27.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Archäologische Zone: Vandalen beschädigen Ausgrabungen

Seit vielen Jahren eine Problemzone: das Grabungsgelände auf dem Rathausplatz.

Seit vielen Jahren eine Problemzone: das Grabungsgelände auf dem Rathausplatz.

Foto:

Stefan Worring

Köln -

Die Stadtverwaltung will einen Wachdienst damit beauftragen, die Ausgrabungsstätte vor dem Rathaus zu schützen. Das eingezäunte Gelände, auf dem die Archäologische Zone mit dem Jüdischen Museum entstehen soll, sei in den Nachtstunden und am Wochenende ein „Anziehungspunkt für allgemeinen Vandalismus“, heißt es zur Begründung. Beobachtet wurden „das Hineinwerfen von Abfällen, zum Beispiel Glasflaschen, unbefugtes Betreten durch Dritte mit anschließender Verschmutzung und Beschädigung, Partys in den Kellerräumen, Drogenkonsum auf dem Gelände mit Hinterlassen von gebrauchten Spritzen“. All das beeinträchtige die wertvollen Funde. Das Säubern der historischen Zeugnisse sei zeitaufwendig und teuer. Zudem sei der Platz „ein interessantes Ziel für Raubgräber“.

Ein weiteres Argument für die Bewachung: Die „umfangreichen Überreste des ehemaligen jüdischen Stadtviertels bieten vielfältige Angriffspunkte für antisemitisch motivierte Übergriffe“. Nach Angaben der Kulturverwaltung ist es bereits zu mehreren Vorfällen gekommen. So habe die Stadt wegen „judenfeindlicher Graffiti“ die Polizei hinzugezogen. In einem anderen Fall erweckte ein abgestellter Koffer Sprengstoffverdacht.

Die jährlich zu erwartenden Kosten für den Wachdienst werden auf gut 140 000 Euro beziffert. Es ist offen, wie lange die Bewachung nötig ist. Denn noch haben die Bauarbeiten für das Museum nicht begonnen. Bis Ende 2012 war die gleiche Firma damit betraut, die tagsüber das Rathaus bewacht. Das Vergaberecht schreibe vor, den Vertrag an ein anderes Unternehmen zu vergeben. Zuvor allerdings muss der Kulturausschuss des Rates dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen. Die Entscheidung soll am 26. Februar erfolgen.