26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kundgebungen am Samstag in Köln: 1300 Menschen bei Kurden-Demo – Wenig Andrang bei Rechtsextremen
30. January 2016
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Kundgebungen am Samstag in Köln: 1300 Menschen bei Kurden-Demo – Wenig Andrang bei Rechtsextremen

Der Kundgebung der Rechtsextremen stellte sich eine Gruppe von Gegendemonstranten entgegen.

Der Kundgebung der Rechtsextremen stellte sich eine Gruppe von Gegendemonstranten entgegen.

Foto:

Arton Krasniqi, KSTA

Köln -

Rund 1300 Menschen haben am Samstag an der Demonstration einer kurdischen Vereinigung in Köln teilgenommen, die um 15 Uhr am Roncalliplatz in der Innenstadt begann. Die Anmelder hatten zuvor nur etwa 800 Teilnehmer angekündigt. Unter dem Motto „Staatsterrorismus verhindern“ protestierten die Kurden gegen die Politik der türkischen Regierung, während sie vom Dom bis zum Neumarkt marschierten. Der Polizei zufolge verlief die Veranstaltung bis auf kleinere Auseinandersetzungen unter den Teilnehmern friedlich.

Nach der Abschlusskundgebung löste sich die Gruppe gegen 16 Uhr auf.

Wenig Gefolgschaft bei rechtsextremer Demo

Einem Demonstrationsaufruf der rechtsextremen Gruppierung „Widerstand NRW“ unter dem Motto „Bunt statt Islam – Grundgesetz statt Scharia“ sind an der Kardinal-Frings-Straße in der Innenstadt am Samstag dagegen kaum Menschen gefolgt. Etwa zwanzig Personen bildeten bei strömendem Regen gegen 15 Uhr auf dem Platz vor dem IHK-Gebäude einen Halbkreis um einen Redner und hielten Pappschilder mit dem Motto der Veranstaltung hoch. Mehr als 160 Personen waren dagegen zu der Gegendemonstratjon des antifaschistischen „Aktionsbündnis Köln gegen Rechts“ erschienen, die mit ihrem Protest die kleinere Kundgebung deutlich übertönten. Die Polizei trennte die beiden Lager, es blieb bei verbalem Schlagabtausch.

Anmelderin der rechten Demo war Ester Seitz, die bereits mit der Entstehung der Pegida-Demonstrationen unter dem Namen „Widerstand Ost-West“ in Erscheinung getreten war. Ende vergangenen Jahres hatte sie sich als Rednerin an einer von „Pro NRW“ und Hooligangruppen organisierten Demonstration in Köln beteiligt. „Wir wollen nicht zulassen, dass Rechtsextreme die Übergriffe der Silvesternacht für rassistische Propaganda nutzen“, sagte Sonja Ziegler, Sprecherin des Bündnisses „Köln gegen Rechts“. Die Polizei schirmte den Weg der ebenfalls angekündigten Marschroute der Rechtsextremen rund um den Bahnhof zwar noch von vereinzelten Versuchen der Gegendemonstanten ab, die Kundgebung zu stören. Die Beamten beendeten die ursprünglich bis 18.30 Uhr angemeldete Veranstaltung aufgrund der geringen Teilnehmerzahl jedoch eine Stunde früher.

Rechte Kundgebung auf dem Börsenplatz
Köln, 30.01.16: Am Börsenplatz hat sich am Nachmittag der sogenannte "Widerstand NRW" versammelt. Zur rechten Kundgebung erschienen anders als im Internet angekündigt allerdings nur eine Handvoll Teilnehmer.