29.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Archäologie: Römer-Tor wieder zugeschüttet
13. August 2013
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Archäologie: Römer-Tor wieder zugeschüttet

Thomas-Georg Tremblau zeigt ein Stück des Osttores.

Thomas-Georg Tremblau zeigt ein Stück des Osttores.

Foto:

Peter Rakoczy

Herber Rückschlag für den Historischen Park Deutz: Nur wenige Wochen nachdem das römische Osttor, das in der Nähe des Rheinboulevards liegt, freigelegt wurde, wird es derzeit von der Stadt wieder mit Kies zugeschüttet. Von den ungefähr 2,50 Meter hohen Mauern werden nach dem Abschluss der Arbeiten lediglich etwa ein Meter zu sehen sein, bestätigte der Direktor des bei den Arbeiten federführenden Römisch-Germanischen Museums, Marcus Trier, auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger".

Das römische Tor war zunächst während der Bauarbeiten am Hochhaus Maxcologne zugeschüttet worden, um es vor Schäden zu schützen. Vor wenigen Wochen hatte es die Stadt wieder freilegen lassen, um ein Gutachten zu erstellen, das Aufschluss darüber geben soll, in welchem baulichen Zustand sich die 1700 Jahre alte Deutzer Tor-Anlage befindet. Trier begründete die erneute Zuschüttung damit, dass die 2,50 Meter tiefe Grube ein Sicherheitsrisiko für Passanten darstelle. "Wer übernimmt die Verantwortung, wenn da ein Kind hineinfällt?" In der Vergangenheit hätte sich der Ort außerdem zu einem "Unort" mit viel Müll entwickelt, der Raum beispielsweise für Junkies geboten hätte.

Der Förderverein Historischer Park Deutz mit seinem Vorsitzenden Thomas-Georg Tremblau hatte sich dafür starkgemacht, die Toranlage auch künftig weiter zu zeigen - im Rahmen eines Historischen Parks, zu dem auch die Mauerreste des römischen Kastells Divitia gehören sollten. Auftrieb hatte es für das Projekt gegeben, nachdem bekannt wurde, dass das Kastell im Rahmen des Projektes "Niedergermanischer Limes" zum Unesco-Weltkulturerbe erklärte werden könnte.

Der Haken: Große Teile der Kastell-Mauern liegen auf dem Areal, auf dem der Rheinboulevard derzeit entsteht. Der Rat hatte bereits im April beschlossen, dass die Römer-Mauern im Bereich Rheinboulevard nicht freigelegt werden. Lediglich die Nordmauern sollen durch Markierungen gekennzeichnet werden. Für den Bereich, in dem das Kastell liegt, gibt es noch keine konkreten Pläne.

Trier rechnet damit, dass das Tor schon 2017 oder 2018 zum Weltkulturerbe erklärt werden könnte. Ob das Tor dann wieder komplett ausgegraben werde, ließ er offen. "Das jetzige Konzept lässt alle Möglichkeiten offen."


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