27.09.2016
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Rechtsradikales Attentat auf OB-Kandidatin in Köln: Henriette Reker wird vollständig genesen

Die Kölner Uniklinik.

Die Kölner Uniklinik.

Foto:

Grönert

  • Die parteilose OB-Kandidatin Henriette Reker ist am Samstagmorgen bei einer Messer-Attacke auf einer Wahlkampfveranstaltung schwer am Hals verletzt worden.

  • Sie wurde in der Uniklinik operiert. Mittlerweile geht es ihr besser. Sie wird vollständig genesen Politiker aller Parteien sprechen ihr Genesungswünsche aus.

  • Der Täter Frank S. ist festgenommen worden. Er hat offenbar aus rechtsextremen Motiven gehandelt. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ war er Sympathisant der rechtsextremistischen FAP.

  • Die Polizei hat ein Wohnhaus in Köln-Nippes durchsucht.

  • Eine Menschenkette versammelte sich am Abend vor dem Rathaus, um ein Zeichen gegen Gewalt und Extremismus zu setzen.

Es berichten Tim Attenberger, Peter Berger, Sarah Brasack, Andreas Damm, Claudia Hauser, Christian Hümmeler, Detlef Schmalenberg, Tim Stinauer, Heribert Rösgen, Ismene Poulakos, Alexander Holecek und Niels Altenmüller (Text) sowie Martina Goyert, Arton Krasniqi, Peter Rakoczy und Stefan Worring (Fotos).

Am Samstagmorgen wurden auf dem Kölner Wochenmarkt in Braunsfeld bei einer Messerstecherei fünf Menschen verletzt – unter ihnen auch die OB-Kandidatin Henriette Reker, die einen Tag vor der Wahl mit schweren Verletzungen in der Uni-Klinik operiert werden musste. Nach der Operation stand jedoch fest: Sie wird wohl wieder völlig genesen.

Der Täter wurde festgenommen. Der arbeitslose 44-jährige Frank S. soll mit einem 30 Zentimeter langen Bowie-Messer und einem Butterfly-Messer gezielt auf Henriette Reker losgegangen sein. Die Ermittlungen nach dem Tatmotiv ergaben Hinweise auf rechtsextremistische Hintergründe des Täters. Auch ein psychologisches Gutachten wurde erstellt. Scheinbar handelt es sich bei Frank S. um einen Einzeltäter. Die Ermittlungen dauern an.

Bundesweit drückten Bürger und Politiker ihre Betroffenheit über das Attentat aus. In Köln versammelten sie sich vor dem Rathaus, um mit einer Menschenkette ein Zeichen gegen Gewalt und Extremismus zu setzen. Sowohl der amtierende Oberbürgermeister Jürgen Roters, als auch OB-Kandidat Jochen Ott zeigten sich bestürzt über den Vorfall.

Auf die Wahl am Sonntag hatte das Attentat keine direkten Auswirkungen. Sie wird wie geplant stattfinden. Hier geht's zu unserem Newsticker zur OB-Wahl am Sonntag

Alle Infos des Samstags zum Nachlesen:

+++23:55 Uhr: Update zum Gesundheitszustand der weiteren verletzten Personen: Laut Geschäftsführer der FDP-Ratsfraktion, Ulrich Breite, geht es den verletzten Personen den Umständen entsprechend gut.+++

+++23:30 Uhr: Unklarheit über weitere verletzte Personen: Am späten Samstagabend gibt es zum Gesundheitszustand der vier weiteren verletzten Personen keinen neuen Kenntnisstand.+++

+++23:02 Uhr: Am Sonntag fährt die Polizei an allen Wahllokalen Objektschutz, also verstärkt Streife. Das wurde den Beamten auf der Innenstadtwache gerade eben bei der Besprechung vor Beginn des Nachtdienstes mitgeteilt.+++

+++22:42 Uhr: Was hat den Attentäter dazu gebracht, Henriette Reker mit einem Messer zu verletzen?Laut eines renommierten Psychiaters wollte der offenbar unter Wahnhaftigkeit leidende Täter öffentlich ein Zeichen setzen.+++

+++22:25 Uhr: Auch das Social-Media-Team von Henriette Reker bestätigt jetzt die guten Nachrichten aus dem Krankenhaus.+++

+++21:42 Uhr: Neue Informationen aus dem Krankenhaus: „Die Operation von Frau Reker ist sehr gut verlaufen“, teilte Professor Bernd Böttiger, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Uniklinik Köln, am Samstagabend mit. „Wir haben keinen lebensbedrohlichen Zustand mehr.“

Professor Karl-Bernd Hüttenbrink, Direktor der Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde der Uniklinik, sagte zur Prognose für die 58-jährige Reker: „Wir halten zum jetzigen Stand und bei normalem Verlauf die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit von Frau Reker für wahrscheinlich.“ Auch der Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau bestätigte am Samstagabend diese Informationen.+++

+++20:55 Uhr: Rechtlich darf Henriette Reker, sofern es ihr Gesundheitszustand zulässt, aus dem Krankenhaus ihre Stimme abgeben.Ein entsprechender Paragraph ist im Kommunalwahlrecht eingebaut.+++

+++20:49 Uhr: Hannelore Kraft kämpfte beim Besuch in Köln mit den Tränen: „Wir beten für Henriette Reker“, sagte die Ministerpräsidentin. Jeder Politiker kenne die unübersichtliche Momente am Wahlkampfstand: „Wir wollen in solchen Situationen ja keine Distanz. Wir Politiker leben ja davon, dass die Menschen zu uns kommen“, sagte Kraft dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Tat falle in eine besorgniserregende politische Atmosphäre, die sich offen gegen Politiker richte: „Ich habe schon mit Sorge die Galgen bei Pegida gesehen. Es ist unerträglich, dass es auch nach dem Attentat auf Henriette Reker höhnische Kommentare im Internet gibt.“+++

+++20:35 Uhr: In seiner Vernehmung soll der Täter sein Motiv noch einmal bestätigt haben. „Reker und Merkel fluten uns mit Ausländern und Flüchtlingen“, hat Frank S.nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" sinngemäß ausgesagt.+++

+++19:50 Uhr: Auch der Synagogen-Verein Köln hat seine Solidarität mit den bei dem Attentat Verletzten erklärt. „Wir verurteilen die Tat dieses verirrten Menschen auf das Schärfste.“ Angesichts der offenbar rassistisch motivierten Tat fühlt sich der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln in seiner Sorge um die Sicherheit aller jüdischen Einrichtungen in Köln und NRW bestätigt.+++

+++19:21 Uhr: Der Reker-Attentäter Frank S. soll nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ Sympathisant der rechtsextremistischen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) gewesen sein, die im Februar 1995 verboten wurde. Dem Vernehmen nach wird dies momentan auch von den Ermittlern geprüft, die den Messerangriff aufklären sollen. Gemeinsam mit einigen der Neonazis soll S. in den 1990er Jahren bei Gedenkmärschen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß in Fulda und Luxemburg gewesen sein, berichten Kenner der Szene.+++

+++18:45 Uhr: Menschenkette vor dem Rathaus: Mit einer Menschenkette vor dem Historischen Rathaus in der Kölner Innenstadt haben Politiker und Bürger am Samstag um 18 Uhr ein Zeichen gegen Gewalt und Extremismus gesetzt. SPD-OB-Kandidat Jochen Ott, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, FDP-Chef Christian Lindner und der NRW-CDU-Landesvorsitze Armin Laschet haben teilgenommen+++

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+++18:20 Uhr: Hannelore Kraft: „Wir stehen hier zusammen als Demokraten um ein Zeichen zu setzen gegen diese verabscheuungswürdige Tat. Wir sind in Gedanken bei denjenigen, die jetzt noch im Krankenhaus sind und wir hoffen, dass die Wunden schnell wieder heilen.“+++

+++18:10 Uhr: Menschen versammeln sich vor dem Rathaus in Köln. Um 18.00 Uhr ist die Veranstaltung wie geplant gestartet. Unter anderem NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist vor Ort.+++

+++17:49 Uhr: Reker wird ihre Stimme am Sonntag abgeben können: Laut Stadtsprecher Gregor Timmer wird Henriette Reker am Sonntag ihre Stimme auf der Intensivstation abgeben können.+++

+++17:43 Uhr: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ist soeben vor dem historischen Rathaus vorgefahren. Um 18.00 Uhr startet dort eine von der SPD ins Leben gerufene Menschenkette, die ein Zeichen gegen „gegen Gewalt und Extremismus“ zu setzen.+++

+++17:19 Uhr: SPD-Kandidat Jochen Ott „sehr bestürzt“: „Ich bin selbst mit Rosen unterwegs gewesen und habe im Auto erfahren, was passiert ist. Das hat mich sehr bestürzt, weil man sich gar nicht vorstellen kann, dass so etwas passieren kann. Ich hoffe sehr, dass es Henriette Reker und den anderen Verletzten bald wieder besser geht. Ich drücke ihnen ganz fest die Daumen, damit sie wieder auf die Beine kommen. Das ist eine schändliche Tat und die betrifft alle Kölnerinnen und Kölner, weil Demokratie auch davon lebt, dass Ehrenamtler mitmachen und, dass Leute auf der Straße stehen und für ihre Ideen werben. Wenn Täter dann solche Dinge machen, dass Menschen in Zukunft Angst haben, Politik zu machen, kann es das nicht sein. Da müssen wir mit aller Entschiedenheit gegen vorgehen.“+++

Attentat auf Reker - Statement von SPD-Kandidat Jochen Ott
Köln, 17.10.15: Jochen Ott im Interview nach dem Anschlag auf Henriette Reker.

+++17:11 Uhr: FDP-Ratsmitglied Ralph Sterck: „Szene, die unter die Haut geht“: „Die Szenerie am Tatort ist alltäglich. Dann ist der Mann auf unsere Kandidatin zugegangen und hat gefragt: Kann ich eine Rose haben? Im Gegenzug hat er das Messer aus der Tasche gezogen. Das ist eine Szene, die uns Wahlkämpfern unter die Haut geht, weil wir sie fast täglich oder wöchentlich erleben. Dann fällt es einem natürlich schwer, zur Tagesordnung überzugehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Engagement von Ehrenamtlichen durch solche Taten kaputt gemacht wird.“+++

+++17:04 Uhr: Oberbürgermeister Jürgen Roters bedankt sich bei den Helfern vor Ort. Das Statement im Wortlaut:

„Als ich die schreckliche Nachricht von dem Angriff heute Morgen erhalten habe, habe ich mir sofort ein Bild vor Ort gemacht. Eine solche Attacke im Herzen unserer Stadt, mitten im Leben auf einem Wochenmarkt, ist unfassbar. Den Menschen vor Ort konnte ich den tiefsitzenden Schock ansehen. Die gesamte Atmosphäre vor Ort hat mich tief bewegt und erschüttert.

Ein solches Attentat auf eine Oberbürgermeisterkandidatin am Tag vor der Wahl ist ein hinterhältiger Angriff auf ihre Person. Es ist aber auch ein Angriff auf das öffentliche Leben und auch ein Angriff auf die Demokratie.

Ich und meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtvorstand sind sehr betroffen und wünschen Frau Reker und den anderen Verletzten eine schnelle und gute Genesung. Die Nachricht, dass der Gesundheitszustand von Frau Reker und der anderen Verletzten stabil ist, ist eine gewisse Erleichterung.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen und den Rettungskräften und allen Helfern. Ich danke allen, die vor Ort Hilfe geleistet haben.

Unsere Demokratie lebt von dem direkten Kontakt zwischen den Kommunalpolitikern und den Bürgerinnen und Bürgern. Deshalb dürfen wir trotz dieser heimtückischen Gewalttat nicht nachlassen, das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern zu suchen. Wir werden nicht einknicken.

Trotz des schrecklichen Ereignisses ermutige ich alle Bürgerinnen und Bürger, sich nicht einschüchtern zu lassen und morgen von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.“+++

+++16:58 Uhr: Zukünftiger Bonner OB „geschockt“ und „betroffen“: Der zukünftige Bonner Oberbürgermeister, Ashok-Alexander Sridharan sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Die Nachricht hat mich geschockt und betroffen gemacht. Ich wünsche Frau Reker und den anderen Verletzten eine schnelle Genesung und dass alle dieses schreckliche Erlebnis gut verarbeiten.“+++

+++16:50 Uhr: Auch Rekers Wahlkampfkoordinator Pascal Siemens wird zurzeit operiert. Er erlitt leichtere Verletzungen+++

+++16:49 Uhr: Nur der Ehemann darf zu Reker auf die Intensivstation+++

+++16:45 Uhr: Stellvertretende CDU-Vorsitzende: Angela Merkel ist tief betroffen. „Ich habe gerade mit der Bundeskanzlerin telefoniert. Auch Frau Merkel ist tief erschüttert über den gemeinen Anschlag.“, so die stellvertretende CDU-Vorsitzende in Köln, Gisela Manderla. „Wir wünschen Frau Reker und den weiteren Betroffenen alles Gute. Gehen Sie bitte morgen zur Wahl, denn damit zeigen wir, dass wir irgendwelchen Extremisten und Verrückten keine Chance in Köln zeigen.“+++

+++16:34 Uhr: NRW-SPD ruft zu Menschenkette auf: Heute Abend, 18 Uhr, soll eine Menschenkette um das Kölner Rathaus stattfinden. „Wir Demokraten setzen gemeinsam Zeichen gegen Gewalt und Extremismus“, twitterte die NRW-SPD.+++

+++16:10 Uhr: Reker geht es besser: Am Rande der Pressekonferenz sagte Wahlleiterin Gabriele Klug: „Wie man hört, geht es der Kandidatin nach der Operation deutlich besser. Sie hat den Wunsch geäußert, morgen auf der Intensivstation ihre Stimme abzugeben. Wir werden versuchen, das zu ermöglichen“

+++16:06 Uhr: Team Reker entsetzt über fremdenfeindliches Motiv des Angriffs: Das Wahlkampfteam von Henriette Reker äußert sich entsetzt über die laut Polizei fremdenfeindlichen Motive des gezielten Angriffs auf Henriette Reker und weitere Wahlkampfhelfer+++

+++15.48 Uhr: Falsche Wahlplakate in Köln aufgetaucht+++

Die Stadt Köln weist darauf hin, dass in den Stadtteilen Heimersdorf und Chorweiler Plakate aufgetaucht sind, auf denen von einer angeblichen Absage der Wahl die Rede ist. Die Stadt weist darauf hin, dass diese Angaben falsch sind und es sich dabei nicht um Mitteilungen der Stadt Köln handelt. Sie hat die Polizei eingeschaltet.

+++15:34 Uhr: Ditib vom Angriff „erschüttert“: „Der Angriff auf Frau Reker, die wir immer wieder als einen gern gesehenen Gast in unserem Hause schätzen, erschüttert uns zutiefst. Es erleichtert uns zu hören, dass Frau Reker außer Lebensgefahr ist. Die Festnahme des Täters nährt unsere Hoffnung, dass die Hintergründe schnell aufgedeckt werden. Wir wünschen Frau Reker und den anderen Verletzten baldige Genesung,“ so der Vorsitzende Prof. Dr. Nevzat Ya?ar A??ko?lu.+++

+++15:29 Uhr: Bei der PK der Polizei wurden die Tatwaffen gezeigt (im Bild). Es handelt sich bei dem kleinen Messer um ein Butterfly-Messer. Die große Waffe ist ein Bowie-Messer+++

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+++15:18 Uhr: Vertreter aller Parteien nehmen an Solidaritätskundgebung teil+++

Bei einer spontanen Kundgebung am CDU-Wahlkampfcontainer auf der Schildergasse kamen soeben Vertreter und Anhänger aller Parteien zusammen. Am Rande der Kundgebung sagte Jochen Ott, der OB-Kandidat der SPD, dass er selbst gerade Rosen an einem Wahlstand verteilt habe und auf dem Weg zum nächsten Termin, als er von der Tat erfahren habe. „Meine Gedanken sind bei ihr und den anderen Verletzten“, so Ott. „In solchen Situationen müssen alle Parteien zusammenstehen.“ Es sei schändlich, was da passiert ist. Wählen gehen sollte man jetzt erst recht.

Gisela Manderla, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Köln, sagte, sie habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert. „Sie ist tief betroffen über den gemeinen Anschlag.“ Armin Laschet, CDU-Landesvorsitzender in NRW, berichtete von einem Telefonat mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. „Wir müssen jetzt alle zusammenstehen“, habe sie ihm gesagt. Laschet weiter: „Messeranschläge auf Kommunalpolitiker dürfen keinen Erfolg haben.“ Das, was passiert ist, sei ein „Anschlag auf die Demokratie“.
Außerdem sprachen Anne Lüttkes und Marlies Bredehorst (Grüne), Ralph Sterck (FDP), Gabriele Hammelrath (SPD) und Jörg Detjen (Linke).

+++15:01 Uhr: Polizeipräsident Albers auf der Pressekonferenz: „Reker stabil, aber nicht über den Berg“+++

+++14:56 Uhr: Reker soll Rosen vor dem Attentat verteilt haben: So soll der Anschlag laut Augenzeugen passiert sein: Henriette Reker verteilte auf dem Marktplatz in Braunsfeld Rosen an Passanten, als der spätere Täter auf sie zukam. Er habe dann, so die Zeugen, nach einer Rose gefragt. Als er von Reker eine Blume bekam, habe er das Messer gezückt und Reker sowie vier weitere Personen verletzt.+++

+++14:44 Uhr: Politologe: Angriff kann Einfluss auf Kölner OB-Wahl haben: Der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann glaubt, dass der Angriff auf die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker Einfluss auf das Wahlergebnis am Sonntag haben kann. „Sie wird wohl einen tragischen Bonus bekommen“, sagte der Professor der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität am Samstag im Westdeutschen Rundfunk. Allerdings sei Reker ohnehin die Favoritin gewesen, sodass die Wahl in ihrem Ausgang wohl nicht entscheidend verfälscht werde.
Dass die Stadt trotz des Angriffs an dem Wahltermin an diesem Sonntag festhält, wertete er als richtig. „Wir dürfen uns in unserer Demokratie nicht den Wahltermin vorgeben lassen von politischen oder psychisch gestörten Attentätern oder wem auch immer“, betonte er. „Die Wahl ist angesetzt, die Bürger warten darauf.“+++

+++14:42 Uhr: FPD-Chef Lindner: Besondere Dramatik: FDP-Chef Christian Lindner hat nach dem Attentat auf Henriette Reker dazu aufgerufen, „umso entschiedener für Deutschlands Weltoffenheit und Liberalität einzutreten“. Lindner sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger: „Sollten Berichte zutreffen, dass die Flüchtlingspolitik das Motiv des Attentäters gewesen sein sollte, verleiht das dem schlimmen Anschlag auf Frau Reker zusätzlich eine besondere Dramatik.“ Er wünsche sich, dass am Sonntag nun umso mehr Kölner zu Wahl gingen, um einen demokratischen Kandidaten zu wählen. „Das wäre ein starkes Signal, dass sich unsere Demokratie von nichts und niemandem unterkriegen lässt“, so der FDP-Vorsitzende.+++

+++14:39 Uhr: SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi: Angriff auf demokratische Kultur: „Unsere Gedanken und unsere Anteilnahme sind bei Henriette Reker und bei allen bei diesem feigen Attentat verletzten Personen und deren Angehörigen. Dieser Angriff war ein Angriff auf uns alle, unsere demokratische Kultur und unser friedliches Miteinander.“

+++14:37 Uhr: Henriette Reker hat die Operation gut überstanden. Ihr Zustand ist stabil+++

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+++14:19 Uhr: Siegesmarsch wird zu Solidaritätsmarsch: Der ursprünglich als „Siegesmarsch“ geplante Umzug der Spaßpartei „Die Partei“ mit ihrem OB-Kandidaten Mark Benecke ist spontan zu einem Solidaritätsmarsch für die Opfer des Anschlags in Braunsfeld umgewidmet worden. Die rund 50 Benecke-Anhänger ziehen von Deutz über die Deutzer Brücke zum Dom. Dort will Mark Benecke reden. „Wir hoffen, dass es Henriette Reker bald besser geht“, sagte eine Anhängerin der „Partei“: „Gerade jetzt ist es aber wichtig, morgen zur Wahl zu gehen.“+++

+++14:14 Uhr: NRW-Innenminister Jäger sieht „Anzeichen für politisch motivierte Tat“: Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) sieht nach dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker „erste Anzeichen für eine politisch motivierte Tat“. Die Ermittlungen der Kölner Polizei und des Landeskriminalamtes liefen mit Hochdruck, erklärte er. „Die Polizei setzt alles daran, die Hintergründe dieser Tat so schnell wie möglich aufzuklären.“+++

+++14:09 Uhr: Verfassungsschutz schaltet sich ein: Nach unseren Informationen überprüft der Verfassungsschutz jetzt den Täter+++

+++13:59 Uhr: Polizeipräsident Albers äußert sich zu Ermittlungen: „Entsetzt, dass eine Verantwortliche der Stadt Köln Opfer einer solchen Gewalttat geworden ist. Wir als Polizei werden alles tun, um diese Tat und die Hintergründe dieser Tat aufzuklären“. Momentan laufen die Tatortaufnahme und erste Ermittlungen.+++

+++13:55 Uhr: Polizei befindet sich in Wohnhaus: Die Polizei befindet sich im Wohnhaus des Verdächtigen, hat aber die Wohnung selbst noch nicht betreten. Möglicherweise warten die Beamten noch auf den richterlichen Durchsuchungsbefehl+++

+++13:36 Uhr: Flüchtlingspolitik als Motiv: Der Täter soll nach seiner Verhaftung als Grund für seine Tat nicht nur die Flüchtlingspolitik von Henriette Reker, sondern auch die von Bundeskanzlerin Angela Merkel genannt haben+++

+++13:30 Uhr: Parteien versammeln sich auf der Schildergasse: CDU, Grüne, FDP und Deine Freunde haben vereinbart, sich zusammen mit der SPD und der Linkspartei auf der Schildergasse (vor Kaufhof) zu versammeln. Hans Schwanitz und Marlis Bredehorst: „Wir sind auch jetzt, einige Stunden nach dem Attentat, geschockt. Wir wünschen Henriette Reker und den anderen Verletzten alles Gute, wünschen ihnen, dass sie das Attentat in voller Gesundheit überstehen. Wir wollen das um 14:15 Uhr auf der Schildergasse zum Ausdruck bringen. Der Anschlag auf Henriette Reker ist ein Anschlag auf unsere Demokratie.“+++

+++13:22 Uhr: Ulrike Graupner von der Feuerwehr- und Unfallseelsorge: „Es ist schrecklich“: „Das ist mein Revier hier, meine vertraute Ecke. (Pfarrerin Clarenbachkirche) Ich hab die direkten Zeugen betreut, sie standen natürlich unter Schock. Man muss sich das vorstellen: Da steht in so einer friedlichen Marktsituation einer mit dem Messer vor einem. Es ist schrecklich, weil die Politiker ja gerade deshalb hier waren, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.“+++

+++13:10 Uhr: Weitere Verletzte: Die CDU-Ortsvorsitzende in Braunsfeld, Marliese Berthmann, soll nach Angaben von CDU-Chef Petelkau einen Stich in den Unterleib bekommen haben+++

+++13:04 Uhr: Offizielle Bestätigung der Stadt Köln: Die Wahl am Sonntag findet statt+++

+++13:00 Uhr: Täter wohnt in Nippes: Der Täter Frank S. wohnt in einem gut bürgerlichen Wohnhaus in Nippes+++

+++12:54 Uhr: KVB-Betrieb läuft: Die Bahnen der KVB über die Aachener Straße fahren. Die Haltestelle Clarenbachstift wird aber nicht angefahren+++

+++12:52 Uhr: Weitere Sondersendungen: Köln.tv sendet um 13 Uhr und 14 Uhr weitere Sondersendungen zum Attentat+++

+++12:46 Uhr: NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans bestürzt: „Ich bin bestürzt. Es gibt Menschen, die sich des Wertes friedlichen Wettbewerbs in einer Demokratie nicht bewusst sind. Denen dürfen wir das Feld nicht überlassen. Auch einem verwirrten Kopf muss klar sein, dass Demokraten beim Schutz der Demokratie und beim Schutz von Leib und Leben zusammenstehen. Henriette Reker und den verletzten Begleiterinnen und Begleitern wünsche ich alles Gute.“+++

Attentat auf Reker - Erste Bilder vom Tatort
Köln,17. 10.15: Nach dem Angriff auf Henriette Reker sehen Sie hier erste Bilder vom Tatort, dem Wochenmarkt in Köln Braunsfeld.

+++12:36 Uhr: Marktfrau beobachtet die Tat: „Der Täter hatte einen riesigen Säbel in der Hand und ein Butterfly-Messer“+++

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+++12:28 Uhr: Minister Maas verurteilt Attacke: Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verurteilte die Messerattacke als „unfassbare, abscheuliche Tat“. „Gedanken sind bei den Verletzten“, schrieb der Minister im Kurznachrichtendienst Twitter.+++

+++12:23 Uhr: Merkel spricht mit Laschet: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich beim CDU-Landesvorsitzenden Armin Laschet nach dem Gesundheitszustand von Henriette Reker erkundigt+++

+++12:21 Uhr: Polizei richtet Mordkommission ein. Zur Stunde wird der Tatverdächtige im Präsidium vernommen. Die Spurensicherung fotografiert unterdessen den Tatort in Braunsfeld+++

+++12:20 Uhr: Hannelore Kraft schockiert: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) reagierte schockiert auf das Attentat. „Das ist ein Angriff auf uns alle“, teilte sie am Samstag auf Twitter mit. „Hoffe und bange mit den Verletzten.“+++

+++12:18 Uhr: OB Roters ist tief erschüttert: „Ich bin tief erschüttert über das, was hier in Braunsfeld geschehen ist. Ich habe es nicht für vorstellbar gehalten, dass eine Politikerin, die im Wahlkampf auf die Menschen zugeht, Opfer eines solchen Anschlages wird. Meine Gedanken sind in erster Linie bei Frau Reker - ich bete, dass sie schnell gesund wird und die anstehende Operation gut übersteht.“+++

+++12:17 Uhr: Pressekonferenz der Polizei: Um 15:00 Uhr findet eine Pressekonferenz der Polizei im Präsidium in Kalk statt. Bereits um 14 Uhr wollen sich CDU, Grüne und FDP zum Attentat auf ihre OB-Kandidatin äußern+++

+++12:16 Uhr: Auch FDP-Ratsmitglied Katja Hoyer unter den Verletzten+++

Katja Hoyer, FDP, Mitglied des Stadtrates, ist leicht verletzt. Sie steht nach Angaben von FDP-Chef Ralph Sterck unter Schock. Sie ist Ehefrau von Werner Hoyer, ehemals Staatsminister im Auswärtigen Amt und von 2002 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Von Oktober 2009 bis Dezember 2011 war er erneut Staatsminister beim Bundesminister des Auswärtigen.

+++12:13 Uhr: Verschiebung der Wahl kein Thema: Wahl wird laut Kommunalwahlordnung nur verschoben, wenn ein Bewerber vor der Wahl verstirbt

Die Kommunalwahlordnung des Landes Nordrhein-Westfalen legt fest, wann eine Wahl verschoben wird. In Paragraf 64 heißt es unter anderem: „Stirbt ein im Wahlbezirk vorgeschlagener Bewerber nach der Zulassung des Wahlvorschlags, aber noch vor dem Wahltage und ist für ihn ein Ersatzbewerber auf der Reserveliste nicht vorhanden, so sagt der Wahlleiter die Wahl ab und gibt bekannt, dass eine Nachwahl stattfinden wird. Er benachrichtigt gleichzeitig die Aufsichtsbehörde. Diese setzt den Tag der Nachwahl fest und bestimmt, bis zu welchem Zeitpunkt an Stelle des Bewerbers ein anderer benannt werden kann.“+++

Attentat auf Reker - Statement OB Roters
Köln, 17.10.15: Oberbürgermeister Jürgen Roters gibt am Tatort ein erstes Statement zum Zustand von Henriette Reker nach dem Attentat.

+++12:11 Uhr: Sondersendung: Köln.tv sendet um 12.30 Uhr eine Sondersendung zu dem Attentat+++

+++12:09 Uhr: Beratungen: Wahlleiterin Gabriele Klug und Wahlteam beraten über Wahl am Sonntag+++

+++12:05 Uhr: Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki spricht von „sinnloser Gwewalt“: „Der unfassbare Angriff auf die Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker bestürzt mich zutiefst. Ich wünsche ihr von Herzen rasche Genesung und schließe sie in mein Gebet ein. Es ist erschütternd, dass eine solch sinnlose Gewalttat den Wahlkampf überschattet.“+++

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+++11:59 Uhr: Details zum Messer: Zeugen berichten von einer 50cm langen Klinge+++

+++11:54 Uhr: Einzelheiten zum Täter: Der 44-Jährige ist nach ersten Erkenntnissen der Polizei bis Samstagmorgen noch nicht mit Straftaten aufgefallen. Er sei ein „unbeschriebenes Blatt“, berichtete ein Ermittler+++

+++11:52 Uhr: Täter äußert sich zu Motiv: Auf dem Weg zu seiner Vernehmung im Präsidium soll der Täter zu Polizisten sinngemäß gesagt haben: „Ich habe das wegen Rekers Flüchtlingspolitik getan“+++

+++11:49 Uhr: Abwehr mit Parteischirmen: Zeugen berichten, dass Helfer nach dem Angriff versucht haben, den Täter mit den Sonnenschirmen der Partei zu überwältigen+++

+++11:46 Uhr: Kritik an Rettungskräften: Nach Angaben von FDP-Ratsmitglied Ralph Sterck habe es relativ lange gedauert, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren+++

+++11:44 Uhr: Bürgermeister Andreas Wolter von den Grünen: „Glaube der Wahlkampf ist jetzt vorbei“+++

+++11:37 Uhr: Oberbürgermeister Roters: Reker an der Luftröhre verletzt: Auch der Kölner Oberbürgermeister Roters bestätigt in einem Statement, dass Reker an der Luftröhre verletzt sei+++.

+++11:32 Uhr: Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau war Augenzeuge des Attentats: Der Kölner CDU-Chef Bernd Petelkau war Augenzeuge des Attentats. Er ist sichtlich gezeichnet. Er spricht von einer „politisch motivierten Tat“. Der Täter habe eine „messianische Wendung“ gehabt.+++

Lesen Sie im nächsten Abschnitt die Zusammenfassung der ersten Erkenntnisse.

Rekers Wahlkampf-Team hat das inzwischen über Twitter bestätigt:

Reker wird zurzeit in der Uniklinik behandelt.

Auch eine weitere Politikerin, Anette von Waldow von der FDP, erlitt dabei schwere Verletzungen. Sie wurde mit zwei Stichen in die Seite verletzt. Die anderen drei Opfer erlitten leichtere Verletzungen.

Der Täter soll gerufen haben: „Ich rette den Messias. Die Gesellschaft muss vor solchen Leuten geschützt werden.“ Er soll nach der Attacke mit dem Messer in der Hand stehengeblieben sein und auf die Polizei gewartet haben.

Einige Wahlkampfhelfer der FDP und der Grünen müssen mit einem Schock im Krankenhaus Hohenlind behandelt werden.

Alle Reker unterstützenden Parteien haben ihren Wahlkampf eingestellt. Auch SPD-Kandidat Jochen Ott hat seinen Wahlkampf unterbrochen.

OB Jürgen Roters ist vor Ort. Er sei „erschüttert, dass so etwas auf den Straßen passieren kann.“ Er hoffe, dass es den Verletzten bals besser geht.

Der Täter ist bereits festgenommen. Die Aachener Straße ist ab dem Maarweg stadtauswärts gesperrt.

Am Sonntag wird in Köln ein neuer Oberbürgermeister gewählt. (red)

Hinweis der Redaktion: Die automaische Wahlwerbung des Gegenkandidaten Jochen Ott (SPD) unter dem Artikel ist inzwischen deaktiviert. Es kann noch einige Minuten dauern, bis sie auch von den Bildschirmen verschwindet. Wir entschuldigen uns für die Irritationen und bitten um Verständnis.

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