Als vierter Anbieter ist „Drive Now“, ein Unternehmen von BMW und Sixt, auf dem Kölner Car-Sharing-Markt gestartet – mit 1000 Kunden und 250 Fahrzeugen der Mini-Reihe sowie 1er-BMW-Modellen. Das Konzept: Die Autos werden nicht an Stationen abgeholt und abgegeben, sondern können spontan gemietet und auf öffentlichen Parkflächen abgestellt werden. Die Gebühren zahlt Drive Now. Der Neuling setzt in Köln besonders auf Kurzstrecken-Nutzer. Dafür hat Drive Now laut Geschäftsführer Nico Gabriel ein 90 Quadratkilometer großes Geschäftsgebiet eingegrenzt: Innerhalb des Militärrings von Longerich bis Klettenberg und Marienburg sowie in Deutz bis Frankfurter Straße und Vingster Ring.
Kunden werden in einem Sixt-Büro oder online registriert. Sie zahlen eine Anmeldegebühr von 29 Euro, später werden dann 29 Cent pro Minute fällig. Darin enthalten sind Parkgebühren sowie Kosten für Benzin und Versicherung (Vollkasko, bis zu 750 Euro Selbstbeteiligung).
Auto mit Chip öffnen
Die Autos werden mit einem Chip geöffnet, der an die Windschutzscheibe gehalten wird. Nach Eingabe einer Pin-Nummer kann gestartet werden. Die Position der Autos finden Nutzer über die Website oder das Smartphone.
Das Unternehmen plant Kooperationen mit dem ADAC – und der KVB. Deren Sprecher Stephan Anemüller kündigte an, dass sich Fahrgäste voraussichtlich von 2013 an in den KVB-Kundencentern zu vergünstigten Konditionen bei Drive Now anmelden können. Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrstechnik, teilte ergänzend mit, dass die Stadt mit dem Car-Sharing Anbieter „car2go“, der auch Parkgebühren für seine Smarts übernimmt, gute Erfahrungen gemacht hat.
Auch privates Car-Sharing als Alternative zu den großen Anbietern erfreut sich in Köln großer Beliebtheit. Auf den Internetplattformen autonetzer.de und tamyca.de bieten Privatpersonen ihr Fahrzeug zur Miete an – insgesamt stellen 270 Kölner ihr Auto zu diesem Zweck zur Verfügung . Der Preis wird vom Vermieter selbst bestimmt, die Versicherung des Fahrzeugs ist über die Plattform ab einem Aufpreis von 5,90 Euro geregelt.
Die Palette der angebotenen Fahrzeuge ist groß: Sie reicht vom Mittelklassewagen wie etwa einem Opel über den sparsamen Smart oder einen Jaguar bis hin zum als Camper umgebauten VW-Bus. Die Vermietung ist nach Aussagen der Anbieter für beide Seiten ein Gewinn: Der Eigentümer hat einen Nebenverdienst, aus dem sich teilweise die Haltungskosten decken lassen, und die Nutzer sind mobil ohne eigenen Pkw.
Die Plattformen werben damit, dass sie auf bereits vorhandene Autos zurückgreifen und nicht eigens neue Fahrzeuge angeschafft werden. Die Initiatoren schaffen neben der Autovermietung ein Netzwerk, das ihnen nach eigenen Angaben auch darüber hinaus Vorteile bringen kann. So hätten sich zwischen Vermietern und Kunden zum Beispiel bereits berufliche Verbindungen ergeben, sagt Sebastian Ballweg, Geschäftsführer von autonetzer.de: Gerade der zwischenmenschliche Kontakt sei bei privatem Car-Sharing ein wichtiger Aspekt.(ass)
www.autonetzer.de
www.tamyca.de
Schon seit 1997 ist Cambio mit seinen Autos in Köln vertreten. Bei Cambio fällt eine einmalige Anmeldegebühr von 30 Euro an, alle weiteren Preise sind von dem jeweils gewählten Tarif abhängig.
Die monatliche Grundgebühr kostet beim Starttarif drei Euro, beim Aktivtarif zehn Euro und beim Comforttarif 25 Euro. Man kann zwischen den Preisklassen S (Smart, VW, Ford), M (Opel, VW, Ford), L (Volvo, Transit) und E (Elektroauto) wählen. Beim Aktivpreis zahlt man 2,20 Euro die Stunde, ein ganzer Tag kostet 29 Euro. Bis zu 100 Kilometer bezahlt man je Kilometer 30 Cent und ab 101 Kilometer pro Kilometer 21 Cent. Benzinkosten inbegriffen. Mehr Informationen gibt es im Netz.
www.cambio-carsharing.de
Standorte:
Bayenthal
Bonner Str. 209; Goltsteinstr. 87a Braunsfeld; Josef-Lammerting-Allee 20-22;
Dellbrück
An der Kemperwiese 3
Deutz
Ottoplatz 1; Th.-Babilon-Str. 1-3; H.-Pünder-Str. 1; Justinianstr. 20
Ehrenfeld
Venloer Straße 227; Gerhard-Wilczek-Platz 1; Vogelsanger Str. 163; Lessingstraße 7; Ehrenfeldgürtel 133; Takustraße 39-41
Innenstadt Nord
Neven-DuMont-Str.; Maximinen-Str. 1; Blumenthalstr. 33; Kaiser-Wilhelm-Ring 48; Hansaring 123; Heumarkt 1; Am Alten Ufer 35a; Maastrichter Str. 41-43; Venloer Str. 41; Melchiorstraße 1
Innenstadt Süd
Pantaleonswall 33-39; Quentelstr. 9; Kartäuserwall 7-17; Elsaßstr. 49; Kurfürstenstr. 2; Lothringer Str. 33; Humboldtstr. 30; Moselstr. 80
Kalk
Hollweghstraße 22-26
Lindenthal
Aachener Straße 246; Flotowstraße 2; Krieler Straße 86-88
Mülheim
Deutz-Mülheimer-Str. 199; Genovevastraße 11
Nippes
Kempener Str. 133; Eichstr. ; Tauentzienstr. ; Niehler Str. 84; Niehler Kirchweg 61-63; Neusser Str. 164; Kesselhaus-/Werkstattstr.
Ossendorf
Butzweiler Str. 51
Porz
Philipp-Reis-Straße
Rodenkirchen
Maternusplatz
Sülz
Auerbachplatz; Luxemburger Str. 356; Berrenrather Straße; Wittekindstr. 20
Zollstock
Höninger Weg 212
Die Deutsche Bahn AG hat mit Flinkster auch das Automobil als Fortbewegungsmittel erschlossen. Ähnlich wie bei Cambio zahlt man bei Flinkster eine monatliche Grundgebühr, diese beträgt im Lokaltarif, also dem Tarif, mit dem man das Fahrzeug nur in der Stadt Köln bewegt, zehn Euro. Jeder gefahrene Kilometer kostet für alle Fahrzeugklassen 26 Cent. Die Miete selbst wird pro Stunde abgerechnet, je nach Fahrzeugtyp zahlen Kunden zwischen 1,50 und 3,50 Euro. Transporter sind mit fünf Euro die Stunde etwas teurer, für große Limousinen gibt es den Preis jeweils nur auf Anfrage. Von 22 bis 8 Uhr ist die Miete kostenlos oder man zahlt für höhere Klassen einen Euro. Weitere Informationen gibt es im Netz.
Standorte:
Altstadt
Parkhaus Neumarkt; Holzmarkt; Jakobstr.; Parkhaus Lungengasse; Mauritiuswall; Rothgerberbach; Severinstr.; Reinoldstr.; Seyengasse; Vogteistr.; Waisenhausgasse ; An Sankt Katharinen; Parkhaus Alte Wallgasse; Aral Parkhaus Cäcilienstraße; Hbf. Goldgasse; Hbf. Radstation; Parkhaus Brückenstraße
Bayenthal
Goltsteinstraße; Bonner Straße
Deutz
Bf Köln Messe/Deutz; Deutzer Freiheit; Parkhaus Lanxess-Arena
Ehrenfeld
Bahnhof Ehrenfeld ; Fridolinstr.; Fuchsstr.; Parkhaus Neptunplatz; Subbelrather Str.; Venloer Straße/ Gürtel; Vogelsanger Str. / Gürtel
Neustadt Nord
Hansaring; Moltkestraße; Sudermanplatz; Sedanstraße; Blumenthalstraße; Maastrichter Str.; Parkhaus Kaiser-Willhelm-Ring
Neustadt Süd
Moselstr.; Zülpicher Wall 12 und 50; Achterstr.; Bonner Wall/Bonner Str.; Bonner Wall/Zugweg; Dasselstr. 24 u. 39; Lothringerstr.
Kalk
Hagen Campus
Klettenberg
Ölbergstraße
Lindenthal
H.-Lewin-Str.; Lindenthalgürtel; Theresienstr.; Bachemer Str.
Longerich
Robert-Perthel-Straße 14
Mülheim
Bahnhof Mülheim; Schleiermacherstraße; Mülheimer Freiheit; Parkhaus Wiener Platz
Nippes
Mauenheimer Str.; Nordstr.; Neusser Str. 225; Stellwerk 60; Wilhelmstraße; Tankstelle Neusser Straße
Porz
Max-Glomsda-Straße
Riehl
Am Botanischen Garten; Aral Tankstelle Riehler Straße
Sülz
Palanterstraße; Rhöndorfer Straße; Zülpicher Str.; Unicenter
Zollstock
Bernkasteler Str.; Höninger Weg; Aral Tankstelle Zollstockgürtel; Vorgebirgstraße
Beim neuen Anbieter „Car2go fällt eine einmalige Registrierungsgebühr von 9,90 Euro an. Pro Minute zahlt der Kunde 29 Cent. Im Mietpreis enthalten sind Steuern, die Versicherung, Park- und Kraftstoffgebühren sowie die ersten zwanzig Kilometer.
Eine Stunde kostet bei Car2go 12,90 Euro, für 24 Stunden muss man 39 Euro bezahlen. Bei längeren Fahrten muss man zusätzlich zu dem Minutenpreis von 29 Cent ab dem 21. Kilometer 29 Cent für jeden weiteren Kilometer bezahlen.
Wer das Auto für einen Zwischenstopp abstellt, dem berechnet das Unternehmen neun Cent pro angefangener Parkminute. Mehr Informationen gibt es im Internet.
Im Oktober kommt Drive Now nach Köln. Dort zahlt der Kunde wie bei Car2go 29 Cent pro Minute. Allerdings muss man bei Drive Now 4,50 Euro mehr bezahlen, wenn man das Auto für eine volle Stunde leihen möchte, nämlich 17, 40 Euro. Drive Now bietet allerdings ein Drei- Stunden- und ein Sechs-Stunden-Paket für Autofahrer an. Fährt man drei Stunden, bezahlt man 24,99 Euro.
Im Preis inbegriffen sind 60 Kilometer Fahrt. Bei einer sechsstündigen Fahrt mit einem Drive-Now-Auto zahlt man 44,99 Euro. Dieses Angebot beinhaltet 120 Kilometer Fahrt. Die Pakete gelten immer von Sonntag bis Donnerstag. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter
www.drive-now.com
Es ist eine eher ungewöhnliche Allianz: Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und ADAC werben seit einiger Zeit gemeinsam für eine „kluge und intelligente“ Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel. „Weder der motorisierte Individualverkehr noch der öffentliche Personennahverkehr sind aus Kapazitätsgründen alleine in der Lage, alle Mobilitätsansprüche der Stadt- und Umlandbewohner zu befriedigen“, so ADAC-Präsident Peter Meyer. Das heißt: Ein sinnvoller Mix aus Auto, Fahrrad, Bus und Bahn könnte helfen, die Verkehrsprobleme in der Großstadt zu entschärfen.
Die KVB will ihren Beitrag dazu leisten: Stammkunden bekommen bereits Rabatt bei „Cambio“ und „Flinkster“ und auch beim Bahn-Radverleih „Call a Bike“. „Wir stehen in konkreten Verhandlungen mit car2go und haben auch schon Kontakt zu DriveNow aufgenommen“, so Pressesprecher Franz Wolf Ramien. Langfristig sei es allerdings das Ziel, die unterschiedlichen Mobilitäts-Angebote über die Chipkarte auf den Dauertickets abzuwickeln – ein komplexes Vorhaben, das gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) für das gesamte Verbundgebiet in Angriff genommen werden müsste.
Konkreter sind da die Überlegungen der Verkehrs-Betriebe, an ausgewählten Haltestellen Leihfahrräder anzubieten. Ramien: „Der Vorstand wird im Oktober beraten, welche Möglichkeiten es gibt und wie der weitere Weg aussieht.“ (map)



