28.09.2016
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Ab September: Alkoholverbot an KVB-Haltestellen

Einsteigende KVB-Kunden in der U-Bahn-Haltestelle Ebertplatz

Einsteigende KVB-Kunden in der U-Bahn-Haltestelle Ebertplatz

Foto:

Arton Krasniqi

Köln -

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) führen ein Alkoholverbot in Bussen, Bahnen und auf den U-Bahnsteigen ein. Wer dort ab September mit einer offenen Flasche Bier oder anderen alkoholischen Getränken unterwegs ist, läuft Gefahr, ein Bußgeld von 40 Euro zahlen zu müssen. „Es geht uns dabei nicht um Bestrafung“, sagte KVB-Chef Jürgen Fenske, „sondern darum, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und die Sauberkeit in Fahrzeugen und auf den Bahnsteigen zu steigern.“
Die KVB verschärft damit das seit 2007 geltende allgemeine Ess- und Trinkverbot: Dieses gilt zum einen nur in den Fahrzeugen, zum anderen wurden laut Fenske Alkohol trinkende Fahrgäste nur dann mit einem Bußgeld belegt, wenn sie mit Bier, Wein oder Schnaps Sitze oder Fußboden verschmutzen oder verkleben. Dieses Alkoholverbot – die KVB stützt sich dabei juristisch auf ihr Hausrecht – kommt nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden dem Wunsch eines Großteils der Kölner entgegen. Eine telefonische Umfrage bei rund 3000 Bürgern habe Ende 2012 ergeben, dass 81 Prozent ein solches Verbot befürworten. „Nach den Nachtverkehren am Wochenende sind manche Fahrzeuge in einem Zustand, den man niemandem zumuten kann“, sagt Fenske.

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Ab September will die KVB zunächst eine „Vorwarnphase“ starten, in der die Mitarbeiter die Kunden auf die neue Regelung aufmerksam machen, aber „in aller Regel“ noch keine Bußgelder verhängen; ab 1. Oktober wird es dann ernst. Neben den rund 130 Sicherheits- und Servicemitarbeitern des Unternehmens sollen zumindest in der Anfangszeit zwischen 20 und 30 externe Kräfte die Einhaltung des Verbots kontrollieren. Dabei sollen die speziell geschulten Kollegen laut Fenske durchaus „mit Fingerspitzengefühl“ vorgehen: Wer sich einsichtig zeige und mit seiner Bierflasche aus der Bahn aussteige oder die Station verlasse, der solle nicht zur Kasse gebeten werden.

Und was ist in der Karnevalszeit oder bei FC-Spielen? „Da haben wir wenig Möglichkeiten einzugreifen“, stellt Fenske realistisch fest. „Da müssen wir sehen, was geht und was nicht geht.“ Generell ist Fenske zuversichtlich, dass „die Fahrgäste die neue Regelung akzeptieren“ – die Stadt Hamburg jedenfalls habe mit einem solchen Alkoholverbot positive Erfahrungen gemacht. Im vorigen Jahr seien dort 2800 Bußgelder verhängt und 2700 Verwarnungen ausgesprochen worden.

Ob – und wenn ja wie – das Alkoholverbot auch auf die Zwischenebenen der stark frequentierten großen U-Bahn-Stationen ausgeweitet werden kann, ist derzeit offen. „Wir prüfen das juristisch“, sagt Stadtsprecherin Inge Schürmann. Denn im Gegensatz zu den KVB-Anlagen, wo das Unternehmen das Hausrecht habe, handele es sich bei den Zwischenebenen zum Teil um öffentliche Verkehrsflächen, „für die ganz andere Rechtsgrundlagen gelten“. Der Stadt gehe es um eine einheitliche Regelung und vor allem darum „die Auswüchse des Alkoholkonsums einzudämmen“.

Das Rauchen ist nach dem neuen Nichtraucherschutzgesetz seit dem 1. Mai sowohl in Bussen, Bahnen, Fahrzeugen und auf Bahnsteigen sowie in den Zwischenebenen verboten.