24.07.2016
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Haus- und Grundbesitzerverein: Adenauer provoziert OB Roters

Baulücken wie hier an der Ecke Liebigstraße/Pettenkofferstraße gehören zum Kölner Stadtbild.

Baulücken wie hier an der Ecke Liebigstraße/Pettenkofferstraße gehören zum Kölner Stadtbild.

Foto:

Ramler

Köln -

Der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein fordert von Politik und Verwaltung ein verstärktes Engagement beim Wohnungsbau und hat dazu ein Zehn-Punkte-Programm vorgestellt. „Wir sehen, dass in der Stadt noch viel Raum vorhanden ist, der aber nicht genutzt wird“, sagt Vorstandsvorsitzender Konrad Adenauer. Er halte nichts von einer „Zwangsbewirtschaftung“, wie es das von Oberbürgermeister Jürgen Roters geforderte kooperative Baulandmodell sei. Sollte dieses vom Rat verabschiedet werden, müssten pro Bauprojekt 30 Prozent geförderter Wohnraum geschaffen werden.

„Wir sind nicht gegen sozialen Wohnungsbau, aber das Baulandmodell verschreckt Investoren“, sagt Geschäftsführer Thomas Tewes. Es sei schlichtweg nicht möglich, dass alle Menschen in der Innenstadt oder in Stadtteilen wie Sülz, Klettenberg und Lindenthal wohnen. „Wem soll es dienen, in Marienburg sozialen Wohnungsbau umzusetzen“, fragte Adenauer provokativ. Die Bewohner von geförderten Wohnungen würden sich dort ohnehin deklassiert fühlen und die Investoren ein teures Grundstück nicht nutzen können.

Wohnungsbau an Bahndämmen

Der Haus- und Grundbesitzerverein schlägt vor, stattdessen Teile des Zehn-Punkte-Programms umzusetzen, das unter anderem eine stärkere Nutzung von Flächen entlang der Bahndämme vorsieht. „Die Förderbedingungen der KfW-Bank verhindern, dass dort geförderter Wohnraum entsteht, weil es zu laut sein soll“, sagt Adenauer. Dabei gebe es mittlerweile sehr gute Lärmschutzmaßnahmen. Deshalb sei es sinnvoll, wenn die Stadt mit der Deutschen Bahn verstärkt über solche Grundstücke verhandeln würde.

Ein Vorschlag des Vereins besteht darin, Gewerbeflächen aus dem Innenbereich der Stadt in die Außenbereiche zu verlegen und so neue Flächen zu gewinnen. Auch ein Ausbau von Baulücken müsse verstärkt werden. „Wir haben in Köln aktuell zwischen 2500 und 3000 Baulücken, die nicht ausgenutzt werden“, sagt Tewes. Der Druck werde sich angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums bis 2030 weiter verstärken. Statt der 4000 pro Jahr zusätzlich benötigten Wohnungen würden derzeit nur 2000 gebaut. Die Verwaltung müsse ein innovatives Planungskonzept entwickeln.