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Aufstocker: Viele Erwerbstätige beziehen Hartz IV

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Symbolbild Foto: dpa
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl derer, die ihr Einkommen „aufstocken“ müssen, im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15.000 gestiegen. Obwohl die Menschen erwerbstätig sind, reicht das Geld meist nicht aus.  Von
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Ja klar, sagt Markus W., frustrierend sei das gelegentlich schon. Bis zu 174 Stunden im Monat arbeite er als Lagerist. Doch das Geld, das der Leiharbeiter verdient, reicht nicht aus, um seine Familie zu ernähren. Seine Frau, zwei Jungs im Alter von fünf und vier Jahren sowie eine sechs Monate alte Tochter: Um sein Leben zu finanzieren, musste der 31-jährige Kölner noch Hartz IV beantragen.

Er liegt damit gewissermaßen im Trend. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bezogen 2012 gut 1,3 Millionen Haushalte Sozialleistungen – außer ihrem Gehalt aus Teil- oder Vollzeit. Die Zahl derer, die ein Einkommen über 800 Euro „aufstocken“ mussten, ist im Vergleich zum Vorjahr um etwa 15.000 gestiegen, in Relation zum Jahr 2007 aber um 25.000 gesunken. In Köln ist die Gesamtzahl der Hartz-IV-Bezieher, die arbeiten gehen, leicht auf 20 743 Frauen und Männer gestiegen.

„Obwohl sie erwerbstätig sind, kommen immer wieder Menschen in die Beratung, die weniger Geld oder kaum mehr haben als vor der Arbeitslosigkeit“, kommentiert Hedel Wenner, Geschäftsführerin des Kölner Arbeitslosenzentrums (Kalz). Zur Vollzeittätigkeit komme dann noch der „komplizierte und oft kaum zu verstehende Formularkrieg“ mit dem Jobcenter, um die Existenz zu sichern.

„Ich habe hier schon Menschen erlebt, die nach einem Monat Erwerbstätigkeit mit zwei Aktenordnern kamen, weil sie fast ein Dutzend Bescheide erhalten haben“, so Wenner. Dennoch ließen sich die meisten Betroffenen nicht demoralisieren und suchten oft händeringend einen Job. Dabei gehe es häufig nicht nur um die Bezahlung, sondern „vor allem auch um Selbstbestätigung und Eigenverantwortlichkeit“.

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Dennoch dürfe es „einfach nicht sein, dass jemand den ganzen Tag arbeitet, dafür dann einen Hungerlohn bekommt und deshalb auf Zuzahlungen angewiesen ist“, meint auch Stefan Kulozik, Geschäftsführer des Kölner Jobcenter. Lohndumping dürfe durch den Staat nicht auch noch subventioniert werden.

Um dieser Gefahr vorzubeugen, wären „längst überfällige Mindestlöhne äußerst hilfreich“, betont Kulozik. In Köln jedoch sei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die Hartz-IV-Leistungen erhalten, nur gering. In erster Linie würde bei Menschen „aufgestockt“, um eine Tätigkeit in Teilzeit oder in einem Minijob überhaupt erst attraktiv zu machen. Die Zuzahlungen seien in diesen Fällen vor allem auch deshalb sinnvoll, „weil die Leute aus ihrem Job heraus oft erst die Chance haben, ihre Arbeitszeit zu erhöhen oder besser bezahlte Tätigkeiten zu bekommen“.

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