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Beatles-Musical: Die Fab Four im Kölner Tanzbrunnen

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In billig wirkenden Perücken nahm die Beatles-Coverband die Zuschauer im Theater am Tanzbrunnen mit auf Zeitreise. Foto: stefan worring
Einmal durch das Repertoire der Beatles: Die Coverband gibt beim „All you need is love“-Muscial im Theater am Tanzbrunnen alles. Trotzdem herrscht zwei Stunden lang eine Atmosphäre wie im Musikantenstadl.  Von
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„She loves you“, „Help“, „Yesterday“, „Hey Jude“. Diese Songs haben eine ganze Generation geprägt werden auch heute noch immer wieder gerne gehört. Daher ist das Theater am Tanzbrunnen, in dem am Wochenende an zwei Abenden die „All you need is love“-Show Station macht, auch mehr als gut gefüllt. Und es ist ein wirklich gutes Konzert einer Beatles-Coverband, eine musikalische Zeitreise in die 60er Jahre. Doch dem selbsternannten Anspruch, die Geschichte der legendären Pilzköpfe aus Liverpool in ein Musical zu verpacken, wird die Show nicht gerecht. Dafür ist das Bühnenbild zu schlicht, die Rahmenhandlung zu dünn, die Informationen und Fakten zu oberflächlich.

Nervige Darsteller, gute Musik

Kommt der Londoner Ian Wood, der in der frühen Hamburger Phase der Band deren Kollegen Tony Sheridan und später den gewieften Beatles-Manager Brian Epstein verkörpert, noch recht charmant rüber, wirkt Schauspieler Frank Kessler aus Berlin, der sich als Bühnenarbeiter (Roadie) um einen roten Faden in der Chronologie müht, mit seinen marktschreierischen Sprüchen und Ankündigungen oft nur nervig.

Doch hierfür wurde die Fangemeinde, durch die Musik, die altbekannten und lang geliebten Songs entschädigt. Die hörbar gut aufgelegte „Twist and Shout“-Band, die schon seit dem Jahr 2000 mit dem Stück unterwegs ist, bietet gekonnt eine musikalische Collage durch das umfangreiche Repertoire der Fab Four. Howard Arthur aus Las Vegas als John Lennon, Tony Kishman aus Tucson/Arizona als Paul McCartney, John Brosnan aus London als George Harrison und Carmine Francis Grippo aus New York als Ringo Starr versuchen auch optisch, sich ihren Vorbildern anzunähern 

Mehrfach wird die Kleidung gewechselt und mit angeklebten Schnäuzern und billig wirkenden Perücken variiert. Auch mit den historischen Vox-Verstärken und den Instrumenten setzt man auf Authentizität – mit kleinen Fehlern, die eingefleischte Fans auch am Tanzbrunnen sogleich bemerken. Anstelle eines Ludwig-Schlagzeuges, hinter dem einst Ringo saß, standen nun Trommeln vom amerikanischen Konkurrenz-Unternehmen Remo in der Bühnenmitte. Und Kishman zupfte den Höfner-Bass mit der rechten Hand – McCartney war aber doch Linkshänder. 

Musikantenstadl-Atmosphäre

Doch darüber gucken die Fans großzügig hinweg. Hauptsache die musikalische Mischung stimmt. Die Show beginnt und endet mit dem letzten Konzert der Beatles am 30. Januar 1969 auf dem Dach  ihrer Plattenfirma Apple an der Abbey Road in London – von „Come Together“ und „Get back“ am Anfang bis „Back in the USSR“ zum Finale. Dazwischen werden die bedeutendsten Stationen der erfolgreichsten Pop-Band aller Zeiten auf ihrem Weg zum Weltruhm aufgezeigt – mit den jeweils zugehörigen Hits. Insgesamt erklingen mehr als 30 verschiedene Lieder. Selbst einige der zuletzt von den Beatles aufwendig im Studio produzierten und nie bei Konzerten gespielten Titel werden live präsentiert: so „Sgt. Pepper“, „A day in the life“ und als Ohrwurm  für den Heimweg „Hey Jude“.

Im Hintergrund laufen während der gesamten Show original Filmaufnahmen mit und um die Beatles. Gezeigt werden  Konzerte, Studio- und Fernsehaufnahmen, Reisen und Kontakte mit den Fans. Da dominierten Euphorie, Hysterie und Kreischalarm. Davon war das Publikum am Tanzbrunnen – weitgehend aus der Altersgruppe Ü 60 – ganz weit entfernt. Man saß gesittet in Stuhlreichen, klatschte auf Aufforderung brav und bieder im Takt mit. Eine Atmosphäre wie beim Musikantenstadl. Erst zur Zugabe („Day Tripper“) stand das Publikum, erstmals nach zwei Stunden und 15 Minuten und teilweise mit den Händen in den Taschen.

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