26.07.2016
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„Idioten-Test“: Fälschung mit Rechtschreibfehlern

führerschein

Wird der Führerschein eingezogen, gibt es ihn in der Regel nur zurück, wenn ein Gutachten einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung vorliegt.

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dpa

Köln -

Kein Führerschein, kein Job: Für einen 32-jährigen arbeitslosen Lastwagenfahrer war die Wiedererlangung seines Führerscheins deshalb ein wichtiges Anliegen. Weil er betrunken am Steuer gesessen hatte, war ihm sein Führerschein schon vor längerer Zeit abgenommen worden. Nach Ablauf einer Sperrfrist war er zur medizinisch psychologischen Untersuchung (MPU) angemeldet, dem volkstümlich so genannten Idioten-Test. Den bestand  er allerdings nicht und fiel  auch im zweiten Anlauf durch. Daraufhin kam ihm die Idee, die Papiere zu fälschen. Er legte dem Ordnungsamt, wo er die Wiedererlangung des Führerscheins beantragen musste, eine „Totalfälschung“ vor, hieß es in der Anklageschrift.

Bei der Manipulation des Schriftstücks, das die Testergebnisse dokumentiert, ging der Lkw-Fahrer allerdings ausgesprochen dämlich vor. Bereits im ersten Absatz des mehrseitigen Testergebnisses brachte er diverse Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler unter.  Schon in der ersten Zeile hatte er  viermal die Regeln für Groß- und Kleinschreibung missachtet.

Fälschung bestätigt

Mitarbeiter des Ordnungsamtes sahen jedenfalls  auf den ersten Blick, dass es beim Abfassen dieses Dokuments nicht mit rechten Dingen zugegangen war. Sie fragten sogleich bei der Führerscheinstelle nach. Und die bestätigte die Fälschung.  Es folgte die Anzeige wegen Urkundenfälschung, so dass es jetzt zum Prozess kam.

 Weil der Lkw-Fahrer bisher nicht vorbestraft ist, beließ es der Richter bei einer Geldstrafe. Das Urteil entsprach dem Antrag des Staatsanwaltes – 750 Euro (50 Tagessätze zu je 15 Euro).