Köln gegen Rechts, noch einmal klar gestellt, dass „die gewalttätigen, sexuellen Übergriffe an Silvester durch nichts zu entschuldigen.“ Sind. „Die geheuchelte Empörung von Pegida und Co., die weitgehend selbst aus sexistischen und gewalttätigen Milieus entstammen, dient allerdings nur einem Zweck. Die verständliche Empörung über die Angriffe zu nutzen, um eine rassistische, gewalttätige Stimmung gegen alle Migranten und Flüchtlinge zu schüren.“

Kurz vor dem offiziellen Beginn der Demo sollen die Veranstalter laut der Polizei allerdings noch Mühe damit gehabt haben, die geforderten 60 Ordner zu finden, die keine Vorstrafen vorweisen. Die Polizei forderte die Pegida-Demonstranten auf sich an das Glasflaschenverbot zu halten.

Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot im Einsatz. Rund 1700 Beamte, hauptsächlich aus Hundertschaften, seien dabei, sagte ein Sprecher. Anlass für die Demonstrationen sind die massiven Übergriffe auf Frauen an Silvester. Die islamfeindliche Pegida-Bewegung NRW und die rechtsextreme Partei Pro Köln wollen sich auf dem Breslauer Platz am Hauptbahnhof treffen und dann durch die Straßen ziehen. Insgesamt herrsche zurzeit „eine sehr hohe Emotionslage“ wegen der Vorfälle an Silvester, sagte ein Sprecher der Gegeninitiative (ksta, mit dpa)

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