28.05.2016
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Kompromiss mit Stadt Köln: Zirkus kann Elefanten mitbringen

Am Düsseldorfer Rheinufer gehen die Mitarbeiter des Circus Busch während ihres Gastspiels mit den Elefanten spazieren.

Am Düsseldorfer Rheinufer gehen die Mitarbeiter des Circus Busch während ihres Gastspiels mit den Elefanten spazieren.

Foto:

Melanie Zanin

Köln -

Im Streit um das Auftrittsverbot für die beiden Elefantendamen Carla und Maschibi vom Circus Busch, der im September in Köln-Kalk gastiert, zeichnet sich ein Kompromiss ab. Bis Dienstag hatte die Stadt darauf beharrt, die Elefanten wie andere Wildtiere müssten dem öffentlichen Veranstaltungsgelände an der Gummersbacher Straße fernbleiben. Eine dementsprechende Formulierung findet sich im Mietvertrag, den der Zirkus Anfang des Jahres mit der Stadt geschlossen hatte. Hintergrund ist ein Beschluss des Stadtvorstandes von 2008, demzufolge auf öffentlichen Flächen in Köln Wildtiere weder auftreten noch vom Zirkus mitgeführt werden dürfen.

Elefantenauftritt fällt aus

Allerdings bezieht sich der aktuelle Mietvertrag des Zirkus mit der Stadt nur auf Darbietungen, nicht aber auf die Haltung der Elefanten. Karin Siep vom Ordnungsamt Köln bestätigte, dass dem Zirkus aus diesem Grund nun erlaubt werde, die Elefanten mitzubringen. Stadtsprecher Gregor Timmer ergänzte, dass man den Elefanten damit die stressige Fahrt ins rund 400 Kilometer entfernte Winterlager erspare. Der Zirkus teilte mit, man werde den Auftritt der Elefanten aus dem Programm nehmen.

Bei einem Gastspiel des Circus Krone auf dem gleichen Areal im September 2010 wurde der städtische Beschluss allerdings offenbar nicht umgesetzt. Neben Elefanten traten damals auch ein Nashorn und mehrere Großkatzen in der Vorstellung auf. Warum dieser Auftritt möglich war, kann auch die Stadtverwaltung nicht erklären. Gregor Timmer vermutet, dass das Gelände zum Zeitpunkt des Krone-Gastspiels noch nicht im Besitz der Stadt war. Eine genaue Überprüfung war der Stadt gestern nicht möglich. Bei privaten Flächen hat die Stadt keine Möglichkeit, Wildtierdarbietungen zu untersagen.

Behörden entscheiden

Ein einheitliches Bundesgesetz, das Auftritte von Wildtieren im Zirkus regelt, existiert nicht. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft legt lediglich eine Leitlinie fest, die die Haltung von Wildtieren im Zirkus grundsätzlich erlaubt, sofern sie dem Tierschutzgesetz entsprechen. „Die Umsetzung liegt im Ermessen der Kommunen“, sagt Ministeriumssprecher Christian Fronczak. Das heißt im Klartext: Ob ein Zirkus mit Wildtieren auf städtischen Flächen erlaubt ist, entscheidet die jeweils zuständige Behörde.

Tatsächlich fällt die Auslegung der Bundesleitlinie von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich aus. In Düsseldorf etwa gibt es keine Regelung, die über das Bundesgesetz hinausgeht. Hier, am aktuellen Spielort des Circus Busch, ist den Elefanten sogar ein Spaziergang am Rheinufer erlaubt. In Bonn wurde 2013 ein Ratsbeschluss, der vorsah, keine Flächen mehr an Zirkusse mit Wildtieren zu vergeben, durch die Bezirksregierung Köln aufgehoben, da das Bundesrecht Wildtiere im Zirkus nicht eindeutig verbiete. Hier wird der Circus Busch Ende September zu Gast sein – mit seinen Elefanten. Die gleiche Bezirksregierung hatte gegen das Kölner Wildtierverbot allerdings keine Einwände.