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Archäologische Zone: Grabung auf der Zielgeraden

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Bei der Grabung lässt der neue Projektleiter von Leitungen durchzogene Flächen aussparen – das soll Zeit und Geld sparen.  Foto: Grönert
Der Projektleiter der Archäologischen Zone Marcus Trier hat überarbeitete Museumspläne vorgestellt. Mit dem Rohbau des Jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz könne im ersten Quartal 2014 begonnen werden.  Von
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Zeit und Geld wolle er sparen, sagte Marcus Trier, als er die Leitung des Projekts Archäologische Zone und Jüdisches Museum von seinem umstrittenen Vorgänger Sven Schütte übernahm. Und wie es aussieht, schafft er das auch. Im Herbst kommenden Jahres sollen alle Ausgrabungen auf dem Rathausvorplatz beendet sein, versicherte Trier dem Ausschuss für Kulturbauten. Bereits Ende dieses Jahres werden Teile des Grabungsfeldes vorübergehend mit Sand verfüllt, um die Ausgrabungen zu schützen und die Vorbereitungen für die Aufbauten zu ermöglichen. Wenig später werde auch das große Zelt, das einen Teil der Grabungen schützt, abgebaut.

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Zeit und Geld zu sparen – dieses Ziel erreicht Trier unter anderem dadurch, dass das Grabungsfeld verkleinert wurde. An Portalsgasse, Judengasse und Obenmarspforten ließ er die Fläche um einige wenige Meter reduzieren. Dadurch können zum Beispiel Versorgungsleitungen, die im ausgesparten Bereich verlaufen, unberührt bleiben; die Straßen selbst müssen also nicht aufgerissen, der Verkehr nicht beeinträchtigt werden. „Mit der Reduzierung wird die historische Bedeutung und Qualität der Grabung aber nicht beeinträchtigt“, versicherte Trier. Wegen der leicht verkleinerten Grabungsfläche müsse die Decke des später unterirdischen Bereichs des Museums auch nur von 50 bis 55 statt der ursprünglich geplanten 63 Stützpfeiler getragen werden, die zudem einen geringeren Durchmesser benötigten. Ein überarbeiteter Kostenplan, in dem die Einsparungen beziffert sind, werde noch vor der Sommerpause dem Rat vorgelegt, versprach Engelbert Rummel, Leiter der Gebäudewirtschaft.

Mit dem Rohbau des Jüdischen Museums auf dem Rathausvorplatz könne im ersten Quartal 2014 begonnen werden. Zwei Jahre später, so die Planung, seien alle Arbeiten abgeschlossen. „Das Jüdische Museum ist für 250.000 bis 300.000 Besucher konzipiert“, erklärte Architekt Wolfgang Lorch. Der Eingang zum Museum erfolge über den Ratskeller und den Löwenhof auf dem Alter Markt, erläuterte Lorch. Im oberirdischen Teil auf dem Rathausvorplatz sei kein Zugang vorgesehen. Vom Alter Markt aus können die Besucher den unterirdischen Rundgang durch die Archäologische Zone durchwandern oder über eine Abkürzung direkt in die Dauerausstellung oder den Vortragssaal des Museums gelangen. Die Fassade des modernen Baus besteht aus hellem Naturstein; aus einem besonderen, nur teilweise lichtdurchlässigen Glas im Erdgeschoss ist der Blick frei von der Straße Obenmarspforten auf die Laube des historischen Rathauses.

Verwaltungsräume sind in dem Museum nicht eingeplant, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Betreiber werde Räume in der direkten Umgebung anmieten, sagte Rummel. Die Gespräche mit dem LVR über Konzeption und Betrieb des Museums „sind auf der Zielgeraden“, berichtete Marcus Trier, der mit dem Abschluss der Verhandlungen „noch vor der Sommerpause“ rechne.

Die Ratspolitiker nahmen die Ausführungen der Verwaltung erleichtert zur Kenntnis. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, weil das renommierte Projekt bald abgeschlossen werden könne, sagte Barbara Moritz, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Anke Brunn (SPD) lobte, sie habe „zum ersten Mal seit Jahren konkrete Antworten auf unsere Fragen“ erhalten.

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