28.08.2016
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Archiveinsturz: KVB soll Verjährung aussetzen

Die KVB soll auf die Verjährung der Schadensansprüche in Bezug auf das Stadtarchiv verzichten.

Die KVB soll auf die Verjährung der Schadensansprüche in Bezug auf das Stadtarchiv verzichten.

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stefan worring

Köln -

Die Leihgeber des Stadtarchivs wollen nun auch die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) auffordern, auf die Verjährung von Schadenersatzansprüchen als Folge des Archiveinsturzes zu verzichten. Das erklärte Oliver König, einer der Initiatoren der „Interessengemeinschaft der Vor- und Nachlassgeber des Historischen Archivs der Stadt Köln“, im Anschluss an eine Informationsveranstaltung, zu der die Stadt die Leihgeber ins Rathaus eingeladen hatte. Ihnen geht es um Schadenersatzansprüche für zerstörtes oder vernichtetes Archivmaterial gegenüber demjenigen, der letztlich als Verantwortlicher für die Katastrophe vom 3. März 2009 ermittelt wird. Die Stadt hatte bereits erklärt, auf die Verjährung, die Ende dieses Jahres eintreten würde, vorerst zu verzichten. KVB-Sprecher Franz Wolf Ramien erklärte am Abend, auch das Unternehmen werde eine solche Erklärung abgeben.

Möglicherweise werden die Leihgeber die Wahrnehmung ihrer Ansprüche gegenüber den am Bau der Nord-Süd-Stadtbahn beteiligten Firmen (Arge) an die Stadt abtreten. In den nächsten Tagen will die Stadt allen Betroffenen einen entsprechenden Vertragsentwurf zuschicken. „Wir sind prinzipiell bereit, dem Vorschlag zu folgen, wenn unsere Anwälte diesen Weg als machbar ansehen“, sagte König, dessen Interessengemeinschaft derzeit knapp 40 Leihgeber vertritt.

Besserer Informationsfluss

Bei der Veranstaltung im Rathaus, bei der unter anderen Oberbürgermeister Jürgen Roters und Archiv-Direktorin Bettina Schmidt-Czaia zu den rund 70 Anwesenden sprachen, artikulierten die Leihgeber auch ihre Forderung, besser über den Fortgang der Erfassung und Restaurierung der geborgenen Archivalien informiert zu werden und zudem ihr Fachwissen in diesen Prozess einbringen zu können. Dazu regten sie die Gründung eines Beratungsgremiums an, in dem Leihgeber und Archiv-Verantwortliche zusammensitzen sollten. Das werde er im November mit Archiv-Leiterin Schmidt-Czaia besprechen, sagt König. Geprüft werden solle zudem der Wunsch der Leihgeber, auch im nach dem Archiveinsturz eingerichteten Fachbeirat vertreten zu sein.