28.08.2016
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Caritas und SkF: Wohnprojekt mitten in der Innenstadt

Das neue Wohnprojekt befindet sich direkt in der Innenstadt. (Symbolbild)

Das neue Wohnprojekt befindet sich direkt in der Innenstadt. (Symbolbild)

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dapd

Köln -

Mit dem Projekt „Wohnen mittendrin“ setzen der Caritasverband Köln und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) ein Zeichen dagegen, dass sozial schwache, gehandicapte Menschen an den Stadtrand abgedrängt werden – sofern sie überhaupt irgendwo unterkommen. Dass es vor allem in der Innenstadt an bezahlbarem Wohnraum mangelt, ist bekannt. Aber besonders schwer haben es allein stehende Menschen, deren Fähigkeiten eingeschränkt sind.

Im Franz-von-Sales-Zentrum der Caritas nahe dem Neumarkt, in dem Wohnungen an 23 gehörlose Menschen mit einer zusätzlichen Behinderung vermietet werden, ist Wohnraum für fünf ehemals obdachlose Frauen geschaffen worden. In den drei umgebauten Räumen des Gebäudes im Mauritiussteinweg waren früher unter anderem Büros untergebracht.

Notschlafstelle und Café

Den beiden Trägern geht es darum, Menschen, die körperlich beeinträchtigt und seelisch belastet sind, ein eigenverantwortliches Leben zu ermöglichen. Das ist gegeben in dem Haus, das 1959 von einem Schwesternorden erbaut, Ende der 80er Jahre vom Erzbistum Köln erworben und 1992 als Wohnanlage mit Beratungsstelle für Hörgeschädigte eingeweiht wurde. Direkt nebenan unterhält der SkF neben einer Notschlafstelle und einem Café für Bedürftige die Kontaktstelle „Aufbruch“, die Frauen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten begleitet. So können sich die fünf Bewohnerinnen in Notlagen umgehend Hilfe holen und brauchen sich – anders als in einem Heim – nicht bevormundet zu fühlen. Das sei wichtig für Menschen, die lange allein auf sich gestellt gelebt haben, betonen die Träger.

Gewalt in der Partnerschaft

Unterstützung brauchen die Bewohnerinnen, die unter anderem in Partnerschaften Gewalt ausgesetzt waren, und auch diejenigen Frauen, die ambulant Hilfe suchen, zum Beispiel dann, wenn sie mit Rechnungen und Mahnungen überfordert sind oder zum Arzt müssen.

Das Wohnprojekt sei zugeschnitten auf „Frauen, die durch alle Maschen des Hilfesystems gefallen ist“, sagt Karolin Balzar, Gruppenleiterin der SkF-Wohnungslosenhilfe. Nach einer Zeit, in der sich die Zahl derjenigen, die ihr Obdach verloren haben, verringert habe, prognostiziert sie: „Das Problem wird zunehmen.“ Angesichts der unverändert angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt ergänzt Maria Hanisch, die beim Caritasverband das Geschäftsfeld Ambulante Dienste leitet: „Es bleibt schwer.“ (cs)