30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Angriff auf Reker - Das wissen wir über Frank S. : Attentäter Sympathisant der rechtsextremistischen FAP
17. October 2015
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Angriff auf Reker - Das wissen wir über Frank S. : Attentäter Sympathisant der rechtsextremistischen FAP

Der Attentäter nach der Festnahme in Braunsfeld

Der Attentäter nach der Festnahme in Braunsfeld

Foto:

Kölner EXPRESS

Köln -

Frank S. hielt noch beide Messer in der Hand, als er sich von den Polizisten kurz nach der Tat festnehmen ließ. Er leistete dabei keinen Widerstand, so der Leiter der Direktion Kriminalität, Norbert Wagner. Den Ermittlern liegt mittlerweile das Ergebnis der psychologischen Begutachtung des Attentäters an die OB-Kandidatin Henriette Reker vor. In einer ersten Bewertung sei festgestellt worden, dass keine Anhaltspunkte für den Ausschluss der Schuldfähigkeit des Angreifers vorliegen, gaben die Staatsanwaltschaft und Polizei Köln bekannt.

Was wir alles über den Täter wissen:

Die Vergangenheit des Frank S.:

Der Reker-Attentäter Frank S. soll nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" Sympathisant der rechtsextremistischen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) gewesen sein, die im Februar 1995 verboten wurde. Dem Vernehmen nach wird dies momentan auch von den Ermittlern geprüft, die den Messerangriff aufklären sollen. Gemeinsam mit einigen der Neonazis soll S. in den 1990er Jahren bei einem der jährlich stattfindenden Gedenkmärschen für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß gewesen sein, berichten Kenner der Szene.

So wirkte er auf Bekannte:

Der 44-Jährige Täter lebt in einem schönen Altbau in einer ruhigen Seitenstraße von Nippes. Er wohnt allein und hat kaum Kontakt zu den anderen Hausbewohnern oder Nachbarn gehabt.

Von diesen wird er als „unauffälliger Zeitgenosse“ beschrieben. Er war seit längerer Zeit arbeitslos und bezog nach Aussage der Polizei Hartz IV. Früher war Frank S. als Maler und Lackierer tätig gewesen. Diese Angaben des Täters werden derzeit von der Polizei überprüft. Die Wohnung des Täters wurde am Nachmittag untersucht.

Das sagt Frank S. über sein Tatmotiv:

Auf der Fahrt vom Tatort zum Polizeipräsidium sprach er mit den Beamten auch über sein Tatmotiv. Wie es Polizeidirektor Wagner auf der Pressekonferenz am Samstagnachmittag ausführte, trieb ihn Fremdenhass zu dieser Tat. Auf dem Weg zu seiner Vernehmung im Präsidium soll der Täter zu Polizisten sinngemäß gesagt haben: „Ich habe das wegen Rekers Flüchtlingspolitik getan“. Dies erhärtete sich auch in den Vernehmungen im Polizeipräsidium. Nach diesen Vernehmungen sollte der Täter einer psychologischen Untersuchung unterzogen werden. Polizeidirektor Wagner: „Angesichts des Tatbildes wäre es fahrlässig, dies nicht zu tun.“

Das ist über die Hintergründe bekannt:

Die Polizei hat keine Erkenntnisse, dass sich Frank S. in einer Partei oder einer anderen Gruppierung engagiert hat. Er ist auch ein Einzeltäter. Hinweise auf Mittäter waren nicht zu finden. Er gab aber zu Protokoll, dass er vor 20 Jahren mal politisch aktiv gewesen sei. Dazu wollte sich die Polizei aber nicht weiter äußern. Er ist polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.

Nach seinen bisherigen Aussagen hat er die OB-Kandidaten Henriette Reker ganz gezielt angegriffen. Dabei soll auch eine entscheidende Rolle gespielt haben, dass sie als Sozialdezernentin für die Flüchtlingspolitik in Köln zuständig ist.
Bewaffnet war Frank S. mit einem Butterfly- und einem Bowiemesser. Woher er die Waffen hatte, ist bisher unbekannt. Ganz Köln zeigt sich schockiert über das Attentat.