27.09.2016
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Car-Sharing in Köln: Stets mobil ohne eigenes Auto

Leih-Autos sind eine Alternative zum eigenen Wagen.

Leih-Autos sind eine Alternative zum eigenen Wagen.

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privat

Köln -

Der Trend weg vom eigenen Auto hin zu Car-Sharing-Angeboten nimmt auch in Köln weiter Fahrt auf. Diesen Schluss lassen die Zahlen in der Stadt operierender Anbieter zu, die jetzt gemeinsam mit dem Amt für Straßen und Verkehrstechnik präsentiert wurden.

„Die Stadt erwartet in den nächsten Jahrzehnten ein enormes Bevölkerungswachstum. Unsere Infrastruktur hingegen wird sich in der selben Zeit kaum verändern. Wir sind auf Alternativen zur Fortbewegung zwingend angewiesen“, versucht Amtsleiter Klaus Harzendorf die Herausforderung für alle Beteiligten zu umreißen. Der Schlüssel zum Erfolg scheinen Vertriebskooperationen: Gerade erst haben die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) bekanntgegeben, die Zusammenarbeit mit dem Anbieter Cambio zu intensivieren. Kundencenter der KVB können fortan ebenfalls zur Buchung der Car-Sharing-Angebote genutzt werden, während Besitzer eines VRS-Abos in Form eines eTickets an 71 Stationen in Köln ohne feste Kosten auf ein Miet-Auto umsteigen können. Gezahlt wird nur für die gebuchte Zeit und die gefahrenen Kilometer. Außerdem stehen bei Cambio die Zeichen auf Wachstum: Die Zahl der Bestandskunden alleine in Köln ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf nun 14 700 gestiegen. „Senioren und Studenten werden immer wichtigere Zielgruppen“, so Sprecherin Tanya Bullmann. Der Anteil an Elektroautos an der Gesamtflotte von 410 Wagen steigt ebenfalls stetig. Die Ladestationen, etwa am Stadthaus in Deutz, werden in Kooperation mit der Rhein-Energie betrieben.

Große Hoffnung werden in das EU-Projekt Grow Smarter für Mülheim gesteckt: Ein am S-Bahnhof Mülheim entstehendes Zentrum für Leihfahrräder, Car-Sharing-Fahrzeuge und reservierbare Parkplätze sollen den Suchverkehr im Stadtteil um 40 Prozent, die Kohlendioxid-Emissionen gar um 60 Prozent reduzieren.

Positiv bewertet auch Mitwettbewerber Flinkster das abgelaufene Geschäftsjahr: „Wir konnten bei relativ stabiler Fahrzeuganzahl die gebuchten Fahrten in Köln von 20 000 auf nun 25 000 steigern“, so Geschäftsführer Daniel Kurth. Neu ist die Kooperation mit Car2Go. Für das deutschlandweite Schwergewicht Drivenow hat sich die 2014 umgesetzte Zusammenlegung der Düsseldorfer und Kölner Geschäftsbereiche bezahlt gemacht. „Wir haben ein starkes Wachstum im Business-Bereich“, so Aurika von Naumann. Rund 500 Intercity-Fahrten zwischen den beiden Großstädten in der Woche zählt das Unternehmen , hinzu kommen 1000 Fahrten zum Flughafen Köln/Bonn.

Neu auf den Kölner Markt drängt der Serviceanbieter Drivy. Das Unternehmen, das bislang vor allem in Frankreich erfolgreich ist, hat sich auf die Vermittlung von privaten Carsharing-Angeboten spezialisiert. Über eine Internetseite wird es künftig möglich sein, das Auto an Tagen, an denen es nicht genutzt wird, gegen ein Entgeld zu verleihen. „Interessenten schreiben Anfragen und der Besitzer entscheidet, wem er das Auto zur Verfügung stellt“, so Geschäftsführer Gero Graf.

Dass Köln kein leichtes Pflaster für die Langlebigkeit der Fahrzeuge ist, konnten alle Teilnehmer bestätigen. Bei Flinkster rechnet man mit maximal drei Jahren Einsatzzeit für einen Neuwagen, dann wird er ausgemustert. Anbieter Drivenow schickt einen Wagen schon bereits nach 25 000 Kilometern in Rente.


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