26.07.2016
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Anschlag auf Henriette Reker: Frank S. hat Attentat genau geplant

Der Attentäter nach der Festnahme in Braunsfeld

Der Attentäter nach der Festnahme in Braunsfeld

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Kölner EXPRESS

Köln -

Allzu leicht wollte Frank S. es den Ermittlern dann doch nicht machen. Hatte der  Reker-Attentäter in seiner Vernehmung noch relativ freimütig über seine rechtsextreme Vergangenheit in den 1990er Jahren und eine dreijährige Haftstrafe geplaudert, ließ er die Fahnder gleichzeitig wissen, dass sie sich die Durchsuchung seiner Wohnung in Nippes sparen könnten. „Sie werden da gar nichts finden“, soll er gesagt haben. Und genauso kam es.

Als die Fahnder im Präsidium die sichergestellten Rechner und Unterlagen des 44-Jährigen durchsahen, fanden sie keine Hinweise auf die Tat. Aus den Computern waren sogar die Festplatten ausgebaut. „Da hat jemand vorgesorgt“, sagte ein Ermittler.

„Ich bin aufgestanden, um heute Abend als Mörder im Gefängnis zu sitzen“

Inzwischen sind noch weitere Anzeichen dafür bekannt geworden,  dass Frank S. das Messerattentat allem Anschein nach sorgfältig geplant hat. Nach Informationen des „Kölner  Stadt-Anzeiger“ soll er nach seiner Festnahme sinngemäß zu einem Polizisten gesagt haben: „Ich bin heute Morgen aufgestanden, um heute Abend als Mörder im Gefängnis zu sitzen.“

Kurz bevor Frank S. der OB-Kandidatin Henriette Reker am Samstagmorgen mit einem Messer in den Hals stach, soll er sich zudem Mut angetrunken haben. Ein Ermittler berichtete, der Mann habe nach  Alkohol gerochen. Viel kann Frank S. allerdings nicht getrunken haben, denn die psychologische Gutachterin erachtete ihn zum Zeitpunkt der Tat als voll schuldfähig.

Nachbarn beschreiben ihn als Einzelgänger

Nach jetzigem Ermittlungsstand geht die Staatsanwaltschaft weiterhin davon aus, dass der Hartz-IV-Empfänger alleine und ohne Mitwisser gehandelt hat. Nachbarn beschreiben ihn als Einzelgänger – ein Einzelgänger, der aber offenbar zumindest Kontakte zu Gesinnungsgenossen gesucht hat. „Es liegen Informationen vor, dass der mutmaßliche Täter 2008 Interesse an der NPD gezeigt hat“, berichtete der Chef des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. In jüngster Zeit sei der Beschuldigte zudem „sporadisch in rechtsgerichteten Online-Foren“ unterwegs gewesen.

Lesen Sie im Folgenden, was die bisherigen Ermittlungen noch ergeben haben.

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