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Bundesliga-Übertragung: Kölner Kneipen zeigen weniger Fußball

Ernst Moers vom Lapidarium

Wirt Ernst Moers vom Lapidarium

Foto:

Stefan Worring

Köln -

Wenn der FC spielt, dann ist die Kölschbar von Dennis Busch voll. Die Gäste schauen Fußball, er verkauft Bier. Das ist schon immer so. In zwei Wochen könnte das jedoch zum ersten Mal anders laufen. Dennis Busch ist einer von vielen Kölner Gastronomen, die noch nicht wissen, ob sie das erste Heimspiel des FC am 25. August in ihrer Kneipe zeigen können. „Wir müssen das Spiel übertragen, haben aber keine Ahnung, wie das funktionieren soll“, sagt Busch.

Freitagsspiele nicht mehr im Sky-Abo enthalten

Das Problem: Das Duell zwischen dem FC und dem Hamburger SV steht für einen Freitagabend auf dem Spielplan, und Freitagabendspiele sind im Sky-Abo ab dieser Saison nicht mehr inklusive. Eurosport hat sich die Rechte gesichert und verlangt dafür von den Zuschauern ebenfalls Geld. Busch braucht also ein weiteres Abo. Sein zweites Problem: Bisher empfängt er das Sky-Signal per Kabel. Eurosport sendet jedoch nur über Satellit und Internet-Stream. „Für uns ist das ganz mies, in den nächsten zwei Wochen muss was passieren“, sagt Busch.

Peter Risse, Inhaber von „Gottes Grüne Wiese“

Peter Risse, Inhaber von „Gottes Grüne Wiese“

Foto:

Rakoczy

Ernst Mörs ist da etwas radikaler: „Ich würde notfalls auch auf die Freitagsspiele verzichten“, sagt der Inhaber des Lapidariums am Eigelstein. Der Kult-Wirt ist den Ärger mit den Übertragungsrechten inzwischen leid. Als Sky vor drei Jahren die Preise kräftig erhöhte, kündigte er das Abo beim Bezahlsender und abonnierte stattdessen einen albanischen Kanal. Auf den Kommentator mussten die Gäste zwar verzichten, viele blieben sogar zu Hause.

7000 Euro pro Jahr für Übertragungsrechte

Mörs machte unterm Strich aber mehr Gewinn, weil er sich die inzwischen 7000 Euro pro Jahr für die Übertragungsrechte sparte. Doch auf solche Experimente habe er keine Lust mehr. Im kommenden Jahr wird er seine Kneipe ohnehin schließen, notfalls wird er in der letzten Bundesliga-Saison seiner Laufbahn auf die Fußball-Übertragungen verzichten. „Wenn es bis zum Bundesligastart keine Lösung gibt, dann wird halt das Radio eingeschaltet“, scherzt er.

Sein Gastronomen-Kollege Peter Risse ist inzwischen selbst aktiv geworden und hat sich in Internetforen schlau gemacht. „Von Eurosport bekommt man ja keine Informationen“, sagt der Inhaber der Fußball-Kneipe Gottes grüne Wiese im Belgischen Viertel.

Zusätzlicher Stress für die Wirte

Er hat seine Kneipe mit Computer und Internetverbindung so umgerüstet, dass er die Freitagsspiele über den Internetstream von Eurosport zeigen kann. „Für uns ist das natürlich zusätzlicher Stress, ob das alles funktioniert, können wir erst dann sagen, wenn es soweit ist“, sagt Risse. Verzichten könne er auf die Freitagsspiele aber nicht – gerade dann, wenn der FC spielt. „Das ist einfach Teil unseres Geschäftsmodells“, meint er.

Ähnlich sieht es Arnold Hennicken, Geschäftsführer des Traditionsbrauhauses Gaffel am Dom. Schon jetzt überweist er monatlich 1500 Euro für sein Sky-Abo, nun wird er aller Voraussicht nach auch noch das Eurosport-Abo abschließen. „Bei unserer Größe und bei dieser Nachfrage haben wir praktisch keine andere Wahl“, sagt er.

Wie teuer das sein wird, weiß er noch nicht. Einen extra Tarif für Gastronomen bietet Eurosport im Gegensatz zu Sky bisher noch nicht an. Er geht aber davon aus, dass es nicht beim Privatkundentarif von 29,99 Euro im Jahr bleibt. Zahlen wird Hennicken dann vermutlich trotzdem. Er könne es sich einfach nicht erlauben, dass der FC spielt und die Bildschirme im Brauhaus dunkel bleiben.