24.07.2016
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Kritik an der Informationspolitik: OB Reker über Kölner Polizei: „Vertrauen ist erheblich erschüttert“

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Foto:

Thomas Banneyer

Köln -

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich nach den Silvester-Übergriffen klar von der Kölner Polizei distanziert.

In einem offiziellen Statement spricht Reker davon, dass ihr Vertrauensverhältnis zur Kölner Polizeiführung „erhebtlich erschüttert“ sei.

„Interne Berichte und Schilderungen aus Polizeikreisen, die gestern Abend und heute in der Medienberichterstattung wiedergegeben werden, lassen für mich den Schluss zu, dass die Polizei intern bereits seit Tagen über ein wesentlich differenzierteres Bild zur Lage am Silvesterabend und zur Herkunft von möglichen Tatverdächtigen verfügt, als mir dieses auf meine Nachfragen durch die Kölner Polizeiführung bislang vermittelt worden ist", so Reker.

Kritik an Albers

Die Kölner Polizeiführung hatte offenbar Details aus dem Einsatz in der Silvesternacht verheimlicht, weil diese „politisch heikel" seien. „Dass ich diese Informationen, insbesondere zur Herkunft von ermittelten Beteiligten aus der Gruppe der Täter erst aus den heutigen Medien entnehmen kann, kann ich als Oberbürgermeisterin dieser Stadt nicht akzeptieren", so Reker weiter.

Insbesondere kritisiert Reker Polizeipräsident Wolfgang Albers, der nach den Geschehnissen einmal mehr unter Druck steht: „Es irritiert mich umso mehr, als dass ich den Kölner Polizeipräsidenten und die Kölner Polizeiführung bereits am Dienstag angesichts des Ausmaßes der Übergriffe und der großen Verunsicherung, die diese in der Kölner Bevölkerung ausgelöst haben, um ein Gespräch und eine detaillierte Lagedarstellung gebeten habe."

Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen der Polizeiführung und der Stadt Köln könne nur eine „offene, nichts beschönigende Information über Ausmaß, Personenkreis und Einsatzgeschehen" sein. (msc)

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Das Statement von Reker im Wortlaut

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